Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Mal in New York. 2010 war das, direkt nach dem Abi mit der Family über den großen Teich geflogen und als Kick-Off einer großen USA-Reise erstmal ein paar Tage im Big Apple verbracht. Ohne Plan und typisch touristisch lief das ganze ab und vielleicht muss es das ja auch. All die Sehenswürdigkeiten wollen eben in ein paar Tagen gesehen werden und für NYC-Frischlinge ist es vielleicht auch gar nicht so schlecht, in einem Hotel in der Nähe des Times Square unterzukommen – man möchte ja mitten drinnen sein im Trubel!

In Sachen Food war das damals aber ein absoluter Reinfall. In Midtown West gibt es zwar unendlich viele Restaurants – die Menge an Touristenfallen ist aber immens und wie soll man denn unterscheiden zwischen gut und schlecht? Selbst Yelp und Co. helfen da oft nicht weiter, vielen Touristen ist es offensichtlich lieber, möglichst viel auf dem Teller zu haben, als möglichst lecker. Und neues ausprobieren? Bekanntlich auch nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung deutscher Pauschaltouristen, die am liebsten ihr altbekanntes Schnitzel auf dem Tisch haben.

Was essen echte New Yorker?

Es ist also schwer, so viel können wir festhalten. Und dann ist da ja noch das gute alte Vorurteil, dass Amis eh nur ungesunden Mist essen. Alles frittiert und am besten mit maximal viel Zucker, Fett und künstlichem Aroma. Nachdem ich aber letztes Jahr 10 Monate in New York gelebt habe, habe ich mich vor dieser Reise zurück in die verrückte Metropole unter anderem auch auf das Essen gefreut. Weil es eben nicht das ist, was ich 2010 als ahnungs- und orientierungsloser Tourist erlebt habe, sondert so bunt wie an kaum einem anderen Ort der Welt.

Man merkt, dass der Euro gerade einen schweren Stand hat und so fühlt sich bei einem miesen 1.1 Kurs alles ganz schön teuer an. Als ich letztes Jahr nach NYC zog, bekam man für einen Euro noch 1,35$ – also konnte man für 10€ auch noch einen guten Burger essen. Nun ist alles ein bisschen teurer – doch man fährt ja schließlich nicht zum Sparen in den Urlaub, gerade wenn es nach NYC geht. Denn in einer Stadt, in der sogar die Bewohner meistens ins Restaurantgehen und einfach dafür leben, bei Drinks und gutem Essen das Leben zu genießen, sollte man das als Besucher erst Recht tun!

Meine Tipps fürs Essen gehen in New York

Es muss beim besten Willen kein ungesundes 0815-Food sein in New York, soviel steht fest. Es kann aber durchaus deftiges, ja auch schweres Soulfood sein, wenn man denn schonmal solche Möglichkeiten bekommt. Im Folgenden stelle ich euch meine liebsten Restaurants vor, in denen man mit Freunden ruhig ein bisschen Zeit zum Dinner verbringen kann. In einem extra Beitrag habe ich euch ja schon berichtet, wo ihr schnelle und trotzdem leckere Snacks für zwischendurch bekommt, zum Lunch zum Beispiel. Und das Thema Health Food wurde dort dann auch genauer behandelt. Ist ja wieder eine andere Welt.

Burger in NYC

Ich hab euch ja bereits einen Burger-Guide geschrieben und muss sagen, dass der für mich auch nach über einem Jahr noch absolute Gültigkeit besitzt. Zumal alle dort vorgestellten Restaurants preislich völlig in Ordnung sind. Und mein Favorit ist und bleibt Bareburger, dort waren wir gleich am ersten Abend in NYC wieder und mein Burger mit Beed, Country Bacon, karamellisierten Zwiebeln und ordentlich Käse hat mich direkt wieder auf Schmackofatz-Wolke 7 katapultiert! Und fuck yeah, Burger gehören in Amerika eben einfach dazu, ob man gerade am Bikini-Body arbeitet oder nicht. Und Bareburger ist Bio, also gut für euch!

Europäisches Essen in NYC

„European Food“ – das ist hier eine ganz verrückte Sache. Die Amis nennen das häufig so und da sind auf jeden Fall auch Einflüsse vorhanden. Aber man hat hier keinesfalls ein deutsches Schnitzelrestaurant zu erwarten, keine Angst. Vielmehr sind diese Restaurants eine angepasste Form und es gibt Delikatessen, nach denen man in den meisten europäischen Restaurants lange suchen kann. Die Atmosphäre ist häufig ein bisschen Paris, gemischt mit Multikulti. Die Menschen sitzen teilweise mit wildfremden an riesigen Tischen, alle schnattern fröhlich durcheinander und genau das macht die Vibes aus.

Die Tage waren wir zum Beispiel im Café Select. Wunderschönes, kleines Restaurant zwischen SoHo und East Village, das uns eine New Yorker Freundin als „German Restaurant“ zeigen wollte. Es stellte sich dann heraus, dass die Wurzeln eigentlich aus der Schweiz kamen, mein Bruder aß Zürcher Geschnetzeltes mit Spätzle und für mich gab es das beste überhaupt: Pochiertes Ei auf Toast mit Pilzen. Hatte ich in Europa ehrlich gesagt noch nie, ist aber der absolute Wahnsinn! Dann gibt es da noch das Balthazar, ein französisch inspiriertes Steakhaus in der selben Gegend. Die Steaks sind sowas von genial und ist man in einer Gruppe unterwegs, sollte man sich ernste Gedanken über den Seafood-Tower machen. DAS ist Foodporn!

Frische Fleischbällchen unterschiedlichster Art, ob als Sandwich oder mit Spaghetti gibt es im the Meatball Shop. Dort dann auch unbedingt die Ice Cream Sandwiches als Dessert probieren! Und ebenfalls italienisch angehaucht geht es bei Bread in der Spring Street zu. Dort habe ich mich jedes Mal aufs neue in die Panini mit gegrilltem Gemüse verliebt.

Nicht so wirklich europäisch ist das Café Mogador in Williamsburg. Die Gründer waren Marokkaner und so stehen leckerste Grillteller, Hummus, Babaganoush, Taboulé und andere Köstlichkeiten auf der Karte. Die Atmosphäre ist aber ähnlich wie auch bei Balthazar oder Café Select sehr kosmopolitisch, die Drinks fließen und das Café Mogador ist immer eine gute Anlaufstelle. Ob zum Früstück, zum Dinner oder um nach einer After Work Party nachts noch etwas deftiges zwischen die Zähne zu bekommen und mit einem Gin Tonic die Nacht ausklingen zu lassen.

Asiatisches Essen in New York

Es liegt nahe, dass es in einer Stadt wie NYC dank vieler asiatischer Einflüsse gutes asiatisches Essen gibt – und das ist auch richtig. Ob edel und ausgefallen im „Sex and the City“ Tempel Buddakan oder Sushi von Soto, das Angebot ist groß.  Absolut zu empfehlen ist auch das frische, dampfende Pho bei Saigon Shack im Greenwich Village. So ist für jeden Geschmack ist etwas dabei und allein die Vielfalt an asiatischen Köstlichkeiten reicht wohl aus, um sich wochenlang durchzukosten.

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