„Die Geschichten, die wir am meisten lieben, werden für immer in uns leben. Ob du also über eine Buchseite oder über die große Leinwand zurückkehrst: Hogwarts wird immer da sein, um dich Zuhause willkommen zu heißen“.
Dieses Zitat stammt von der Autorin J.K.Rowling – jener Autorin, die in ihrem Kopf ein ganzes Universum geschaffen hat, das Millionen Menschen weltweit in seinen Bann gezogen hat. Fans werden verstehen, was ich meine, wenn ich sage, dass ich tatsächlich mit den Figuren der Roman- und Filmreihe großgeworden bin. Als Kind habe ich jedes Jahr fieberhaft auf das Erscheinen eines neuen Bands gewartet, nur um ihn bei Kerzenlicht in einer einzigen Nacht zu verschlingen.

Als die Filme erschienen, war ich meist im selben Alter wie die Hauptcharaktere im jeweiligen Teil. Hogwarts – die Schule für Zauberei, die Harry, Ron, Hermine und ihre Freunde besuchen – fühlt sich deshalb für mich tatsächlich ein bisschen wie ein fiktives Zuhause an, wie ein vertrauter Ort, den ich aus meiner Kindheit und Jugend in und auswendig kenne.

Als die Einladung der Warner Bros. Studio Tour London (leider nicht per Eule, sonder per Mail) in unser Büro flatterte, machte mein Herz einen dementsprechend großen Hüpfer. Zwei Tage lang durfte ich den Drehort der Harry-Potter-Filmreihe besuchen – und das während einer ganz besonderen Zeit. Unter dem Motto Hogwarts im Schnee, zeigt sich das Studio vom 18. November 2017 bis 28. Januar 2018 aktuell zum zweiten Winter in Folge im winterlich-weihnachtlichen Glanz.

Hogwarts im Schnee: Eine Bucketlist-Reise für jeden Harry-Potter-Fan

Die Studios in Leavesden sind aber das ganze Jahr über ein Bucketlist-Ziel für alle Fans der Reihe:

Rund 30 Kilometer von London entfernt gelegen, dienten die Filmstudios von 2001 – 2010 als Drehort für alle acht Harry-Potter-Filme. Seit 2012 können Fans dort einen Blick hinter die Kulissen werfen und dabei mehr über die Hintergründe zu den Dreharbeiten lernen. Wie einst die Schauspieler dürfen Muggel-Besucher heute durch etliche Original-Kulissen wie die Winkelgasse, das Gemeinschaftszimmer der Gryffindors, das Gleis 9 3/4 (seit 2015), den verbotenen Wald und die große Halle schreiten. Zudem kann ein unglaublicher Fundus aus Originalkostüme, Requisiten, Masken und animierter Charaktere und ein wahnsinnig detailliertes Original-Modell der Zauberschule Hogwarts, das für die Außenaufnahmen diente, aus nächster Nähe besichtigt werden.

5 Dinge, die du in während deines Besuchs der Warner Bros. Studio Tour London nicht verpassen darfst:

  1. Flieg  auf einem Besen über die Dächer Londons:
    Zumindest vor dem Green Screen ;)
  2. Versuch im Backlot-Café das berühmte „Butterbier“:
    Es wird gemunkelt, dass man das zauberhafte Getränk entweder liebt oder hasst – urteile selbst!
  3. Schlendere durch die Winkelgasse:
    Wie Harry, Ron und Hermine läufst du vorbei an verschiedenen zauberhaften Shops, wie Ollivander’s und dem Zauberscherze-Shop der Weasley-Brüder
  4. Erkunde die Waggons des Hogwarts-Express:
    Erst seit 2012 ist der magisch-schöne Zug, der speziell für die Dreharbeiten angefertigt wurde von Innen und Außen zu besichtigen – natürlich am Gleis 9 3/4!
  5. Schwing deinen Zauberstab:
    Im Souvenirshop am Ende der Tour kannst du neben allerlei magischen Extras wie Bertie Bott’s Bohnen oder Schokofröschen auch deinen eigenen Zauberstab mit nach Hause nehmen – oder zumindest einmal (vorsichtig) testen!

Das besondere an der „Hogwarts im Schnee“-Zeit – während der ich die Studios besuchen konnte – ist, dass sich hier Teile des Studios in das romantische, weihnachtliche Hogwarts verwandeln, das ich aus mehreren Harry-Potter-Teilen kannte. Der Gryffindor-Gemeinschaftsraum ist festlich geschmückt, während im Kamin ein gemütliches Feuer lodert und das Hogwarts-Modell ist jetzt mit hauchdünner Schicht Kunst-Schnee bedeckt und wirkt so noch magischer. An verschiedenen Stationen wird zudem erklärt, wie die Filmemacher mit Schnee arbeiteten – um zum Beispiel Fußstapfen eines unsichtbaren Harrys im Schnee auftauchen und wieder verschwinden zu lassen.

