Am Samstag war es soweit: Über 27.000 Menschen strömten durch Stuttgarts Straßen, um einige der 95 teilnehmenden Galerien, Museen und Ateliers zu besuchen. Das Wetter spielte mit und so konnte bis in die frühen Morgenstunden Kunst aus den verschiedensten Bereichen genossen und zu guter Musik getanzt werden. Shuttle-Busse brachten die Besucher auch in die entlegensten Winkel, und so wurde selbst das Schweinemuseum gut besucht – wenn auch vorrangig weil Umsteigepunkt. Eine gute Idee fand ich übrigens auch die App, die Smartphone-Besitzer sicher durch die Nacht gelotst hat.
Leider war es zeitlich unmöglich all die Favoriten, die man sich vorher so aus dem Programmheft gepickt hatte, zu besuchen. Ich habe es nur zu fünf der zwölf Projekte geschafft, die ich mir vorgenommen hatte. Besuchenswert ist hiervon auf jeden Fall das Haus der Geschichte und dort besonders die Ausstellung der Fotografien des Reporters Rupert Leser, der 35 Jahre lang für die Schwäbische Zeitung fotografierte. Neben herausragenden Sportfotografien begeisterten mich vor allem die Momentaufnahmen, die zum Beispiel auf dem Rummel (Kettenkarusselfotos!) oder auf Musikfestivals entstanden. Die Ausstellung läuft noch bis zum 11. September – wer sich für (Sport-)fotografie interessiert: hin! In der Staatsgalerie nebenan konnten auch die Ölskizzen und –zeichnungen von John Constable überzeugen.
Mein Highlight des Abends war aber eindeutig die Sonderausstellung „Eating the Beard“ mit Werken des Belgiers Michaël Borremans. Bis zum 1. Mai habt ihr noch Gelegenheit euch die im Württembergischen Kunstverein anzuschauen – ich bin verzückt. Besonders die extrem detailreichen Zeichnungen, der Witz seiner Arbeit und der so entrückte Stil seiner Malerei haben es mir angetan.
Wer dieses Jahr nicht dabei sein konnte hat am 24. März 2012 die nächste Gelegenheit. Aber auch bis dahin lohnt es sich, die Augen offen zu halten wenn es um kleine Art Spaces oder große Ausstellungen geht! Denn Kunst wird erst dann zur Kunst, wenn sie gesehen wird.





















