In meinem engen Bekanntenkreis drehen sich die Diskussionen immer häufiger um eines: Die vegane und vegetarische Ernährung. Ich sehe dieses Thema längst nicht mehr als Modeerscheinung sondern als ernstzunehmende Einstellung an. Ich bin schon seit meiner Kindheit ein Gemüse-Mädchen. Bei Fleisch und Wurst stellen sich mir die Nackenhaare auf. Auch wenn ich nie darüber nachgedacht habe warum das so ist, ich war nie eines der Kinder die sich beim Metzger um die Ecke mit großen, erwartungsvollen Augen ein „Rädle Wurscht“ abholte. Trotzdem bezeichnete ich mich nie als Vegetarierin. Denn mal ein leckeres Putenfleisch vom Grill oder einen leckeren Fisch im Urlaub am Meer – das war für mich okay. Typisch? Stehen unsere eigenen Bedürfnisse und Gelüste denn in unseren Prioritäten immer weit über der Ethik? Oder sollten wir dann vielleicht am besten gar nichts mehr essen?

„Der größte Irrtum vieler Vegetarier und Veganer ist, dass für ihre Ernährung niemand sterben müsse. (…) Pro Kilo nutzbaren Proteins aus Getreide werden 25 mal mehr fühlende Wesen getötet als durch nachhaltige Fleischproduktion.“

Denn auch Vegetarier und Veganer sind Mörder. Und bevor ich jetzt ganz tief in die Wissenschaft, in Statistiken und Forschungsergbnisse einsteige verweise ich auf einen heiß diskutierten Blogeintrag von Felix Olschewski.  Und ich finde es wichtig – heute wichtiger denn je, dass solche Themen diskutiert werden. Dass diese Themen in unser Bewusstsein rücken. Denn dieses „sich bewusst sein“ und unsere Bildung über unsere täglichen Nahrungsmittel, woher diese kommen und vor allem über das „wie“ diese „Produkte“ auf unsere Teller kommen ist doch eigentlich das was vielen, mir eingeschlossen, noch etwas fehlt.

Trotzdem werden Nachhaltigkeit und Gesundheit heute so groß geschrieben, dass wir alles weitere oft vergessen. Plakativ leuchten uns diese Worte entgegen. Da greifen wir hin. Aber auch nicht zu vergessen ist der Genuss – und zwar der ganz bewusste. Rauchen ohne Qualm, Essen nur noch mit schlechtem Gewissen. Haben wir verlernt wie bewusster Genuss funktioniert? Haben wir verlernt auf die Bedürfnisse unseres Körpers zu hören? Denn ich denke darin liegt der Schlüssel, welchen unsere Generation verstärkt zu suchen pflegt. Brauche ich täglich dieses Drecksfleisch aus dem Discounter? Muss ich jetzt im Dezember Mandarinen in horrenden Mengen futtern, weils halt so üblich ist? Und die Milch? Tut die meinem Körper eigentlich wirklich noch gut? Nein, aber wir stopfen es trotzdem in uns hinein, denn manchmal bestimmt eben doch das Angebot die Nachfrage. Beim Essen mehr denn je.

Industrie bietet Alternativen an – der große traditionelle Wurstproduzent Rügenwalder Mühle zieht mit

Und während wir das „gesunde Mittelmaß“ verlernt haben – und das was für unsere Gesundheit tatsächlich wichtig ist nie wirklich hinterfragt haben – machen wir eben genau so weiter? Schluss damit! Der Milch habe ich abgeschworen und bin längst auf Alternativen wie Mandelmilch umgestiegen. Und ich schaue mir zum Beispiel gerade das neue Angebot von der Rügenwalder Mühle an. Ihr wisst schon, die mit dem romantischen roten Logo, der Windmühle mit Wurstflügeln. Und was kommt mir da in die Hände? Die Veggie Wurst!

Natürlich ist Rügenwalder Mühle nicht der erste Anbieter von vegetarischem Aufschnitt. Aber das Unternehmen ist der erste große traditionelle Wurstproduzent, der diesen Schritt in die Richtung der vegetarische Ernährung wagt – und damit nur gewinnen kann. Vegan ist hier noch nicht das Thema, denn die Wurst besteht aus beinahe 70% Eiklar – aber der Geschmack ist verblüffend. Verblüffend echt – und mit welchem Slogan wirbt der Wurst-Liebling? Na klar, mit „Fleischfrei genießen“. Der vegetarische Schinken Spicker ist bei uns im heimischen Kühlschrank angekommen. Hat seine volle Akzeptanz – und unseren vollen Genuss. Wäre es nicht schön, wenn das häufiger so wäre? Ersatz ohne Verzicht auf das, worum es beim Essen doch eigentlich geht: Um den Genuss und um die wichtigen Inhaltsstoffe, die unser Körper zum Funktionieren braucht.

Ich bekenne mich als Flexitarier und Veggie Wurst Liebhaber

Als Flexitarier werden Menschen bezeichnet, die den Verzehr von Fleisch und Wurst schon verringert haben oder dies in naher Zukunft planen, aber nicht komplett darauf verzichten wollen. Mir geht es nicht ums „entweder oder“, mir geht es ums „was und wie“. Und solange ich einmal die Woche mit gutem Gewissen einen Fisch für mich oder ein Steak für den Liebsten brutzeln kann ist das in Ordnung. Für die Wurst haben wir jetzt schon einen vollwertigen Ersatz gefunden. Wobei ich auch hier die industrielle Herstellung des benötigten Eiklars hinterfrage.

Das gesunde Mittelmaß gewinnt. Ein bisschen (und damit meine ich ein bis zwei Mal die Woche) Fleisch und Fisch ist okay. Das Recherchieren und Hinterfragen empfiehlt sich – und dann entscheidet der Schalter in unserem Kopf doch ganz von selbst, ob wir das noch genießen können oder ganz plötzlich dann doch nicht mehr brauchen.


In Kooperation mit Rügenwalder Mühle.

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