Eine Versammlung von Nerds mit geschätztem Frauenanteil von ca. 30 % kann wirklich ganz angenehm sein. Kein Anstehen vor den Toiletten, kaum jemand ohne Laptop, iPad oder iPhone in der Hand, ausreichend Kaffee und Themen die meine Gehirnzellen in Wallungen versetzen. Klingt genau nach meinem Geschmack – war es aber nicht ganz.
Ganz ehrlich waren die meisten besuchten Vorträge an 3 Tagen re:publica eher schwach. Viele davon, so zum Beispiel am Donnerstag Abend der Vortrag “What’s Happening Love”, bei dem sich alles ums Flirten via Twitter, kurz “Flittern” drehte war zum Kreischen und sehr unterhaltsam. Auch ein Paar aus den Zuhörern (sie mit blauen, er mit grünen Haaren) outeten sich vor der Masse, sich bei Twitter kennen- und lieben gelernt zu haben. “#hach” und “<3″, was wäre unsere Generation nur ohne die sozialen Medien. Vereinsamt und allein?
Flittern auf der re:publica 2011
How Feminist Digital Activism Is Like the Clitoris
Andere Vorträge wie zum Beispiel “Netzpoesie” waren zum Gähnen und ich musste den Workshop bereits nach 20 Minuten verlassen. Allgemein hatte ich mir von vielen Vorträgen mehr erhofft. Gelernt habe ich nichts, unterhaltsam war einiges und über die Organisation lässt sich auch gut meckern. Ich ärger mich immernoch über die Saalauswahl für sehr spannend erscheinende Vorträge, meiner Meinung nach fanden die alle im viel zu kleinen “kleinen Saal” in der Kalkscheune statt.
Anstehen vor dem kleinen Saal
Doch am Tag 3 ergatterte ich endlich auch mal einen Platz im (viel zu) kleinen Saal und verfolgte das Panel über “YouTube als Zukunft des Bloggings“, vorgetragen von Sascha Pallenberg, welcher nicht nur durch seine locker-lustige Art sondern auch durch seine Frisur überzeugte.
Er berichtete euphorisch über seine langjährige Erfahrung mit Youtube, erzählte wie man jede Zielgruppe für sich gewinnt (heisse Blondinen in Bikini, Tierbabys und Justin Bieber) und motivierte auch mich, euch künftig mit bewegten Bildern auf Uberding zu beglücken. Auch wenn man qualitativ mal nicht die 1a Technik an den Tag legt, oder auch mal Kritik via Youtube-Kommentare kassiert, stellt sich Youtube als Kanal dar, mit welchem sich wirklich heisse Schlitten verdienen lässt. Das wollen wir sehen. Für mich war dies einer der wenigen gute Vorträge.
Nachdem die Heads hinter der re:publica ihr Bildmaterial und die Mitschnitte aufgearbeitet haben, werde ich mich hier nochmal zu Wort melden!
Bye Bye Berlin!





















