Ich stehe auf Wandern. Tatsächlich finde ich das ganz und gar nicht angestaubt, auch wenn ich doch noch ganz schön oft meine Leidenschaft hauptsächlich mit Rentnern zu teilen scheine. Während wie aus heiterem Himmel gefühlt an jeder Ecke vom Long Distance Hiking geredet wird, also der dauerhaften Wanderung, die dann auch mal 6 Monate in Anspruch nimmt, wenn man sich zum Beispiel den viel besprochenen Pacific Crest Trail im Westen der USA vorgenommen hat, mag ich bisher Tagestouren am liebsten. Da geht man am Ende der Wanderung mit dem unmittelbaren Erfolg nach Hause, fühlt sich herrlich ausgepowert und hat bereits an einem Tag so viele Herausforderungen gemeistert und Eindrücke gesammelt, dass man sich danach getrost zurücklehnen darf. Das Gefühl, die Zähne zusammenzubeißen, weiterzulaufen und dann mit unbeschreiblichen Aussichten belohnt zu werden, ist großartig. Mein Durchhaltevermögen nährt sich dabei definitiv von den Highlights der Strecke. Deshalb habe ich für die nächsten warmen Wochen die 6 besten Bergseen im deutschsprachigen Raum ausgesucht, die vielleicht auch euch Beine machen! Wanderschuhe an und los gehts!

Bergseen in Deutschland

Für einen Bergsee braucht es natürlich Berge. In Deutschland finden wir die vor allem in Bayern, den die haben ja quasi das Alpenpanorama für sich gepachtet.

Königssee, Berchtesgardener Land

Im Südosten Bayerns liegt ein echtes Prunkstück. Wie ein Fjord ist er von steilen Berghängen eingerahmt und sieht schon sehr nach einem Postkartenmotiv aus. Am Fuße des Watzmann findet ihr nicht nur einer der saubersten Seen Deutschlands, sondern auch gleich noch den einzigen Alpen-Nationalpark, den wir haben. Hier kann man entweder malerisch den circa acht Kilometer langen See selbst umwandern oder man wagt sich in Richtung des Bergmassivs „Großer Watzmann“, zu dem mit der Ostwand übrigens auch die höchste Wandflucht der Ostalpen gehört. Hier in der Region kommen Spazierer, genauso wie Kletterer auf ihrer Kosten. Außerdem gibt es neben Murmeltieren und Steinadlern auch das berühmte Echo zu Entdecken!

Eibsee, Werdenfelser Land

Hoch hinaus geht’s zum Eibsee, der auf 1000 Metern unterhalb der Zugspitze liegt. Tiefblau glänzend und mit sieben Inseln kann man es hier schon gut aushalten. Entweder wandert man auch hier einmal um den See (ungefähr 7,2 Kilometer Rundweg) und macht den ein oder anderen Badestopp auf dem Weg oder gibt sich die größere Herausforderung Richtung Zugspitze. Psst, vom Eibesee aus fährt auch eine Gletscherbahn auf den 2600 Hohen Zugspitz-Gletscher.

Bergseen in Österreich

Natürlich haben auch unsere bergigen Nachbarn einiges zu bieten. Wer es neben Wandern auch noch auf Germknödel abgesehen hat, sollte sich Richtung Österreich aufmachen.

Gasselseen, Steiermark

Dieses Gewässer könnte einem immerhin von Fotos bekannt vorkommen, denn wegen seiner wunderschönen Spiegelungen der Dachstein-Südwände wird hier besonders gerne fotografiert. Wenn dann ab Mitte Juni noch die Alpenrosenblühen dann ist es hier fast schon ein wenig zu malerisch, um wahr zu sein. 

Tappenkarsee, Salzburger Land

Auf sage und schreibe über 1700 Metern liegt dieses kristallklare Juwel. Wer ihn sich erwandern will, startet an der Schwabalm und legt dann ungefähr 700 Höhenkilometer zurück, bevor das wunderschöne See-und Bergpanorama auftaucht. Statt Nessy gibt es hier übrigens die Sage vom Lindwurm, der im Wasser hausen soll. Wer weiß, vielleicht entdeckt ihr ihn ja?

Bergseen in der Schweiz

Was wäre eine Liste an Bergseen ohne die Schweiz, der Heimat von Heidi!

Oeschinensee, Berner Oberland

Auf über 1500 Metern liegt dieses Prunkstück, das mittlerweile als UNESCO-Weltnaturerbe gilt. Trittsichere Wanderer können bei einer Umrundung auf Gras-und Felsbändern die Aussicht genießen und sich danach einen Sprung ins Nass gönnen. Nach der Wanderung ist bei mir übrigens schon immer vor dem leckeren Essen. In der Berner Region isst man zum Beispiel Älplermagronen, deftige Teigwaren mit Zwiebeln.

Caumasee, Kanton Graubünden

Leuchtend türkisblau schimmert es zwischen dunklen Wäldern – willkommen am Caumasee beim Flims! Neben seiner auffälligen Farbe ist spannend, dass der See trotz seiner Lage auf knapp 1000 Metern nicht zufriert. Man nimmt an, dass er von unterirdischen Quellen durchflossen wird. Im Sommer ist das Wasser bis 24 Grad warm, also perfekte Temperaturen für eine Abkühlung nach einer Wanderung!

Welchen Bergsee habt ihr euch schon erwandert? Und welcher darf es bei der nächsten Wanderung sein?

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