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Im letzten Teil haben wir euch gezeigt wo man um die Drei Zinnen wandern kann, dieses Mal gibt es ein paar Highlights aus der Region, die nur teilweise etwas mit Wanderungen zu tun haben. So viel sei gesagt, es wird unter anderem nass und dunkel. 

Die Drei Zinnen Region – Die Natur entdecken

Eigentlich ist es recht einfach in den Alpen einer bestimmten Wanderroute zu folgen, denn es gibt an den meisten Gabelungen Schilder oder Farbmarkierungen, zum Beispiel auf Felsen entlang der Route. Dennoch haben es Corinna – meine Freundin – und ich am zweiten Tag unserer Dolomiten-Entdeckungstour geschafft, den falschen Weg zu nehmen. So haben wir den um einiges anstrengenderen Pfad zum Dürrenstein, anstatt auf den Strudelkopf genommen. Das war nicht weiter tragisch, denn auf beiden Wegen hätten wir anschließend wieder zurück zur Plätzwiese zurückkehren müssen. Das hatte aber zur Folge, dass wir nicht mehr in der Lage waren am dritten Tag die längste Wanderung, nämlich auf den Seekofel, zu unternehmen. Aber die Drei Zinnen Region hat ja nicht nur schwierige Wanderungen zu bieten, sondern auch einfache, die dennoch wunderschöne Landschaften durchlaufen.

Der sagenumwobene Pragser Wildsee

Türkisgrün, 36 Meter tief und kalt, wir befinden uns am wunderschönen Pragser Wildsee, der zu Fuße des 2815 Meter hohen Seekofels liegt. Da wir es etwas gemütlicher angehen lassen, machen wir zuerst die Seerunde, mit einem Schlenker über die Grünwald Alm. Der See und der Berg bieten einen imposanten Anblick. Kein Wunder, dass hier einer Südtiroler Sage nach, das Reich der Fanes sein soll. Der Eingang soll am südlichen Ende des Sees unterhalb des Seekofels sein. Mal schauen ob wir ihn finden können.

Von Schmetterlingen und Messern

Die Route führt zwar einmal rundherum um das schöne, kühle Nass, doch auf und ab geht es trotzdem ein wenig. Der Weg befindet sich streckenweise einige Meter über der Wasseroberfläche und ermöglicht einen wunderschönen Blick auf den Pragser Wildsee. Hier sehen wir die wunderschöne Farbe des Wasser erst richtig. Wow, da sind im Vergleich die Gewässer um Stuttgart herum einfach braune Brühen. Wir entfernen uns ein wenig vom See, um zur Grünwald Alm zu gelangen. Entlang eines Flussbettes schlängeln wir uns durch den Wald. Das Wetter ist perfekt, es ist kühl im Schatten und heiß in der Sonne.

Am Ziel angekommen gönnen Corinna und ich uns ein Radler, legen uns auf Liegestühlen in die Sonne und dösen. Nach unserem kleinen Zwischenstopp folgen wir weiter dem Weg, der leicht ansteigt. Als uns der Hunger zu einem größeren Stopp zwingt durchqueren wir das Flussbett, um auf der anderen Seite im Schatten der Bäume zu vespern. Schmetterlinge fliegen um uns herum und landen des Öfteren auch auf mir. Ich scheine irgendwie lecker zu sein. Gut, dass wir alle satt werden. In einem Bach laufen wir barfuß umher, bis uns die Füße vom kalten Wasser stechen, wie hundert Messer, die einen piksen. Zeit um zum Pragser Wildsee zurückzukehren.

Die Zeit vergeht wie im Flug

Hier endet unsere kleine Reise aber nicht. Wir nehmen uns eines der Ruderboote, um mitten auf den See zu fahren. Gegen den Wind rudere ich hinaus, Übung habe ich ja schon von der Bootsfahrt mit Mia. Wir haben eine Stunde, also mehr als genug Zeit um einmal auf die andere Seite zu fahren. In jeder Richtung, in die wir schauen, gibt es etwas zu bestaunen. Das Wasser ist furchtbar kalt, was nicht überraschend ist für Gebirgsseen. So ein Sprung ins Wasser wäre bestimmt erfrischend, denke ich mir. Ein Blick auf die Uhr verrät mir aber, dass wir kaum noch Zeit haben. So schnell kann es gehen wenn man von seiner Umgebung fasziniert ist. Schnell wie Obelix rudere ich zurück. Schade, dass wir es nicht auf den Seekofel geschafft haben, das wäre bestimmt eine faszinierende Aussicht gewesen und ein atemberaubender Blick auf den Pragser Wildsee.

Ein Meer aus Sternen

Damit wir aber die Zeit nutzen und noch etwas atemberaubendes anschauen können, bevor wir am nächsten Tag wieder nach Hause müssen, schlage ich vor am späten Abend noch einmal hoch in die Berge zu fahren. Die Plätzwiese scheint mir ein guter Ort zu sein und so fahren wir ein weiteres Mal über die Serpentinenstraße hoch. Oben angekommen steigen wir aus und uns klappt die Kinnlade herunter. Ein unglaubliches Sternenmeer ist über uns. Ich vergesse was ich eigentlich machen wollte und starre einfach in den schwarzen Himmel, der übersät ist von Millionen, ach unzähligen leuchtenden Punkten. Meine Kamera wollte ich aus dem Auto holen, das war es. Wir gehen weiter zur Wiese und ich suche mir im Gras einen Ort zum Fotografieren.

Beim ersten Blick nach oben rufen wir beide „WOOAAAAAH!“. Die Königin aller Sternschnuppen ist gerade über uns hinweg geflogen. So breit und lang war der Schweif, dass wir uns fragen konnten ob wir das beide gesehen haben und der Schweif danach immer noch geleuchtet hat. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Weitab von den hell erleuchteten Städten kann man so einen Himmel beobachten. Die Drei Zinnen Region ist perfekt dafür, nur schade, dass ich mein Stativ vergessen habe. Mit Tempos, einer Tasche und meinem Geldbeutel baue ich auf dem Dach des Autos mein Stativersatz. Außerdem ist es schrecklich kalt hier draußen. Nichtsdestotrotz genießen Corinna und ich den Anblick und denken gar nicht daran, dass wir in wenigen Stunden wieder nach Stuttgart müssen. Die Gegend um die Drei Zinnen hat echt viel zu bieten, da reichen drei Tage natürlich nicht aus.


Vielen Dank an das Drei Zinnen Marketing, vor allem an Jasmin, für die tolle Organisation der Reise.

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