Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern, wie ich vor wenigen Wochen meine Jungfräulichkeit in Sachen Camping geschildert habe. Nach einer Woche in einem alten VW Bulli hat sich das zum Gegenteil geändert, was natürlich auch an diesem wunderbaren Mann liegt, den ich mir da geangelt habe.

Mit unserem „Peter“, oh ja wir haben lange ein Geheimnis daraus gemacht mit wem wir denn nun durch Irland reisen, haben wir in den letzten Tagen unvergessliche Momente erlebt, die man wohl wirklich nur auf diese Art des Reisens erleben kann. Und auch wenn das „Traveln like a Tramp“ seine negativen Seiten mit sich bringt, würden wir es wieder genau so machen und können euch daher einen Trip mit einem Retro Camper (aus Curtis‘ Garage) weiterempfehlen!

Die Vorbereitung für einen Roadtrip im VW Camper:

1. Der Weg ist das Ziel – das sollte euch klar sein, bevor ihr euch für einen Roadtrip dieser Art entscheidet. Denn man kommt nie wirklich an, ist ständig auf der Reise und entwickelt einen ganz natürlichen Jagd-Instinkt nach den schönsten Plätzen bei denen man ja auch nochmal unbedingt kurz Halt machen muss. Dadurch vergeht natürlich Zeit – wundervolle Zeit!

2. Viele Wege führen nach Dublin, Galway, Kerry… aber um den schönsten Weg zu finden helfen hier ganz klassische Landkarten. Ich war während der Reise das lebende Navi und war selbst erstaunt, wie einfach dieses Karten-Lesen dann doch noch sein kann. Wir haben uns, soweit es die Zeit zuließ, für den spektakulären „Wild Atlantic Way“ entschieden. Die Küstenstraßen sind zwar nicht immer optimal für eine stressfreie Fahrerei – aber WOW, einfach nur WOW!
Die Irland Karte, die wir verwendet haben, wurde von Tourism Ireland erstellt. Alternativ könnt ihr euch auch die Broschüre „Great Irish Road Trips“ kaufen oder sie im App Store herunterladen… aber wenn schon Bulli… dann auch Karten im Oldschool-Look ;)

3. Die richtige Ausstattung: In Irland ist das Wetter sehr wechselhaft und kann sehr rau sein. Wir empfehlen keinen Roadtrip vor April, und selbst jetzt habe ich nachts ab und zu irre gefroren. Wir haben Schlafsäcke und Kissen als Equipment vor Ort geliehen, wer es aber kuschelig warm haben möchte sollte hier selbst sein Outdoor-Equipment mitbringen. Geschlafen haben wir in unseren OnePiece Jumpsuits – die absolut beste Entscheidung, auch wenn sie ziemlich viel Platz im Koffer einnehmen. Es empfiehlt sich auch eine Stirnlampe, vor allem wenn man bei Dunkelheit im Camp eintrifft und sich dann das Schlafgemach erst noch herrichten muss.

4. Die richtige Mode: Die alten VW Camper verfügen nicht wirklich über eine Klimaanlage oder über ein wärmendes Gebläse, daher am besten den „Zwiebellook“ anwenden und alles einpacken von Mützen (die Zugluft während des Fahrens) bis Tanktop! Achso… und wer wie ich keine Pfütze auslassen möchte, dem empfehle ich hübsche Gummistiefel. Bequem kommen die zum Beispiel von „Hunter“ – und können auch ganz stilvoll im Restaurant angelassen werden ;)

5. Essen und Trinken: Die VW Bullis sind mit Gaskochern ausgestattet. Wir haben uns überwiegend von Porridge, weißen Bohnen in Tomatensoße, Obst, Wasser (am besten vor Ort direkt einen Kanister kaufen), Aufbrüh-Kaffee und Guinness ernährt ;)

Auf den irischen Straßen mit dem VW Bulli:

6. Achtung: Linksverkehr! Das bedeutet (meistens) auch, dass sich das Lenkrad auf der rechten Seite befindet und nicht nur links gefahren wird, sondern auch mit der linken Hand gekuppelt werden muss. Bei einem alten Bulli ist das kein Zuckerschlecken, und auch die Bremsen und das Lenkrad ohne Servo-Lenkung sind natürlich gewöhnungsbedürftig. Ich war froh, meinen starken Mann am Steuer sitzen zu haben und empfehle diesen Trip ehrlich gesagt immer nur mit starker, männlicher Begleitung oder zumindest mit Linksfahr-Erfahrung, denn auch die Straßen des „Wild Atlantic Way“ sind nicht unbedingt für zimperliche und ängstliche Fahrer geeignet.

7. Home Sweet Home, so findet ihr die schönsten Campingplätze in Irland: Wildcampen ist auch in Irland illegal. Zumindest in der Theorie. In der Praxis stört es die Iren jedoch herzlich wenig ob und wo gecampt wird. Land gibt es genügend, und solange ihr euch am gesunden Menschenverstand (was Müll etc. angeht) orientiert ist das auch völlig okay. Sieht das Land nach Privatbesitz aus (hier weiden Kühe, das Land ist sehr gepflegt) eignet es sich jedoch freundlich nachzufragen oder einen „wilderen“ Platz zu finden. Nicht zu empfehlen sich Plätze nähe eines Berges oder nahe der Klippen, da das Wetter in Irland doch sehr rau werden kann und auch nachts mal ein richtig starker Regen eintreffen kann. Empfehlen würden wir nach unserem Trip die Region südlich von Westport! Wer mit dem Bulli ohne Zelt unterwegs ist und ab und zu auch mal „Strom tanken“ möchte sollte jedoch offizielle Campingplätze aufsuchen. Uns hat die Nacht zu zweit mit Bulli und Strom durchschnittlich 25,00 € gekostet. Zuletzt konnten wir mit Wellenrauschen und dem Blick aufs Meer durch die Frontscheibe einschlafen!
Eine Übersicht über die schönsten Camping-Plätze findet ihr online beim „Irish Caravan & Camping Council„, wir haben uns allerdings für die gedruckte Variante entschieden (bekommt ihr auch vor Ort). Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Campingplatz vor 21 Uhr aufzusuchen. Bei „Salthill“ in Galway standen wir trotz offizieller Öffnungszeit bis 22 Uhr vor verschlossenen Toren.

8. Und W-Lan? Leider sind bisher die wenigsten Camping-Plätze mit Wi-Fi ausgestattet. Auch unser mobiles Wi-Fi Gerät was wir geliehen hatten, funktionierte leider nicht. Daher waren wir auf unseren eigenen Mobile-Vertrag angewiesen. Ich kaufte für eine Woche zwei mal den „Week Pass“ für 150 MB Datenvolumen (danach langsame Flatrate) für 14,95 € und etwa fünf mal den Day Pass für 2,95 € (T-Mobile).

Geflogen sind wir übrigens recht günstig mit Aer Lingus. Und wenn ihr einen Retro Camper gebucht habt, holt euch direkt am Flughafen ein netter Herr (hello John!) ab und fährt euch ca. 30 Minuten zu Curtis‘ Garage!


Fotos © uberding. Um uns diese Recherche-Reise zu ermöglichen hat und Tourism Ireland bei der Organisation unterstützt – was die Art und Weise unserer Berichtseratttung hier aber nicht beeinträchtigt. Vielen dank für die Unterstützung, Irland werden wir nie vergessen und bestimmt wiederkommen!

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