Rund sechs Jahre ist es her, seit ich mit klopfendem Herzen und einem einzigen Koffer in den Flieger Richtung San Francisco gestiegen bin. Ich hatte gerade mein Abitur gemacht und wusste mindestens genauso wenig über mich, wie über das Land, in das ich ziehen würde. Nur eins wusste ich sicher: Ich musste dringend raus aus der Kleinstadt, in der ich meine Jugend verbracht hatte – und rein in diese große, bunte, spannende Welt!

Ein Jahr habe ich in schließlich in der Stadt gelebt, in der ich rückblickend erwachsen geworden bin. Hier war ich das erste Mal wirklich auf mich alleine gestellt, hier hatte ich als Au Pair das erste Mal Verantwortung zu tragen. Nicht nur für mich selbst, sondern zusätzlich für zwei kleine Menschenleben. Hier habe ich zum ersten Mal als junge Erwachsene Freunde gefunden, mit ihnen Nächte durchtanzt, über das Universum philosophiert und über Politik diskutiert.

Hier hat sich die ganze Welt für mich eröffnet – und seither ist es schwer für mich, zu vergessen, wie viel da draußen noch darauf wartet, von mir (und dir!) entdeckt zu werden.

Die viel zu früh verstorbene Autorin Marina Keegan hat einmal geschrieben: „Do you want to leave soon? No, I want enough time to be in love with everything. And I cry because everything is so beautiful and so short“ – und ich fühle jedes ihrer Worte. 26645 Tage: So lange haben wir durchschnittlich auf dieser Erde. Und das nur, wenn wir Glück haben und vorher nicht mal eben blöd in der Badewanne ausrutschen.

Ich glaube, dass viele Menschen einen Großteil dieser Tage in einer kleinen, bequemen Blase verbringen – und am Ende nur einen Hauch dieser wundervollen, wilden Welt mitnehmen. Nicht erst seit San Francisco weiß ich, dass ich ihre tiefen Wurzeln nicht teile. Auch wenn das bedeutet, dass mein Leben manchmal nicht ganz so geradlinig und sicher wie ihres ist, weiß ich, dass es das Risiko wert ist. Denn mittlerweile habe ich gelernt, dass ich meine Heimat in den wundervollen Menschen finde, die mir unterwegs immer wieder begegnen.

Flügel statt Wurzeln, also!

Wenn ich daran denke, wie viel ich in den letzten sechs Jahren seit diesem Tag am Flughafen gesehen, wie viel ich gelernt habe, kann ich die Abenteuer, die die nächsten Jahre wohl so auf mich warten, kaum abwarten – und ich freue mich schon darauf, ein paar davon zukünftig hier mit euch auf uberding.net zu teilen. Meine erste Reise für Uberding hat mich übrigens gleich Mal aufs Meer geführt, wo ich mich mindestens genauso wohl fühle, wie in der San Francisco Bay. Hier könnt ihr mehr darüber lesen.


Danke an meine Freundin, die wunderbare Fotografin Linda Ambrosius für diese Fotos unserer Reise. <3

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