Draußen scheint die Sonne und es wird Zeit, dass wir uns das Licht aus der Stadt holen, um das Worldwidewonderland zu erleuchten. Diesmal heißt unser Stadtlicht Nico Suave!
Bei unserer Lisa läuft der Titel „Vergesslich“ von Nicos erstem Album „Suave“ rauf und runter und das nicht nur wenn jemand mal wieder ein Treffen vergessen hat. 2005 erschien sein Album „Mit Liebe gemacht“, darauf folgte „Suave&Friends“ mit Unterstützung von Denyo, Blumentopf, Harris, Franky Kubrick und vielen mehr.
Für uns Grund genug, sich mit Nico in Hamburg zu treffen und bei einer Limo ausgiebig zu quatschen. Er kam natürlich nicht allein, sondern brachte seinen Backgroundvokalist Sebo mit, der an der einen oder anderen Stelle auch zu Wort kommt.
Nico Suave & Sebo
Nico, nach deinen ersten Erfolgen mit Raubkopie und Sternzeichen Krebs bist du von deiner Heimatstadt Menden in den hohen Norden gezogen. Was unterscheidet Menden von Hamburg?
Das war mein erster Umzug, bin dann allerdings aus privaten Gründen wieder schnell nach Menden zurück gegangen. 2009 bin ich dann nochmals nach Hamburg gezogen. In Kleinstädten ist man schnell im eigenen Modus gefangen, in Hamburg dagegen hat man viel mehr Möglichkeiten sich auszutoben und Gleichgesinnte zu finden, die einen antreiben. Menden ist meine Heimat, die ich nicht vergesse und dort leben viele talentierte Menschen, aber für mich persönlich wurde es Zeit raus zu gehen.
Wenn man deine bisherigen Veröffentlichungen quer hört, hat man das Gefühl, du bist über die Jahre etwas nachdenklicher geworden. Glaubst du das ist etwas was mit Menschen einfach passiert oder muss es dazu bestimmte Anreize geben?
Natürlich kommen mit den Erfahrungen die Sorgen und Ängste. Ich wurde damals schon ein wenig ins kalte Wasser geschubst und musste mich zurecht finden. Es gehen Türen auf und genauso schnell hauen die Türen hinter dir zu. Dann musst du selber wieder eine Tür öffnen. Das spiegelt sich natürlich schon in meinen Texten wieder.
Aber nicht jeder Text von mir ist 100% autobiographisch, manchmal sind es einfach die äußeren Umstände die mich inspirieren. Und die neuen Texte reifen halt länger, gerade wenn man weiß wo man steht haut man nicht mal eben einen Text raus, man ist skeptischer geworden und verschiebt dann auch schon mal die Deadline. Das ist halt ein Prozess, für Außenstehende manchmal nicht ganz nachvollziehbar.
Zusammen mit Roger Rekless bist du durch Australien und Neuseeland getourt, davor wart ihr schon in Westafrika und Nordwesteuropa unterwegs, um Leuten, die Deutsch als Fremdsprache lernen, eure Texte und deutschen Rap näher zu bringen. Was für Erfahrungen habt ihr bei den Workshops gemacht?
In erster Linie haben wir die deutsche Sprache präsentiert. Fremdsprachen lernt man in erster Linie durch Freude an der Sprache, hört sich vielleicht blöd an. Aber uns ging doch es doch mit Englisch genauso. In Schulbüchern wird nicht gezeigt wie viel Spaß wir mit der deutschen Sprache haben.
Die Eindrücke und Momente kann man gar nicht wiedergeben, ob man das Glänzen in den Augen der Schüler sieht oder die Erkenntnis, dass eine Autobahn auch mal im Nichts aufhören kann. Es ist alles dabei.
Sebo: Sprachworkshops dienen halt auch dazu die Lebendigkeit der Sprache zu vermitteln und um die Verbindung zur Sprache herzustellen. Das Goethe Institut hat das begriffen und deswegen engagieren sie Künstler. Natürlich macht es uns auch enorm Spaß und man hat die Möglichkeiten Länder anders kennenzulernen.

Du hast es geschafft, deinen Traum von der Musik zu verwirklichen, was würdest du Jungs und Mädels mit auf den Weg geben, die einen solchen Traum haben?
Nico & Sebo: Jeder soll seinen Traum leben, bzw. dafür kämpfen, egal ob man es schafft oder nicht. Aber versuchen muss man es auf jeden Fall. Wenn man uns fragt, sagen wir aber auch ganz ehrlich, dass es nicht immer Sonnenschein ist. Wenn man sich für seinen Weg entschieden hat, muss man am Ball bleiben. Manchmal braucht man halt noch einen Nebenjob, um die Miete und so Zeug zu zahlen, es ist ein Spagat, der nicht jedermanns Sache ist.
Auf jeden Fall soll man Träumen, aber muss erkennen, dass es harte Arbeit ist.
Was ist dein aktueller Traum?
Meine Träume sind ganz klein! Urlaub und dass ich dieses Jahr noch mein Album veröffentliche, mehr wird nicht verraten!
Lieber Sekt oder Selters? Festival oder Konzert? Stadt oder Land? Machen oder machen lassen?
Selters, Konzert, Stadt & Machen und machen lassen
Wir sagen danke, für einen entspannten Nachmittag mit Nico und Sebo und für die Sonne die im Central Park in der schönen Hansestadt Hamburg strahlte. Und sind sehr gespannt auf das neue Album von Nico Suave, das Ende des Jahres erscheint.

Bio, Bilder und Mucke bekommt ihr unter
www.myspace.com/suavelishes
Sebo ist auch einen Klick wert und vielleicht wird er bald unser neues Stadtlicht….
www.sebomusic.de