Wenn die Berge rufen, dann folge ich ihrem Ruf. Wie vor einigen Wochen bei der Alpenüberquerung mit einem E-Bike.

Hier draußen in der Natur, in den Bergen, fühle ich mich wohl. Es ist einfach eine andere Welt. Wenn man die meiste Zeit in der Stadt verbringt, von Lärm, Abgasen und Chaos umgeben ist, da bringt eine Reise in die Alpen meine innere Waage wieder ins Gleichgewicht. Auf einem hohen Berg zu stehen, das macht etwas mit mir. Hier steht die Zeit still. Ich stehe auf Gestein, dass sich in einem unvorstellbaren Zeitraum Zentimeter für Zentimeter in die Höhe bewegt hat. Da oben gibt es keine Deadlines, Termine, keinen Stress. Hier bin ich winzig klein im Vergleich zum Berg und doch riesig auf dem Berg. Die kalte Brise, die warmen Sonnenstrahlen, der Blick auf die umliegenden Gipfel und in die Ferne lösen in mir etwas aus, das ich nur schwer beschreiben kann.

Wandern in den Dolomiten – Die Drei Zinnen, ein Wanderparadies

Diesen Blick bekommt man nicht einfach so, er ist die Belohnung für die Anstrengung. Erst der Fleiß, dann der Preis sozusagen. Drei Tage bin ich in der Dolomitenregion Drei Zinnen – ein Paradies für Outdoorbegeisterte– wandern gewesen und konnte meine Freundin Corinna mitnehmen. Sie war noch nie auf so einem Wanderwochenende aber begeistern konnte ich sie sofort dafür. Gestartet sind wir in Toblach, wo sich das Drei Zinnen Marketing befindet und wir herzlich von Jasmin begrüßt wurden. Erster Tipp, ein Besuch des Toblacher Sees. Wenig Anstrengung, denn der Parkplatz ist direkt daneben. Trotzdem erhält man eine wunderschöne Aussicht auf den See und schon mal einen Ausblick auf das was noch kommt, denn der See ist von Bergen umzingelt.

Ohne Frühstück kein Gipfelblick

Unser „Basislager“ ist das Hotel Post Alpina, von wo aus wir bestens zu unseren Wanderrouten starten können. Die erste Wanderung führt uns ins Fischleintal, hier starten wir die Hüttentour. Es geht erst flach los, damit wir auch warm werden. Die erste Hütte ist die Drei Zinnen Hütte, die sich – welch Zufall – direkt neben den Drei Zinnen befindet.

Post Alpina
Schattenweg
39038 Vierschach – Innichen (BZ), Italien

Unser Weg wird langsam immer steiler und die Sonne zeigt sich mittlerweile. Angesagt war Regen aber in den Bergen ist das mit dem Wetter so eine Sache. Es ändert sich minütlich. In der einen Minute verbrennt dich die Sonne erbarmungslos, in der anderen läufst du durch eine Wolke. Das Frühstück ist beim Wandern außerdem unabdingbar. Relativ schnell müssen wir eine erste kleine Vesperpause einlegen, da Corinna morgens zu wenig gegessen hat und nun keine Energie mehr hat. Nach einem Energybar und einer Erfrischung am Bach geht es auch schon wieder weiter. Nach einiger Zeit überschreiten wir die Waldgrenze und das Gelände wird immer schroffer und felsiger. Mit zunehmender Höhe, wird die Aussicht auch atemberaubender.

Berghütten – Die Bars mit Panorama

Was mich immer begeistert ist die Weite der Landschaft, teilweise kann man die Größenverhältnisse und Entfernungen gar nicht mehr einschätzen. Die erste Hütte kommt näher und „direkt“ dahinter stehen mächtig die Drei Zinnen, die wohl bekannteste Gipfelgruppe der Alpen. Die höchste Zinne ist außerdem 2999 Meter hoch. Das sind über 500 Meter Höhenunterschied zwischen Gipfel und unserem Tisch, an dem wir sitzen. Während die Drei Zinnen, wie auf einem Thron, auf uns herabschauen machen wir gemütlich Mittag und genießen die prächtige Aussicht.

Nächster Halt ist die Büllelejochhütte. Sie ist außerdem die höchste (2528m) und kleinste Hütte in den Sextner Dolomiten. Einen Hüttenaufenthalt, zumindest für ein Bier kann ich jedem ans Herz legen. Eine Übernachtung auf einer Hütte in einer geselligen Runde mit Kartenspielen noch mehr. Nach einem Radler und einem Apfelstrudel müssen wir uns schon wieder auf den Weg machen, obwohl wir lieber noch länger in der gemütlichen Hütte geblieben wären.

Den letzten Halt, die Zsigmondyhütte lassen wir aus, da wir schon ziemlich platt sind und Richtung Hotel wollen, um nicht das verdiente Abendessen zu verpassen. Steil geht es wieder ins Fischleintal zurück. Nach 18 Kilometern, 1233m auf und wieder ab, sind wir auf jeden Fall bereit für eine Stärkung und Schlaf in unserem Chalet. Für die nächste Wanderung brauchen wir wieder Kraft.

Sind wir auf dem richtigen Berg?

Die zweite Wanderung am nächsten Tag führt uns erst mit dem Auto, über eine wunderschöne Serpentinenstraße, zur Plätzwiese. Von hier aus starten wir in Richtung Strudelkopf, eine eher kurze und leichtere Wanderung, damit wir am nächsten Tag noch fit für die Besteigung des Seekofels sind. Über eine blumenbedeckte Alm, auf der Kühe grasen ziehen wir los.

Der Weg wird immer steiler und steiler. Nach Zwei Stunden zweifeln wir schon an uns selbst, da wir nicht gedacht hätten, so langsam zu sein. Angegeben war die Route mit etwas mehr als einer Stunde. Wir geben aber nicht auf, steigen weiter hoch. Obwohl die Sonne scheint, ist es ziemlich kalt durch den Wind. Auf der Plätzwiese hatte es knappe 15°C, trotz Sonne.

Wir können die Kuppe sehen und bekommen einen Motivationsschub, doch nach einigen Höhenmetern sehen wir, dass es noch höher geht. Auf, auf! Habe ich schon gesagt, dass ich Höhenangst habe? Wir erreichen den vermeintlichen Gipfel, doch es geht noch ein kleines letztes Stück weiter hoch. Etwas erschöpft und von den steilabfallenden Hängen überwältigt lassen wir es gut sein, wobei ich es später etwas bereut habe, nicht zum Gipfelkreuz gegangen zu sein. Dann tritt dieses Gefühl ein, von dem ich anfangs gesprochen habe aber ich lasse hier die Bilder für sich sprechen.

 

Was wir erst im Nachhinein herausgefunden haben ist, dass wir die falsche Abzweigung genommen haben und anstatt auf den Strudelkopf, auf den Dürrenstein gewandert sind. Vom Dürrenstein aus kann man die Drei Zinnen in einiger Entfernung sehen. Wir bereuen nichts – es war geil! Zum Abschluss des Tages gab es noch eine Runde Jacuzzi im Chalet.

Im nächsten Artikel erfahrt ihr welche Highlights wir in den Dolomiten noch entdeckt haben.

Also Freunde, der Berg ruft! Habt ihr schon Lust auf eine Wanderung?


Vielen Dank an das Drei Zinnen Marketing, vor allem an Jasmin, für die tolle Organisation der Reise.

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