Ich muss ja sagen, vor dem Programmpunkt „Glacier Walk Sólheimajökull“ unserer von TUI Wolters organisierten Autoreise „Südisland kompakt“ graute es mir ein bisschen. Ich war das erste Mal in Island. Und Island im Winter ist wundervoll – aber das Wetter zu dieser Zeit kann natürlich auch ganz schön fies sein. Ich recherchierte und las von eisigen Winden, von Schneefall, von Eis, von beschlagenen Linsen, von Akkus die sich entladen und von eingefrorenen Ladekabeln. Wie also sollte ich mich auf eine „professionelle Gletscherwanderung“ vorbereiten? Und werde ich mich als Greenhorn vor dem Guide total zum Affen machen? Ich war noch nie auf einem Gletscher und als ich dann, eingepackt in meine lange Unterhose, an unserem abgemachten Treffpunkt – einem Café, welches aber eher ein abgeschlossender Container war – ankam hatte ich immer noch Zweifel ob ich diesen Ausflug ohne Frostbeulen überstehen würde.

Ich bin ein Strandkind, ich liebe es mir so wenig wie möglich, beziehungsweise nur so viel wie nötig anzuziehen. Ich mag warmes Wasser und die warme Sonne auf meiner Haut. Aber egal, wir standen nun also mitten in Island. Die Landschaft war herrlich und Thies marschierte, dick eingepackt in riesengroßen Sorel Boots schon eifrig umher.

Ich verkroch mich dann doch lieber noch mal kurz in unseren SUV. Schnell den Motor noch mal anmachen um die letzten Minuten der wärmenden Sitzheizung ein letztes Mal zu genießen. Und dann ging es los. Unser Guide wartete an seinem Bus. Und juhu, ich ergatterte eine windfeste „Überschlupf-Hose“. Eine echt gute Entscheidung. Als die allerbeste Anschuffung stellte sich jedoch meine Peak Performance Jacke heraus. Federleicht das Teil, dünn und trotzdem so warm und vor allem windfest. Nachdem wir unsere Krallen mit Hilfe unseres Guides angelegt hatten, konnte es dann auch losgehen.

Die Gletscherzunge Sólheimajökull an der Südküste Islands

Nach einer kurzen Einweisung zu unserer Ausrüstung („immer schön breitbeinig marschieren damit man sich nicht selbst die Spikes in die Knöchel haut“) stapften wir los in Richtung „Blaues Eis“. Mit unseren Spikes an den Schuhen, die knirschend im zerklüfteten, rauen und Jahrtausend alten Gletschereis verschwinden.

Die verschiedenen Eisformationen sind lebendig und haben sich im Laufe von nur einem Jahr um circa 200 Meter weg bewegt, erzählte uns Hlynur unser Guide. Die scheinbar unendliche Weite auf dem Gletscher ist unglaublich – der Wind oben auf dem Plateau ebenfalls.

Und wenn dann das Walkie-Talkie des Guides plötzlich nur noch knackt und knarrt und die Verbindung zu den anderen Guides abbricht, dann ist das Abenteuer-Feeling perfekt. Wir zogen unsere Kapuzen fester zu und machten uns weiter auf den Weg durch das Eis. Immer schön artig dem Guide hinterher, um nicht in eine der verschneiten Spalten zu fallen.

Die Gletscherspalten mit ihren faszinierenden Einblicken in die Tiefe sind unvergessliche Erlebnisse! Und wer mehr Nervenkitzel mag, der lauscht dem Guide und seinen Erzählungen zum Vulkan Eyjafjallajökull. Dessen Ausbruchstelle ist nicht weit entfernt und der Vulkan sorgte im April 2010 für großes Aufsehen. Die Spuren des Vulkanausbruchs sind auf dem Eis zu sehen. Und zeitlich gerechnet sollte es schon ganz bald wieder einen großen Vulkanausbruch geben. Die Forscher sind bereit. Aber so ganz genau lassen sich die Launen der Natur natürlich nie planen! Ganz in der Nähe des Solheimajökulls lassen sich die schönen Wasserfälle Skógafoss und Seljalandsfoss besichtigen – haben wir natürlich auch gemacht. Aber dazu bald mehr.

Eine etwa 3-stündige, geführte Exkursion auf dem Gletscher lässt sich im Voraus, zum Beispiel über TUI Wolters buchen, und genau so haben wir das gemacht. Wir hatten das Glück, unseren Hlynur von „Iceland Mountain Guides“ ganz individuell beanspruchen zu können, da wir nur zu dritt unterwegs waren. Vor allem im Winter ein echtes Abenteuer, welches wir so schnell nicht vergessen werden!

Checklist: What to wear?

Wichtig ist es, Wind- und wasserdicht verpackt zu sein. Der Scheefall ist nicht still und sanft wie wir ihn aus Deutschland kennen. Es ist eher ein Mix aus Hagel und Schnee und kann unberechenbar plötzlich und sturmartig auftreten. Während die Temperaturen zwischen den Eisbergen ganz angenehm irgendwo knapp unter Null lagen, ist es auf dem Plateau windig und eisig kalt!

Wir empfehlen:

✓ Mindestens zwei paar Socken

✓ Winterliche Snowboots, wie zum Beispiel von Sorel

✓ Ich trug gefütterte Dr. Martens, die meine Füße warm hielten

✓ Warme, winddichte Jacken die eure Bewegungsfreiheit nicht einschränken, wie meine Silvertip Jacke von Peak Performance mit hoher Isolierfähigkeit und intelligenter Thermocool®-Füllung

✓ Einen Oversize-Schal, der bei heftigem Schneefall oder Wind auch über Mund und Nase gezogen werden kann

✓ Zwei paar Handschuhe, ein dünnes Paar um ein besseres Gespür für die Kamera und Equipment zu haben und darüber dicke Schneehandschuhe

✓ Wir empfehlen auch Schnee- bzw. Boardhosen – im Notfall kann das aber auch vor Ort ausgeliehen werden

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