Ich werde vom dominierenden Panorama der Jura Paps, einer dreigipfeligen Bergformation die aus dem Meer ragt, begrüßt. Wie in Schottland üblich, gibt es viele Legenden und Sagen zu dieser v-förmigen Felsformation und zu der Inselgruppe der Inneren Hebriden. Ich kann den Erzählungen zu den Sagen nicht allen folgen, viel zu beschäftigt bin ich mit Ein- und Ausatmen dieser frischen Meeresluft auf dem Boot. Und immer wieder greif ich zu meiner Kamera, denn ich will meine eigene, kleine Geschichte zu dieser Insel festhalten.

Die „Isle of Jura“ ist die ruhigere, kleine Schwester der schottischen Insel Islay und nur durch eine Überfahrt mit der Fähre oder per Boot zu erreichen. Schon jetzt wird der Charakter dieser Insel deutlich: Entschleunigt, langsam, ruhig. Genau das, was wir ab und zu im Alltag vermissen.

Wunderschön und so still breitet sich die kleine, aber immerhin knapp 45 km lange Insel vor uns aus. Es gibt genau ein Hotel und nicht einmal 200 Einwohner auf dieser Insel und trotzdem ist das alles mehr als genug. Die Natur und die über 5.000 Rothirsche wissen diese Menschenleere zu schätzen und für mich als Besucher fühlt sich diese Verlassenheit einfach nur gut an. Hier schlagen die Uhren gefühlt langsamer und es bleibt mehr Zeit und Raum für Fantasie und Genuss.

Zwischen Hirschen und Prosa: Ruhe finden auf der Insel Jura

Kein Wunder also, dass schon seit jeher Kreative ihren Weg auf die Insel Jura finden. Um Zuflucht, Ruhe und Inspiration in dieser abgeschiedenen, ganz eigenen kleinen Welt zu finden. Vielleicht sagt euch der Schriftsteller George Orwell etwas? Er schrieb hier auf Jura bereits 1946 bis 1948 seinen gefeierten Roman „1984“ und fand dazu die Ruhe auf der Insel Jura. Auch heute noch vergibt die Jura-Destillerie noch jedes Jahr Stipendien an Schriftsteller, die es George Orwell gleichtun, und auf dieser Insel Ruhe und Inspiration für ihre Werke finden möchten.

Jura bedeutet in der alten Norse Sprache “Hirschinsel” und der Name trifft auch heute noch zu. Viele Jäger kommen hier her zur Pirsch um einen der knapp 5.000 Rothirsche zu erlegen. Aber Jura beheimatet nicht nur Wild sondern auch Otter, Seeadler, Roben und eine Vielzahl von See- und Zugvögeln, die sich mit Geduld und Ruhe auch gut beobachten lassen. Sogar Delfine leisten uns auf der Bootsfahrt um Jura Gesellschaft.

Makaber und gleichzeitig irgendwie schön: Die Hirsche haben, gleich wie auch die Menschen auf Jura einen „Friedhof“ und kommen teilweise sogar selbststädig dort hin wenn ihre Zeit gekommen ist…

Kräftige Strömungen, milder Wind und Whisky von süß und fruchtig bis hin zu köstlich rauchig

In Craighouse, dem Hauptort der unberührtesten Insel Schottlands angekommen bin ich verwundert über die hier vorgefundene Pflanzenwelt: Vor mir befinden sich einige Palmen und das auf einer rauen, schottischen Insel. Ich lasse mich aufklären und erfahre, dass der warme Golfstrom hier so gut wie immer harten Frost fern hält. Ein Grund mehr für einen Urlaub auf der Insel Jura, denn der oft eisige Wind den wir z.B. in Irland kennengelernt haben, peitscht hier selbst in den Wintermonaten selten rau um die Ohren.

Es gibt ein einziges Hotel auf der Insel, das „Jura Hotel“, wer sich hier aber für einen längeren Urlaub entscheidet, findet auch süße Ferienwohnungen auf der Insel. Für kürzere Aufenthalte ist das „Jura Hotel“ sehr zu empfehlen weil es einfach stilecht und fast schon ein „Place to be“ ist. Übrigens: Matschige Schuhe können vor dem Hotel abgestellt werden und auch die schmutzige Bekleidung (nächstes Mal ggf. vom Sohn die Matschhose leihen ;-)) kann für wenige Pfund bis zum nächsten Tag gewaschen und getrocknet werden. Das ist der Service der in Schottland gebraucht wird…und natürlich Whisky, der auf der Insel Jura die Hauptolle spielt!

Ihr könnt nach einem langen Entdecker-Tag in der Natur der Insel am Abend den einen oder anderen Whisky im Hotel Pub genießen. Oder aber ihr macht es wie wir und besucht direkt die „Heiligen Hallen“. Die kleine Brennerei produziert eine große Auswahl an einzigartigen aromatisierte Malts – die hier selbstverständlich auch (großzügig) gekostet werden dürfen.

Warum ich Whisky super spannend finde? Weil die goldenen Tropfen aus dem Tumbler nie gleich schmecken und immer wieder eine Überraschung für den Gaumen sind. Alle Abfüllungen variieren in Geschmack und Alter: Der „JURA JOURNEY“ zum Beispiel schmeckt zimtig mit einem Hauch Vanille-Aroma und bleibt bei mir durch die rauchige Note im Gedächtnis, ganz im Gegenteil zum „JURA 10“, der durch seine fruchtige Note und dem leicht schokoladigem Geschmack überzeugt. Besonders für Kaffee-Liebhaber wie mich zu empfehlen! Mild und zugleich rauchig schmeckt der „JURA 12“. Der Whisky, der 12 Jahre in Ex-Bourbon Fässern aus amerikanischer Weißeiche reift und in alten Oloroso Sherry-Fässern sein Finish erhält zählt zu den modernen Whiskys und lässt sich pur oder in Drinks ideal genießen.

Mein Fazit? Ein Besuch der schottischen spektakulärsten aber abgelegenen Inseln Jura ist unvergesslich – sofern ihr es mit dem Whisky nicht zu sehr übertreibt ;-)

Nochmal die Facts im Überblick:

Hinkommen:

Ihr fliegt nach Glasgow. Dort fliegt ihr dann auf die Nachbarinsel Islay (täglich) und nehmt dann eine Fähre nach Jura.

Übernachten:

Im „Jura Hotel“ oder in einer Ferienwohnung.

Unternehmen:

Ihr entdeckt zu Fuß die Insel Jura, die Fischotter, Vögel und Hirsche und philosophiert (oder schreibt) dann mit einem Tumbler JURA Whisky in der Hand.


Danke an JURA Whisky für diesen Kurztrip nach Jura!Panorama der Jura Pap

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