So wie es Teenies auf Wänden tun, macht es Lena Reiner heute mit Uberding: Ein bisschen Liebe für die Wand, ein bisschen Liebe für den Blog, ein paar Herzen für euch!
Herzen sind typischerweise rot, das weiß jedes Kind. Und wenn einem die Farbe fehlt, nimmt man eben was Neutrales wie Schwarz. Auch klar. So sieht man das auch bei den ganzen Wandmalereien.

Ich finde es eigentlich ganz schön erstaunlich und auch bezeichnend, wie oft an den beiden Wänden dieser versifften Unterführung mit dem obligatorischen Pisse- (Entschuldigung) URINgeruch (natürlich) die Worte Liebe und lieben zu finden sind – und eben diese mehr oder minder unbeholfen gemalten Herzen.
Ich frage mich: Was sagt es über unsere Zeit aus, dass Wandbemalungen, die oft und gern als überdimensionale Gästebucheinträge benutzt werden à la „Wir waren hier am…“, nun eher einer Aneinanderreihung an Liebesbekundungen gleichen? Ich muss an dieses Graffiti denken, dass man irgendwo auf der Zugfahrt von Friedrichshafen nach Radolfzell draußen an einer Mauer sehen kann. „Ich liebe dich Jenny“, hat da jemand hingesprayt. Riesengroß. Wirklich. Riiiiesengroß. Und ich frage mich, wie viel so ein mit Edding oder Stabilo hingekritzeltes „I <3 U“ dann bedeutet.

Kommt es auf die Größe an?
Oder den Aufwand?
Oder ist die Wichtigkeit einer solchen Bekundung daran zu erkennen, wie illegal sie platziert ist, weil sich dann der Schreiber oder Sprayer einem Risiko aussetzt?

Oder aber ist das auch eine solche Inflation wie dieses „Tschüss Leute, isch liiiieb euch!“, das man im Öffentlichen Nahverkehr oft von Teenies hört? Ich finde, die „Werke“ an den Wänden sprechen da ganz unterschiedliche Sprachen…
Was meint ihr?
Fotos: nächtliche Bahnhofsimpressionen in einer kleinen Stadt am Bodensee irgendwo zwischen Friedrichshafen und Lindau – fotografiert von mir (Lena Reiner) selbst.




















