Meine einzigen Berührungspunkte mit Schweden waren immer Pipi Langstrumpf, IKEA und Volvo. Aber schon seit einer Ewigkeit hatte ich vor den Norden zu besuchen. Ich war zwar erst vor Kurzem in Schweden aber der Aufenthalt war definitiv zu kurz um einen wirklichen Eindruck des Landes zu bekommen, dennoch hat er mir auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht. Da kam mir die Einladung für einen Aufenthalt im Süden Schwedens sehr gelegen.

Von Göteborg nach Kalmar – einmal quer durch Schweden

Bevor es jedoch einmal quer durch Schweden geht muss ich erstmal nach Schweden kommen. Von Stuttgart bin ich ins schöne Hamburg geflogen, wo der Treffpunkt mit den anderen Teilnehmern war. Von hier sind wir mit unserem besten Busfahrer der Welt, Rene, nach Kiel gefahren und dort auf die Fähre von Stena Line an Board gegangen. Leider war das Wetter nicht so prickelnd und die Sicht aufs Meer dementsprechend beeinträchtigt. Überrascht war ich vom Buffet auf unserem Dampfer, es gab eine große Auswahl an leckerem Essen, vieles aus dem Meer und Tacos. Wie ich später gelernt habe, sind Tacos so etwas wie ein Nationalgericht für Schweden. Noch ein Blick von der Brücke und dann ab ins Bett. Am nächsten Morgen bin ich kurz vor Göteborg aufgewacht. Hier sind wir wieder in den Bus gestiegen und haben unsere Reise einmal quer durch Schweden angetreten. Stundenlang habe ich aus dem Fenster gestarrt um die dichten Wälder zu bestaunen, die gespickt sind mit moosbewachsenen Felsen und einer Menge Seen. Es leben so wenig Menschen hier, dass ein Großteil der Natur unberührt ist. Ein richtiger Kontrast zum dicht bevölkerten Deutschland. Unser Ziel ist Kalmar an der Ostküste.

Fika – die traditionelle Kaffeepause

Nach unserer Ankunft am späten Nachmittag gab es erstmal eine Kaffeepause oder wie man in Schweden sagt „Fika“, wobei das „i“ lange und betont ausgesprochen wird. Eine Fika macht der Schwede mehrmals am Tag, ob bei der Arbeit, zu Hause oder unterwegs und es gibt mindestens Kaffee aber meistens noch Kuchen. Ich als bekennender Nichtkaffeetrinker musste mich daran erstmal gewöhnen. Eine Tasse Kaffee und ich springe im Kreis. Nach unserer kleinen Pause haben wir das Schloss von Kalmar besucht und sind in der Stadt spazieren gegangen, da war der Tag auch schon wieder vorbei.

Västervik – Raus in die Natur

Für den ersten richtigen Tag in Schweden konnte man sich einen aus drei verschiedenen Programmpunkten auswählen. „Outdoor Junkies“ klingt nach mir und das habe ich auch gewählt. Nach einer zweistündigen Fahrt mit dem Auto sind wir in Västervik, einer kleinen Küstenstadt an der Ostküste angekommen. Erster Teil unseres Outdoor-Tages war eine Mountainbiketour auf die Halbinsel Gränsö. Durch einen Wald geht es über Stock und Stein raus, Richtung Meer. An der felsigen Küste suchen wir uns einen geeigneten Platz und machen, wer hätte es gedacht, eine Fika. Anschließend fahren wir schon wieder in die Stadt zurück für das Mittagessen, die Zeit ist knapp.

Mit vollen Mägen geht es wieder an die Küste und dieses Mal sogar ins Wasser. Wir fahren Kayak. Leider viel zu kurz, denn hätten wir mehr Zeit gehabt wären wir aufs offene Meer gefahren. So mussten wir uns mit der wunderschönen Schärenlandschaft „zufrieden geben“. Zwischen den kleinen felsenartigen Inseln fahren wir umher, das Wasser unter uns ist klar und die Sonne scheint. Am liebsten wäre ich hier den ganzen Tag geblieben aber wir mussten zurück an Land und etwas in die Höhe. Auch hier waren wieder Felsen im Spiel – wir waren bouldern. Bevor wir jedoch geklettert sind, gab es natürlich noch eine weitere Fika.

Glasriket – das Glasreich von Småland

In Schweden gibt es eine Gegend namens Glasriket, Glasreich zwischen Nybro und Växjö. Hier befinden sich 13 Glasbläsereien. 1742 entstand die erste und seitdem wird die Tradition hier hochgehalten. Wir haben die Glasbäserei MÅLERÅS besucht und durften uns sogar selber handwerklich betätigen.

Mortförs – Ein Märchendorf

Wir besuchen das kleine Dorf Mörtfors. Es wird von ganzen 85 Menschen bevölkert und ich glaube als Vorbild haben sie ein idyllisches Dorf aus einem Märchenbuch genommen. Ein Haus ist schöner als das andere, es gibt eine alte Mühle am Fluss, der sich durch das Dorf zieht. Bis auf ein Antiquariat, in einer ehemaligen Tankstelle und einer Pension gibt es keine Geschäfte. Wir gehen in die Pension und es gibt erstmal eine Fika. Eine äußerst ausgeprägte mit Zuckerschock. Das Haus ist eingerichtet wie in den 1920er Jahren, in einer Ecke hängt ein Kleid, in einer anderen ein alter Armeemantel, die Regale sind voll mit Büchern und alten Fotos. Perfekt um die Mittagssonne zu genießen und die unglaublich leckeren Kuchen und Kekse.

„A way of Life“ – wo man die Ruhe findet

Danach geht es schon weiter zum Retreat „A Way of Life Tofvehult„. An einem See gelegen – wo sonst – kann man hier auf dem sehr schönen Hof von Peter, Lena und Korinne, weitab vom Chaos der Stadt, Ruhe finden. Vor dem Abendessen sind ein paar von uns, trotz der etwas kühlen Temperaturen in den See gesprungen. Genau mein Ding. Danach fühlt man sich einfach frisch und wach, wie neu geboren. Zurück auf dem Hof durften wir an einer Meditation mit Korinne teilnehmen, während der Raum vom Kaminfeuer gewärmt wurde. An diesem Ort findet man auf jeden Fall Ruhe und man kann Körper und Geist einen „Reset“ verabreichen. Kann es noch besser werden? Lena hat ein Festmahl auf den Tisch gezaubert an dem wir uns satt gegessen haben um anschließend mit Peter Krebse, die er selber im See gefangen hat, zu essen und schwedische Trinklieder zu singen.


Vielen Dank an Miriam für die Organisation der Reise. Diese fand in Kooperation mit Stena Line und den Regionen Småland und Öland statt.

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