…guter Rat(h) ist teuer. Hamburg zeigt ihn euch umsonst!
Mia Bühler by Oliver Rath
Toll sagt da selbst die Schwäbin und würde für den One and Only auch von South to the deepest North reisen. Was soll ich dazu noch groß sagen, für mich ist er einfach der Olli, der sich nur in der ekelhaften, (ehemals) weißen, Feinripp-Unterhose und dem Pelzmantel über mich beugt um noch ein “mach den ernsten Blick Mia” – Foto zu schießen.
Für euch ist er Oliver Rath. Für den ein oder anderen sicherlich schon durch das ein oder andere Schmuddelbild bekannt. Er hat’s mit den halb- bis ganz nackten Fräuleins und natürlich auch die volle Männerpracht zeigt sich gerne entblößt auf seinem Blog. Doch Oli ist viel mehr als ein fotografierender Lustmolch. Bekannheiten und Labels trauen sich vor seine Linse, höchste Zeit für eine dicke Ausstellung seiner Werke.
Oliver Rath in der Viclous Gallery
UBERDING freut sich auf die Ausstellung, mit der Eröffnung am Samstag, dem 9. April, in Hamburg. Jetzt folgen einige Worte zum Künstler und seinen Werken:
Seit sich irgendein Westentaschen-Kreativer dieses Kartengruß-Bonmot „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ ausgedacht hat, verbietet es sich eigentlich, über Oliver Rath auch nur irgendetwas zu schreiben. Geburtsjahr (78), Geburtsort (Heidelberg) – was hat das schon zu sagen? Seine Machermentalität, seine DJ-Vergangenheit, sein Talent, Langeweile an einer Sache in Leidenschaft für eine andere zu übersetzen – alles gut und schön, muss man aber nicht wissen. Sein Do It Yourself-Eifer, mit dem er sich das technische Fundament seiner Fotografenexistenz selbst erschuftet hat (Zitat: „Schreib halt, ich hab viel mit Licht gemacht.“). Seine Ideenwelt, die ihm keine Schule der Welt hätte beibringen können. Sein unter der saumselig-fränkischen Oberfläche brodelnder Wahnsinn – alles schöne Ausschmückungen für Texte wie diesen hier, aber alles schwächer als ein einziges seiner Bilder.

Es sind die Bilder eines Getriebenen. Seine Bildsprache ist durchsetzt mit den Codes eines urbanen Hedonismus und gleichzeitig gebrochen an mal schelmischem, mal beißendem Humor. Es ist eine harte Sprache, eine Sprache ohne diplomatisches Beiwerk und Kompromissbereitschaft, dafür mit ungebremstem Temperament und eleganter Bedeutungsinszenierung. Er bedient sich an allem, was ein gutes Bild ausmacht: An Geometrie, an Kontrast, an Perspektive, an Arrangement. Vielmehr aber ist er ein Virtuose der Dinge, die aus einem guten Bild ein beispielloses Bild machen. Er ist der Advokat der Eindrucksmaximierung. Er findet noch in den kleinsten Gesten die großen Töne. Er kann dir ohne weiteres mit einem Bild ins Gesicht schlagen. Er kann dir aber mit dem nächsten schon die Wunden lecken. Sein Gespür für die richtige Stimmung scheut keine Vergleiche, keine nationalen und auch keine internationalen. Nenn ihn Mann der Stunde. Was rede ich? Nenn ihn den Bildchronisten des Zeitgeistes. Ach ja, was rede ich eigentlich so viel? Gib dir nur eines seiner Bilder und nenn ihn ab sofort deinen Lieblingsfotografen.
Los, gib’s dir!





