SUEI’ der Voyeur!
Posted in Arthouse, Closet byJuyan aka SUEI’ arbeitet nun seit geraumer Zeit an seinem Fotoprojekt “Voyeur”. Wir von Uberding haben ihn begleitet und mit ihm gearbeitet. Seine Gedanken zur Fotografie und seine Arbeitsweise hat uns beeindruckt.
Mia: Juyan, wir kannten uns vor unserem Shootingtermin kaum, doch schnell haben wir gemerkt das du eine ziemlich interessante Person bist! Einige Hintergründe zu deiner Person, machen deine Bilder erst zu dem, was sie sind. Beschreibe dich, und deinen Weg zur Fotografie bitte kurz.
Juyan: Also ich bin Juyan (Duy-Anh) und komme aus Vietnam. Ich studiere Audiovisuelle Medien an der HdM in Stuttgart.
Wie komme ich zur Fotografie… puhh… naja… mein Onkel ist Fotograf und von ihm habe ich vor ein paar Jahren Fotografie als altes Handwerk gelernt (Analoge Fotografie). Das gelernte ließ ich dann erstmal 3-4 Jahre schlummern. Jedenfalls fing ich schon früh an, besser gesagt kleiner Bub Bilder aus Mamas Fashion Zeitschriften anzuschneiden und diese zu sammeln.
Vor ca. 1 Jahr bin ich dann wirklich aktiv in der Fotografie geworden. Ich schieße, nach wie vor, gern Analog, aber als Student ist es kaum noch finanzierbar. Meine Zukunft sehe ich aber eigentlich eher im Film, sprich cinematographie. Fotografie ist eher sowas wie eine Kunst für mich… ich verdiene ja damit auch nix, noch nicht.
Ich weiß ich noch nicht genau ob ich wirklich “voll” in die Fotografie will. Bin da etwas eigen. Ich schieß nur das, was mir gefällt. Wir haben z.B. Mediengestaltung und wir mussten dieses Semester einmal für so einen Auftrag Fotografieren – boah das hat mich angekotzt… wir mussten in der Stadt rumlaufen und… (lacht) .
Mia: Apropo analoge Fotografie, dein Equipment ist ziemlich außergewöhnlich. Wie kommt es, dass du Kameras von der neusten, digitalen Spiegelreflex, bis hin zur 3 € – Einwegkamera verwendest?
Juyan: Ja, ich denk’ ich hab einfach eine Schwäche für sowas. Als mein Onkel mir Fotografieren beigebracht hat, zeigte er mir seine Bilder, bei denen er 40-60 Jahre alte Kameras benutzt hatte und ich war erstaunt wie gut diese Bilder waren.
Da ich es ja sowieso Analog gelernt habe, bin ich da auch kleben geblieben. Ich finde man braucht nicht die teuerste SLR um DIE Bilder zu machen. Leute staunen immer wenn ich ihnen zeige mit welche Kameras ich arbeite und sie lachen mich schon etwas aus… weil sie es für einen schlechten Scherz halten.
Klar, digitale Fotografie ist auch was Feines, wenn es schnell gehen soll und es gibt weniger Probleme… beim Film kann vieles schieflaufen… z.B. ist beim Shooting mit dir mein Film gerissen und stecken geblieben – oder das Labor kann deine Bilder versauen, das hatte ich auch schon oft. Aber das digitale Fotografieren macht mir einfach weniger Spass, weil man einfach abdrückt ohne genau zu gucken. Deshalb schieß ich, wenn ich digital schieße immer vollmanuell mit alten Objektiven wo ich auch Manuell Fokussieren kann.
Apropos Einwegkameras – Wer noch die alte Chuppa Chups Kamera zuhause hat – her damit!
Mia: Und nun zu deiner Fotoserie “Voyeur”, wie kamst du zu diesem Thema und was hat dich während deiner Arbeit inspiriert?
Juyan: Ich schieße momentan drei Serien parallel. Eins davon ist das Thema Voyeurismus… Das Thema ist für mich aber noch lange nicht abgeschlossen und wird mich noch etwa weitere 2 Jahre begleiten. Was ihr hier seht ist nur der Anfang.
Ich mochte schon seitjeher keine gestellten Bilder, wo das Model ihren “Posekatalog” durchgeht. Die Fotos, auf denen diese Personen sich scheinbar sich unbeobachtet fühlten, fand ich immer am besten – es ist halt natürlich. Speziell zu diesen Thema wurde ich durch diverse Filme & “Filmchen” (jap.) inspiriert aber auch das tägliche herumfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wie oft kann man es beobachten, wenn eine, sagen wir mal “reizende” junge Frau die S-Bahn betritt und der Familienvater einfach die Augen woanders hat während die kleine Tochter daneben sitzt… sowas erlebt man tagtäglich. Im Grunde sind wir doch alle Spanner – mehr oder weniger. Das hat mich inspiriert und versuche Voyeurismus und Mode zu vereinen.
Mia: Wie man auf deinen Bildern sieht, haben sie alle ein ganz besonderen Stil, was macht dieser Stil deiner Voyeur-Serie aus?
Juyan: Ich muss sagen, dass ich generell alles andere als Hochglanz Bilder schieße. Ich mags einfach nicht wenn Fotos perfekt sind – denn das ist eine Frage der Technik. Halbdraufgedrückt und alles ist Scharf. Bei dieser Serie habe ich vollmanuell mit einem 35 Jahre alten Objektiv geschossen, wo ich manuell mit Augenmaß fokussieren musste – ich wollte mit der Unschärfe, die Hektik des Voyeurs rüberbringen. Denn wer hat nicht Angst erwischt zu werden? Hier hab ich auch die Bildkomposition im traditionellen Sinne missachtet, denn der Zuschauer soll durch seine Augen sehen und für einen Voyeur steht das “Opfer” im Mittelpunkt.
Mia: Vielen Danke für das Interview und für deine Anfrage an mich als dein Model (bzw. Opfer hehe). Wir wünschen dir viel Erfolg im weiteren Ablauf deines Projektes!

Ertappt!
Posted in Arthouse, Uber byVOYEUR, VOYEUR, VOYEUR!
Er beobachtet, sie beobachtet, es beobachtet, wir beobachten, ‘SUEI beobachtet!
Und zwar duch die verschiedensten Linsen, seines eigenartigen Equipments. Von analoger Kamera aus Mamas Kindheit bis digitaler Spiegelrefelx. Er hat sie alle. Und er sieht sie alle!

Er arbeitet fleißig an seinem Voyeur-Fotoprojekt, welches Januar/Febrauar zu sehen sein wird.
Von der Zusammenarbeit mit ihm haben wir bereits berichtet. Ich bin gespannt was ‘SUEI mit seinen Kameras und Models am Ende zu präsentieren hat.

Wir wünschen dir weiterhin viel Spaß und Erfolg bei deinem Projekt!
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