Die Magie liegt im Detail

Mein persönliches Highlight ist allerdings die Kulisse der ikonischen großen Halle, in der in den Büchern wie in den Filmen alle Zauber-Schüler der vier Hogwarts-Häuser jährlich für besondere Anlässe zusammenkommen. Die ehemalige Filmkulisse zeigt sich während „Hogwarts im Schnee“ besonders glanzvoll: Mit reich gedeckter Tafel voller echter und magischer Leckereien, brennendem Pudding, Feuer in allen Kaminen, schwer behangenen Weihnachtsbäumen – und dieses Jahr erstmals mit dem magischen Eisorchester, das ich gleich vom legendären Weihnachtsball aus „Harry Potter und der Feuerkelch“ wiederkenne.

Allein mein Blick nach oben an die Decke der großen Halle (die nicht wie in den Büchern und Filmen magischerweise das aktuelle Wetter draußen anzeigt, siehe „Geschichte Hogwarts“) erinnert mich hier daran, dass ich mich an einem ehemaligen Filmset und nicht etwa tatsächlich in der Zauberschule befinde. Der ganz eigenen Magie dieses Orts tut dies allerdings gar nichts ab. Viel zu liebevoll gestaltet ist die Studiotour, die, wie alle Harry-Potter-Produkte, übrigens ebenfalls bis ins kleinste Detail von Autorin J.K.Rowling abgesegnet wurde.

Denn hier fühlt man tatsächlich bei jeder Station, wie unglaublich viel Liebe zum Detail – und Liebe zu den Geschichten – in die Filmreihe geflossen ist. Die Magie der Filme liegt hier, in den perfekt inszenierten Kulissen, die sich aus nächster Nähe unglaublich echt anfühlen, in den hunderten von Hand beschrifteten Tiegeln mit magischen Inhalten und Zaubertrankfläschchen im Klassenzimmer für Zaubertränke, in den Zauberumhängen, verstaubten Zauberbüchern und liebevoll designten magischen Kreaturen, in den etlichen von Hand gemalten Gemälden, die die Korridore der Zauberschule schmücken, in den Quidditch-Fan-Postern über Rons Bett im Jungen-Schlafsaal der Gryffindors und den etlichen kleinen, magischen Gegenständen, die die Vitrinen in Dumbledores Büro füllen.

Teil einer magischen Gemeinschaft

Dieser ganz eigene Zauber, den zahlreiche Filmemacher, Set- und Kostümdesigner, Visual-Effects-Künstler, Cinematografen, Special-Effects-Künstler, Maskenbildner und Co. hinter den Kulissen über ein ganzes Jahrzehnt den Filmen eingehaucht haben, ist hier die ganze Zeit spürbar. Und auch die Menschen, die heute in den Studios arbeiten – vom Security Guard über die Tourguides bis hin zum Verkäufer im Souvenirshop – scheinen die Harry-Potter-Welt mindestens genauso inbrünstig zu lieben und leben, wie die Millionen Besucher, die es aus der ganzen Welt nach Leavesden zieht.

Bereits am Eingang fragt mich so ein Guide ganz selbstverständlich, zu welchem Hogwarts-Haus ich gehöre (Ravenclaw!) und erklärt mir im schönsten British English, dass bei Bertie Bott’s Bohnen, die es im Souvenirshop am Ende der Tour zu erwerben gibt, die orange-rot-gemusterten vermeiden soll, weil diese nach Erbrochenem schmeckten, während ein kleiner rothaariger Junge im Zauberumhang an mir vorbeirennt. Hach – welcher Harry-Potter-Fan würde sich da nicht sofort Zuhause fühlen?

Wer sich noch mehr in die Welt der Filme versetzt fühlen will, kann übrigens auch selbst aktiv werden – und zum Beispiel vor einem Green-Screen mit Zauberumhang wie Harry auf einem Besen durch London und über Landstriche fliegen, vor einem Bildschirm die Bewegungen eines animierten Dobby steuern oder im Backlot Café das berühmte Butterbier kosten – das übrigens keinen Alkohol enthält und ziemlich kinderfreundlich nach Zucker und Sahne schmeckt.

Das alles ist so gut gemacht, dass es mir nach zwei Tagen in dieser magischen Blase durchaus schwer fällt, in die reale Welt zurückzukehren. Mit einem Zauberstab und einem Wollpulli von Mrs. Weasley bewappnet fliege ich deshalb ein kleines bisschen schwermütig zurück nach Stuttgart. Aber wer weiß – vielleicht werde ich ja bald zurückkehren, zu einer der anderen Themenmonate wie zu Halloween vielleicht? Denn wie hat J.K. Rowling so schön gesagt?“Hogwarts wird immer da sein, um dich Zuhause willkommen zu heißen“ – das gilt auch für das magisch gestaltete Filmstudio, in dem es sicherlich bei jedem Besuch wieder Neues zu entdecken gibt…

Übrigens: Wer vom 11.-13. Dezember die Chance hat, nach London zu fliegen, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen: Dann nämlich können Besucher wie Harry und seine Freunde zu Weihnachten in der Großen Halle schmausen, wenn die Warner Bros. Studio Tour London Zauberer und Muggel im Rahmen von „Hogwarts im Schnee“ zum gemeinsamen „Dinner in der Großen Halle“ einlädt. Weitere Infos dazu findet ihr hier.


Vielen Dank an die Warner Bros. Studio Tour London für diese rundum magische Reise! Ich werde sicherlich bald zurückkehren :)

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