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Es ist kurz nach 13 Uhr, Thies steht in der Office-Küche und ruft uns an den runden Tisch am großen Fenster. Gedankenverloren schauen wir auf den Kinderspielplatz im Innenhof – der natürlich vor allem für die Teens nach Schulende dient. Zwei Grüppchen haben sich dort wieder mal gebildet und Flo sagt „Wenn sie sich leiden können, dann brüllen sie sich an und treten sie sich!“ Ich denke kurz, „früher war tatsächlich alles besser“. Aber das war es nicht und das weiß ich, bevor ich es ausgesprochen habe.

Liebe Männer,

gesprochen aus einer Vergangenheit, die ihr sicherlich irgendwo her kennt, gelingt es mir Jahre später ein kleines Fazit zu ziehen. Ein Fazit über liebe Typen und lange Nächte, die im Nachhinein höchstens für Geschichten taugen. Lustige Geschichten wie die, in der er mir nach einem wirklich toll beginnenden Abend nach dem fünften Glas plötzlich und überzeugt sexy ein „Wuff, wuff!“ in die Ohren „hauchte“. Ungelogen. Ein anderer suchte mit der Taschenlampen-App sein iPhone. Auch wahr. Was bleibt nach so einer Nacht? Am nächsten Morgen löscht ihr peinliche Verlinkungen auf Facebook, während das mit dem Joggen wieder mal nicht klappt. Die Nummer, die ich aufgeschrieben habe, war übrigens erfunden und diente nur dazu, euch loszuwerden. Auswendig kann ich sie nämlich selbst nicht.

Aber nein, ich bin keine Männerhasserin und bestimmt denke ich auch nicht in Schubladen. Denn auch bei uns Mädchen hat es solche Geschichten gegeben. Nicht nur lustige, nein auch traurige Geschichten. Manchmal mussten wir mit einem Glas in der Hand Frieden in uns selbst machen, indem wir erst ganz viel reinholten, unkontrolliert, unachtsam, um dann wieder alles ordentlich leer zu fegen, um mal richtig alles rauszulassen. Ihr wisst schon, wie ich das meine. Und mit den Drinks ist es ja manchmal wie mit den Cookies – man kann nur ganz schwer nach einem stoppen.

Aber manchmal muss man sich selbst ein Stop-Zeichen vor die Nase halten und „SCHLUSS JETZT!“ sagen. Man muss die Dinge selbst in die Hand nehmen, wieder bei sich, anstatt neben sich stehen. Man muss ein bisschen Held sein. Für sich selbst und für den, oder die, die man eben mag.

Ein echter Held hat mich letztendlich nämlich nicht nur sicher nach Hause gebracht, sondern wusste auch am nächsten Tag noch meinen Namen und dass ich zum Frühstück Toast mit Nutella, aber ohne Butter mag. Ziemlich okay ist das, für den werde ich dann auch mal Kätzchen – und den Kater sperren wir aus.

Auf diese Gedanken hat mich die aktuelle Enjoy Heineken Responsibly-Kampagne 2016 von Heineken gebracht. Denn auch wenn wir auch heute nicht frei von Herzschmerz und unverschämt schlechten Flirts sind und uns ab und zu immer noch ein mieser Kater heimsucht ist eines doch mit der Zeit gewachsen: das Bewusstsein – nicht nur für den Alkoholkonsum, sondern auch für den allgemeinen Genuss und für unsere wirklichen Bedürfnisse. Wir wissen mittlerweile, was und wie viel davon uns gut tut, wir haben uns besser unter Kontrolle, haben und ausgetestet und wissen eine kühle Flasche Bier zum hochwertigen Grillsteak oder den schweren Rotwein zum Roman wirklich zu schätzen. Sind wir spießig geworden? Nein, denn all das hat schon der Papa geliebt und Papa war für mich vor allem immer eines: ein Vorbild, ein Held. Lasst uns das auch sein, ganz nach dem Motto #heroeswanted!

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