Ein langes Wochenende auf den Seychellen muss man optimal nutzen. Außer auf Mahé habe ich es dieses Mal auf keines der anderen 115 Eilande geschafft, dafür habe ich mir aber die 28 Kilometer lange und acht Kilometer breite Hauptinsel extra genau mit dem Auto und dem Katamaran angesehen. Meine Travel Highlights auf Mahé verrate ich hier!

Victoria Market – wo ihr den leckersten Tee bekommt

Die seychellische Hauptstadt Victoria liegt eng gedrängt zwischen Bergen und Meer und ist wirklich klein. Der Titel „Hauptstadt“ sollte also keinen falschen Eindruck erwecken. Victoria ist vor allen Dingen Sitz von Behörden und Geschäften, so wirklich lebt von den Einheimischen niemand hier. Die Bewohner der Seychellen kommen vor allem zum Einkaufen her. Genau das sollte man auch so machen und nebenbei gute Laune tanken. An den Straßenecken bleiben die Menschen stehen, um sich zu unterhalten, die Häuser haben bunte Fassaden, die nach leckeren Eiscremesorten aussehen und in der ganzen Stadt findet sich kein einziger der üblich verdächtigen Einkaufsläden, die aus deutschen Innenstädten oft Einerlei machen. Eine konkrete Sache solltet ihr euch in Victoria auf jeden Fall nicht entgehen lassen. Immer montags bis samstags findet ab 5.30 Uhr bis in den frühen Abend der Victoria Market statt. Die Händler verkaufen im Innenhof frisches Obst, Gemüse, frischen Fisch, Gewürze und Tees, ein paar Läden im Obergeschoss haben bunt gefärbte Sarongs, die sanft im Wind schwingen. Ich mag das Gewusel, die Farben, das Stimmengewirr. Großes Plus: trotz eines Samstag war es nicht unangenehm überfüllt! Ich habe nur leider falsch eingeschätzt wie gut der Vanilla Tee auch Zuhause noch schmecken würde und frage mich jetzt wie ich an Nachschub komme.

Geschichte und Geschichten – wo es die schönste Aussicht gibt

Vor den Toren der Stadt liegt übrigens der älteste historische Ort der Insel, der Bel Air Cemetery. Der Friedhof ist ein wenig wie der Père Lachaise in Paris und erzählt Geschichten aus der Vergangenheit und manchmal auch über die Abgründe in uns Menschen. Während er heutzutage nicht mehr genutzt wird, wurde hier zum Beispiel der „Riese“ Charles beerdigt, der von seinen Nachbarn aus Angst vor seiner Größe vergiftet worden war. Heutzutage ist Bel Air jedenfalls ein ruhiger Ort, einer zum kurz Innehalten mit Hügeln und Palmen, die Schatten spenden. Kurz durchatmen und weiter geht’s! Der allerschönste Aussichtspunkt befindet sich im Morne Seychellois National Park bei den Ruinen von Venn’s Town. Ende des 19. Jahrhunderts waren hier die Kinder befreiter Sklaven unterrichtet worden, was einen Hinweis auf die kolonialistische Geschichte des Inselstaates liefert, der selbst erst zu Frankreich und dann zu England gehörte. Heute ist Venn’s Town ein mystischer Ort, der einen in seinen Bann zieht. Ein kurzes Stück auf satten grünen Wegen und plötzlich öffnet sich der Blick und man schaut über die Wipfel der irgendwie nur im Süden vorhandenen Albesia-Bäume in die Ferne bis irgendwann das Land aufhört und das Meer in tiefem Blau leuchtet. Bäm, hier will man am liebsten bleiben.

Vitamin Sea – Lunch mit Aussicht und die größten Wellen

Lunch with a view? Tja, wir sind hier auf den Seychellen. Eigentlich ist es egal, wo man den Kopf hindreht, atemberaubend schön ist es so gut wie überall. Einen ganz konkreten Tipp habe ich natürlich auch gesammelt. Direkt am Meer mit weißem Sandstrand liegt das Delplace. Einmal Tapas, Meeresfrüchte und Blick auf eine Insel? Check! Nach dem Essen meterweit ins Meer laufen können und einfach mal loslachen müssen, weil alles so unwirklich aussieht? Check.

Den perfekten Badestopp findet ihr übrigens im Süden Mahés. Feinsandiger, weißer Strand so weit das Auge reicht oder wenigstens für lange 800 Meter verbergen sich hinter dem Namen Anse Intendance. Weil hier ein schützendes Riff fehlt, ist es ziemlich wellig. Aber Hände hoch, wenn ihr auch auf Wellen-Hüpfen steht! Okay, ich bin nicht sicher, ob ich jemals richtig erwachsen werde… Ansonsten würde ich hier sofort wieder hinfahren, weil trotz traumhafter Kulisse kaum jemand dort war. Fast ungestört, mit Blick aufs Meer und bloß dem Rauschen der Wellen im Hintergrund, wurde mit einem Schlag alles ganz still in meinem Kopf und das Leben fühlte sich federleicht an. Spätestens in diesem Moment habe ich entschieden, dass ich das mit dem Inselleben ganz bald wiederholen muss. Dringend.

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