Es gibt sie immer und immer wieder, diese Momente, in denen man kleine Flammen in den Augen hätte, wäre man eine Comicfigur. Ihr wisst wovon ich spreche, diese Momente, in denen einen jemand zur Weißglut bringt, man einfach nur genervt ist und sich eigentlich nur fragt, warum andere Leute solche Deppen sein können. Ein Beispiel gefällig? Ich habe gleich mehrere, beide vom Reisen, einem Thema, das viele Menschen offensichtlich zu ganz besonderen Beispielen an zwischenmenschlichem Fehlverhalten macht. Ich brauche Nervennahrung!

Der Taxifahrer in Berlin – Nüsse gegen Schlager

Sonntagmittag, völlig verkatert nach einer langen Nacht in den Bars der Hauptstadt. Ich muss zurück nach Stuttgart, würde mich aber lieber nochmal im Bett umdrehen und den Rausch ausschlafen. Doch nein, schnelle Katzenwäsche und ein Taxi gerufen, das sich auch bald in Form eines klapprigen Passat nähert. Der Fahrer steigt schonmal gar nicht aus und ich muss den Koffer selbst in den Kofferraum hieven. Ich steige ein und mir fällt auf, dass der gute Mann mal wieder eine Dusche vertragen könnte – das rieche ich, aber das sehe ich auch. Wir rollen los und ich weiß, dass ich die nächste halbe Stunde in diesem Gefährt verbringen muss. Wow! Also möchte ich das Fenster runterlassen, doch nix passiert. Ich frage den Fahrer, ob das nicht möglich sei und er meint „doch, aber nur wenn ick dit hier freischalte. Dit is een Frage-Fenster, dit jeht nur auf, wenn man mich nett fragt. Will ja keenen steifen Nacken bekommen, wa?“.

In dem Moment eine große Tüte mit Nüssen? Das wärs gewesen! Ich hätte so laut gekaut, dass ich die Schlager aus dem Taxi-Radio nicht mehr gehört hätte, hätte genüsslich den Erdnussduft eingeatmet – und vielleicht auch ein bisschen absichtlich gekrümelt, um den blöden Taxifahrer zu ärgern.

Nervennahrung: Die Fremde am Security Check-In

Neulich auf dem Rückweg von Montenegro nach Stuttgart. Umsteigen in Wien, unser Flieger hat Verspätung und das Zeitfenster bedrohlich klein. Zu allem Überfluss müssen wir durch den Security-Check (dass man in Österreich gerade sehr viel Wert auf Grenzkontrollen legt, ist ja bekannt). Als routinierter Reisender werfe ich meinen Kram in die üblichen Behälter und laufe siegessicher auf den Nacktscanner zu. Plötzlich kommt vom anderen Band links von mir eine junge Dame in Socken daher, schiebt mich zur Seite und meint: „Ich war vor dir da, musste nur eben noch meine Schuhe aufs Band legen“. Wow, 20 Sekunden gewonnen, gute Frau!

Warum ich das alles erzähle und heute mal ein bisschen motze? Weil mir das echt auf die Nüsse geht, wenn mir beim Reisen andere die Laune vermiesen. Ein ordentliches Miteinander ist doch so einfach, da muss nur jeder seinen Teil tun und auch mal zurückstecken. Also: Nicht drängeln, sondern einfach noch eine Hand voll mit Nervennahrung essen. Denn mit vollem Mund kann man auch keinen Mist reden! Besonders gut eignen sich dazu übrigens die neuen Kessel Nüsse von Ültje – die knacken besonders laut und schmecken herrlich pikant.

Kommentare

Send this to a friend