Nachdem wir euch letztens an dieser Stelle unser Gespräch mit Patrick von Inflammable.com vorgestellt haben, folgt diese Woche eine Einschätzung von der anderen Seite des Ozeans. So hat sich uberding für euch mit Sean, Gründer und Betreiber des Houstoner Stores „Sole Purpose“ getroffen.

Streetwear Trends 2013

Auch Sean haben wir zum Einstieg gefragt, ob er denkt, Streetwear sei in den vergangenen Jahren erwachsener geworden. Bevor er unsere Frage beantwortet, weißt er uns jedoch darauf hin, dass für ihn „Streetwear“ die falsche Bezeichnung für die Mode ist, die Sole Purpose verkauft. “I call it men’s wear, cause that’s what it is. Streetwear puts it too close to urban fashion. And what we do is definitely different from urban wear. Calling it “streetwear” just has a negative conotation to it.”

Auch die Deko bei Sole Purpose kann sich sehen lassen – und ist irgendwie dann doch ziemlich texanisch

Der Einfachheit (und weil wir Deutschen nun mal Schubladen lieben) bleiben wir jedoch vorerst bei dem Begriff.

Anders als Denis, mit dem wir letzte Woche gesprochen haben, meint Sean, dass Streetwear in den letzten Jahren auf jeden Fall erwachsener geworden ist. “It’s even in mags like GQ now. It’s everywhere and a lot of luxury brands are biting their style. (…) It is definitely more accepted now and everything is moving to a more mature level, to cleaner looks.” Seiner Meinung nach hatte auch die wirtschaftliche Entwicklung erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Marken und der Szene. Alleine ein paar Shirts zu drucken war krisenbedingt nicht mehr genug für viele um zu überleben.

Bei den georderten Cuts und Designs hält es Sole Purpose bzw. Sean für F/S 2013 weiter clean. So sind seiner Meinung nach große Prints zwar nach wie vor ein Thema, jedoch ist der eigene Kundenstamm eher an cleanen und simplen Designs interessiert.

Generell versucht er keinen Trends zu folgen, sondern nur Marken zu kaufen, die er auch persönlich gerne trägt. “It’s all about comfort. I have to feel comfortable in whatever I wear. I only stock what I wear personally” sagt Sean hierzu.

 

Sole Purpose verkauft als einziger Store in den USA Schuhe von Filling Pieces

Was Outerwear für 2013 angeht, weißt Sean auf die hier bereits vorgestellte Marke Acronym hin, die mit ihrer hohen Funktionalität beeindruckt. Die in Berlin ansäßige Marke ist definitiv einen Blick wert. Alleine schon wegen ihrer beeindruckenden Videos.

Wie auch schon bei Inflammable geht Sean davon aus, dass uns die 90er noch eine Weile erhalten bleiben. Prints werden zukünftig jedoch verstärkt auf dem Rücken zu finden sein, ist man bei Sole Purpose überzeugt ist.

Doch bei aller Liebe für die 90er, die Schnitte werden sich Seans Meinung nach nicht groß ändern. Oder wie die Jungs es formulieren:”We think everything is going to stay true to size. Maybe women’s cloths will be a bit more baggy, but other than that, maybe on some high fashion shit.”

Alles, was man für den Sommer braucht: Shirts von Acapulco Gold über FUCT bis Stüssy

 

Generell meint Sean, dass es im Süden der USA etwas anderst läuft als in anderen Teilen der Welt. “The Japanese influence is way bigger than the European influence when it comes to fashion. Therefore we’re not really influencend by what ever is hot in the Scandinavian countries right now. There are some brands that we really like though. For example Daily Paper or Filling Pieces, both are from Amsterdam.”

Darüber hinaus sieht er im Süden einen gewissen “education process” der gerade statt findet um Kunden an neue Marken heranzuführen. “As far as brand choice is concerned, it’s still sort of an uphill battle for us.”

Natürlich gibt es auch ein paar Trends der letzten Jahre, die bei Sole Purpose auf wenig Verständnis stoßen. „Matching your shirt with your Jordan’s for example. That just has to stop“ sind sich die Jungs einig.

Streetwear Brands 2013

Für 2013 rät uns das Sole Purpose Team vor allem Marken wie Filling Pieces im Auge zu behalten, die mit handgefertigten Sneakers zu überzeugen wissen. Mit diesen arbeitet der Houstoner Store ebenfalls an ein paar eigenen Ideen. Generell will man 2013 die eigene In-House Brand unter gleichem Namen mehr pushen. So ist unter Anderem ein Projekt mit der Südstaaten-Legende Bun B geplant.

Des Weiteren bleiben für ihn auf der Apparell-Seite Marken wie Stüssy tonangebend. “They just come correct with their quality, pricing and products. Can’t beat that.” Für den Denim-Bereich setzt Sole Purpose auf Brands wie Naked&Famous, Acapulco Gold und die japanische Brand Neighborhood.

Sean sieht ebenfalls einen Trend zu in den USA designten Teilen. “American made stuff is big right now. For example “Mister” and “Endless Ammo”, both from San Francisco or “Topo Designs” from Colorado. That is definitely becoming more and more popular.”

Tastemaker

Was Tastemaker angeht, kommen auch bei Sole Purpose die üblichen Verdächtigen wie Hypebeast, Firmament und Highsnobiety zur Sprache. Für die Belegschaft des Stores ist es jedoch ein klares No-Go den Style von Musikern einfach zu kopieren. Ihnen ist es wichtiger, sich wohl zu fühlen in dem was man trägt, als unbedingt einem Trend zu folgen.

Zum Shop Sole Purpose

Sole Purpose wurde 2008 als reiner Sneaker-Store in Beaumont, Texas gegründet. Nach und nach wechselte der Schwerpunkt jedoch von Schuhen auf Klamotten. 2011 schließlich entschloss man sich, nach Houston zu ziehen, da man dort bereits einen großen Kundenstamm hatte.

Heute ist der Store einer der bekanntesten Streetwear-Läden in Texas und führt einige der begehrtesten Brands wie z.B. Raised By Wolves, Daily Paper, Filling Pieces und Naked&Famous.

Zur Person

Sean ist Gründer von Sole Purpose und ursprünglich ebenfalls aus Port Arthur, dem Epizentrum der texanischen Rapszene. Bei Sole Purpose übernimmt er alles vom Verkauf, Einkauf bis zur Einrichtung des Ladens.

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