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Es ist kurz vor 5 Uhr morgens. Ein Blick aus der Schiebetür vor unserem Bett verrät mir, dass es noch dunkel ist. Die Regentropfen laufen die Scheiben herunter. Es hat in dieser Nacht auf der Resort Insel Kuramathi geregnet. Thies schleicht sich in den oberen Stock unseres Beachhouses, kocht sich einen Kaffee und verschwindet dann mit Flossen und Tauchmaske unter dem Arm zur Tauchstation.

Die Wahl der Kategorie unserer Unterkunft in diesem Jahr auf Kuramathi Island fiel zufällig auf das zweistöckige Beachhouse, die vor knapp 2 Jahren im neuen teil der Insel erbaut wurden. Das Design ist clean, minimalistisch und super modern. Wir können von unserem Schlafzimmer bzw. Terrasse oder im oberen Stockwerk vom Balkon aus auf den Ozean, sowie auf einen Teil der neuen Wasserbungalows blicken. Und ich sehe von hier auch die Unterkunft auf den Stelzen im türkiesfarbenen Wasser, in welchem wir 2016 in diesem Resort untergekommen sind. Erinnerungen kommen hoch und es ist schön, wieder hier zu sein!

Während Thies mit dem Boot in Richtung Tauchspot für Hammerhaie startet, drehe ich mich noch mal um. Neon schläft noch, da muss jede Minute Schlaf für die Mama genutzt werden. Eine Stunde später erfüllt sanftes Licht den Raum. Die Sonne bricht hier und da zwischen den düsteren Wolken durch. Ich hole Neon zu mir ins Bett und mit meinem Blick abwechselnd auf meinen Sohn und auf die Wellen vor unserem Haus gerichtet, durchflutet mich das Gefühl von tiefer Dankbarkeit und so viel Glück.

Das letzte Mal war ich mit Mini-Babybauch auf dieser Insel. Ich war gerade im zweiten Monat meiner Schwangerschaft und man hat es mir natürlich noch nicht angesehen aber in meinem Kopf tobten damals schon die wildesten Fragen wie:

  • Wann werden wir das nächste Mal die Möglichkeit zu einer Fernreise haben?
  • Werden wir irgendwann als Familie auf diese Insel zurückkommen?
  • Wird überhaupt alles gut gehen mit dem neuen, kleinen Erdenbürger und wie wird sich dann auch mein Körper und meine Bedürfnisse ändern?

uber-Place: Die Sandbank auf Kuramathi Island

Ich weiß noch genau, wie ich im April 2016 auf dieser Sandbank auf Kuramathi saß. Ganz allein, während Thies beim Tauchen war und wie mir diese Fragen durch den Kopf gegeistert sind. Und jetzt, 1,5 Jahre später spaziere ich mit dem 9-Monate jungen Neon auf diese Sandbank. Es ist alles gut gegangen und noch viel besser! Wir sind beide gesund und als Extra dazu scheint dem kleinen Travelbuddy das Reisen super zu gefallen. Er liebt das warme Klima, das tägliche Plantschen und den liebevollen Kontakt zu Menschen aus anderen Kulturen.

Ich weiß, dass all dieses Glück nicht selbstverständlich ist und könnte in diesem Moment, in dem ich mich neben Neon setze, der zufrieden im puderweichen Sand sitzt, die Welt umarmen. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viel so ein kleiner Mensch, eine Geburt und das Leben als Familie ändert – und wie viel doch gleich bleiben kann!

Einen Trip ins Kuramathi Island Resort können wir, jetzt aus Erfahrung sprechend, also wärmstens für Paare, als auch für Familien empfehlen. Nicht nur die Lage der Insel (sie ist weit ab von Malé aber trotzdem mit dem Speedboat in 1,5 h zu erreichen), die vielseitigen Möglichkeit der Restaurants bis hin zur Freizeitgestaltung sind ausschlaggebend für Kuramathi, sondern auch diese wundervolle Sandbank, auf der ich am liebsten jeden Jahr ein Familienportrait festhalten würde.

Wo die Delfine zum Abschied winken

Aus den Dingen die „gleich bleiben“ mag ich euch einen Moment vorstellen. Denn es gab auf Kuramathi sogar mal eine Stunde nur für Thies und mich. Zum ersten Mal haben wir hier einen Kids Club ausprobiert. Nicht nur weil wir uns auf Kuramathi einfach wohl und irgendwie auch „Zuhause“ fühlen, sondern weil das Personal so unkompliziert und liebenswert ist, dass es uns ganz ungeplant überkam: Das Inselresort Kuramathi betreibt einen Kidsclub mit verschiedenen Räumlichkeiten, während diesem regnerischen Tag haben es sich die Kids und Betreuer Indoor gemütlich gemacht und bei der Besichtigung wurde uns Neon direkt so freudig „abgenommen“, dass wir seinen neugierigen Augen und der Einladung „Und ihr könnt jetzt gemütlich einen Kaffee trinken gehen!“ nicht widerstehen konnten.

Natürlich wagte ich es nicht, mich sehr weit vom Kidsclub zu entfernen, was auf der 1,5 km langen Insel aber möglich gewesen wäre. Bei unserer Rückkehr schien Neon noch nicht einmal bemerkt zu haben, dass Mama und Papa weg waren, so vertieft war der Kleine im Spielen mit den anderen Kids und seinem Betreuer. Schön ist auch, dass die ganz Kleinen einen eigenen Betreuer bekommen, der dann für etwa 10 Dollar die Stunde nur für den Zwerg da ist.

Da Kuramathi zu einem der größten Resorts der Malediven zählt, wird auch ein entsprechend umfangreiches Entertain-Programm angeboten. Bevor wir mir Neon losreisten fragen wir uns doch, ob es überhaupt Aktivitäten gibt, die mit einem noch so jungen Inselbesucher unternommen werden können, doch zum Glück gibt es da einige. Vom Semi-Submarine (U-Boot) Ausflug über abwechselnde Spa-Treatments bis hin zum Sunset Dolphine Boot-Drive Ausflug gibt es einiges zu tun. Vor dem Abflug zurück nach Deutschland entschieden wir uns noch einmal für die Weiten des Ozeans und starteten in einem von 3 recht gut gefüllten Booten in Richtung Sonnenuntergang und in Richtung Delfine. Natürlich gibt es nie eine Garantie für diese wunderschönen Ozeanbewohner aber wir hatten Glück und auch meine Skepsis legte sich spätestens nach dem obligatorischen Gläschen Sekt schnell wieder. Diese Art Ausflug geht natürlich noch schöner und etwas privater, dennoch hatten wir einen heiden Spaß und freuten uns über die Tänze der Delfine und über den gelungenen Maledivenurlaub zu dritt!

 

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