Seit ich vegan lebe, backe ich deutlich öfter als früher, denn: während Eier ein Frischeprodukt sind, das ich praktisch nie zuhause hatte (Ei pur mochte ich nie sonderlich), musste ich Backpläne immer schmieden, wenn noch ein Laden geöffnet hatte… Mit meiner Veganisierung 2010 habe ich mir Sojamehl angeschafft. Klasse Sache. Das Zeug hält praktisch ewig und ist sehr einfach als Eiersatz zu handhaben.

Jetzt kam aber die Tage dank eines Versehens (Sojamehl landete nicht im Teig) die Erkenntnis: Man braucht oft weder Ei noch Eiersatz! Und nach ein bisschen Recherche haben das viele tolle Rezepte bestätigt. Vegan backen, und das ohne Eiersatz – umso besser!

Klar gibt es weiterhin Rezepte, die klappen ohne Eiersatz nicht, weil dieses eine wichtige Rolle für die Konsistenz spielt (beispielsweise bei Biskuitteig – mit Sojamehl geht’s ohne Schlagen viel schneller und genau so fluffig!), aber im Allgemeinen kann ich sagen: Backen ohne Ei(ersatz) ist einfach klasse. Und: es schont den Geldbeutel.

Und ich dachte mir: vielleicht testet ihr es auch mal, auch wenn ihr nicht vegan leben wollt – der Einfachheit halber vielleicht? Ich bin auf Erfahrungsberichte gespannt! Hier meine aktuellen drei Lieblingsrezepte mit ohne ;) Ei:

Vegan backen: Der „Geht immer“-Kuchen (für eine Springform)

Ca. 150g Margarine (Alsan Bio ist von der Konsistenz super, weil fest genug wie kalte Butter „damals“, aber Sojola geht auch super), ca. 250g Mehl, 1 TL Backpulver, 3 gestrichene EL Zucker, 50 ml Wasser zu einem festen Teig geknetet (von Hand!) und ab in den Kühlschrank (muss aber nicht lang sein, schmiert dann eben nur mehr beim in die Form packen).

Für die Streusel nehmt ihr 6 EL Zucker (oder mehr), ca. 150 g Mehl, Zimt und ca. 80 g Margarine und verknetet das Ganze wieder von Hand (muss bisschen bröckelig bleiben, solange die Margarine kalt ist), auch diese Masse kommt dann erst einmal in den Kühlschrank.

Beim Belag könnt ihr eigentlich alles Obstige kleinschneiden und drauflegen, beispielsweise für einen Apfelkuchen bräuchtet ihr: zwei große Bodenseeäpfel geschält, dünn geschnitten, in einer Pfanne mit Agavendicksaft kurz angeschwitzt. Birnen schmecken dünn geschnitten mit einer Masse aus Mandel- oder Haselnusskrokant und Nussmehl in Agavendicksaft bestrichen extrem lecker, aber es machen sich auch ganz simple, abgetropfte Glaskirschen gut als Belag. (Ein bisschen Flüssigkeit muss immer sein! Sonst wird der Kuchenboden zu trocken.)

Dann wird natürlich die Form gefettet, der Teig reingedrückt, das Obst kommt drauf, der Streuselteig wird drauf gebröckelt und ab in den Ofen damit. Bei 160 Grad Umluft (ohne Vorheizen) braucht der Kuchen gute 50 Minuten.

Veganer Hefezopf ohne Ei

250 ml Soja-, Hafer- oder Reismilch auf dem Herd leicht erhitzen (lauwarm ist genug), einen Hefewürfel reinbröckeln und gut verrühren, bis die Hefe aufgelöst ist. 500 g Mehl, 90 g Zucker und eine große Prise Salz vermengen. 80 g Sojola oder Alsan Bio dazugeben, die lauwarme Hefebrühe dazukippen und mit einem ganz normalen Rührgerät solange rühren, bis man einen glatten, elastischen Teig hat. Ich mische immer noch Rosinen und Mandelstifte mit hinein. Das macht sich eigentlich immer gut.

Vollkornmehl macht sich in dem Teig auch prima! Jedenfalls lasst ihr den Teig dann eine gute Stunden an einem warmen Ort abgedeckt ruhen, formt drei Stränge draus, flechtet das Ganze. Dann mit ein wenig Pflanzenmilch bepinseln und dekorieren (ich nehme gern Hagelzucker und… wieder Mandelstifte dafür). Dann bei 180 Grad Umluft oder 190 Grad Ober- und Unterhitze rund 25 Minuten backen. Fertig!


Vegane Pfannkuchen (Rezept von Björn Moschinski)

350 ml Sojamilch, 120 ml Sojasahne, 250 g Mehl, 2 EL Zucker, 1 Messerspitze Zimt und 1 Packung Weinsteinbackpulver vermengen und in der Pfanne (die ihr mit 4 EL Öl dünn fettet) goldbraun backen. Achtung! Sie gehen ordentlich auf. Nehmt also nicht zu viel Teig.

Und ein kleiner Vorweihnachtstipp für Backfaule: Michelle backt ganz wunderbare (natürlich vegane) Lebkuchen! Die könnt ihr bei ihr bestellen :)

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