Festival-Time! Ich hatte in meinem Vorbericht ja schon erzählt, dass ich bisher noch nie auf einem richtigen Musik-Festival war, und dementsprechend schon irgendwie voller gemischter Gefühle aufs Southside hingefiebert. Wie würde es sein? Ich liebe Livemusik – aber ist auch das ganze Drumherum etwas für mich? Zunächst war ich dann am Donnerstag/Freitag erstmal im Schockzustand: Das erste Festival stand an und es regnete in Strömen, na super! Auch als ich Samstagvormittag zu Daniel ins Auto stieg war ich wenig optimistisch, und so hieß unser erster Stop auf dem Weg ins südliche Niemandsland „OBI“. Gummistiefel kaufen hielt ich für die wohl sinnvollste Vorbereitung auf das Southside.

Wie jetzt, Samstag?! – das wird sich der ein oder andere hartgesottene Festivalgänger nun wohl fragen. Aber richtig gehört, wir hatten uns entschieden, nur Samstag und Sonntag mitzunehmen, Freitag war die ellenlange To Do List im Office noch wichtiger und außerdem war Daniel erst früh morgens wieder aus dem Urlaub in Abu Dhabi zurückgekommen. So verpassten wir leider Florence and The Machine, trafen dann aber pünktlich ein, um Big Sean, Labrassbanda, Parov Stelar, The Gaslight Anthem, Alt-J, Placebo, Deadmau5 und Casper zu erleben.

Unser Samstag auf dem Southside Festival

Für Casper hat es dann leider nicht ganz gereicht, da war das Zelt der Red Stage schon zum Bersten gefüllt, als wir uns dorthin auf den Weg machten. Alle anderen konnten wir aber zumindest kurz sehen und auch das Wetter spielte mit – ein Festival-Einstand der Spitzenklasse sozusagen, zumal Parov Stelar für mich als Elektroswing-Fan das absolute Highlight war. Aber auch sonst hatten wir einen 1a Abend und mussten unsere Gummistiefel gar nicht einsetzen, Schlamm gab es nur für die, die ihn auch unbedingt wollten. Wir hingegen kehrten mit der Dämmerung im Jägermeister Gasthof ein, wo wir mit zahlreichen Drinks vom Balkon aus einen klasse Überblick über das Spektakel hatten. Mein Learning des Abends übrigens: Cappuccino mit Jägermeister schmeckt geil und schiebt gleichzeitig auch die an, die langsam müde werden.

Nötig hatte ich den Cappuccino aber nicht. Die Stimmung war bei Daniel und mir ganz am Anschlag, spätestens dann, wenn der Hirsch auf dem Dach zu röhren begann und der Jägermeister Resident DJ nice Hits aus der dicken Anlage ballerte. Die Menge bebte und wir sprangen durch die Gegend dass es an ein Wunder grenzte, dass der Balkon den Dance-Vibes tatsächlich standhielt!

Bin ich nun ein Festival-Typ?

So ganz allgemein würde ich sagen: Nein. Das Campen im Matsch, die komplett fertigen Dudes, die einen mit schiefem Blick schier umrennen – all das ist nicht so meins, dazu muss ich stehen. Aber als Tagesausflug mit festem Schlafplatz woanders und einer so genialen Anlaufstelle auf dem Festival wie dem Jägermeister Gasthof habe auch ich Spießer verdammt viel Spaß gehabt! Das letzte Festival war das Southside 2015 aber auf jeden Fall nicht! Schließlich muss ich unbedingt mal noch eins mit Sonne erleben, dann werde wohl auch ich zum wilden Festivalhüpfer!

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