Wir bei uberding sind echte Fans des Zugfahrens: Besonders bei Strecken innerhalb Deutschlands ist das Reisen mit der Bahn so interessant, wie sonst wohl kein anderes Fortbewegungsmittel. Wo sonst kann man schon während des Unterwegs-Seins so viele Ecken Deutschlands entdecken wie während einer Zugfahrt, in der beständig wechselnde Landschaften, kleine Städte und spannende Metropolen vorbeiziehen?

Und weil wir beim Reisen mit der Bahn – im Vergleich zu anderen Reiseformen – ganz nebenbei noch CO2-Emissionen einsparen, gehört das Reisen mit dem Zug unserer Meinung nach weiterhin zu den Fortbewegungsmitteln mit dem größten Zukunftspotenzial!

Umso hellhöriger sind wir geworden, als uns die Deutsche Bahn diese Woche zum „Zukunftsworkshop“ in den ICE 4 eingeladen hat, wo in zwei Stunden Zugfahrt von München nach Nürnberg mit Experten Megatrends zu den Themen Urbanität, Mobilität und Individualisierung diskutiert wurden.

Der ICE 4: Das kann der modernste ICE

Ein paar Infos vorab: Das neue Flagschiff des Fernverkehrs bildet die Verbindung zwischen Gegenwart und Zukunft und ist seit Dezember 2017 im Regelbetrieb, Ilkay durfte ihn auf seiner Fahrt nach München bereits kennenlernen.

Mittlerweile verbindet der moderne ICE 4 mit sechs Verbindungen täglich unsere Heimatstadt Stuttgart mit Hamburg. Zwei Mal täglich fährt der ICE 4 von Hamburg nach München und zurück. Ab Dezember ist geplant den Süden auch mit Berlin zu verbinden.

Bis 2023 soll die ICE-4-Flotte auf insgesamt 119 Züge wachsen – und dann 40 Prozent der Sitzplatzkapazität des gesamten Fernverkehrs der Deutschen Bahn ausmachen. Das heißt: Wir alle werden in Zukunft immer öfter in einen ICE 4 steigen.

Das neuste Mitglied der Bahnfamilie kommt mit einigen Neuerungen: Er bietet mit 830 Sitzplätzen, vier Stellplätzen für Rollstuhlfahrer und (als erster ICE überhaupt) acht Plätzen für Fahrräder nicht nur mehr Platz, sondern soll auch komfortabler sein als seine Vorgänger.

Dank intelligentem Beleuchtungssystem, das sich der Tageszeit anpasst, mehr Stauraum durch die neuen Gepäckregale, in denen das Gepäck in Sichtnähe einfach und komfortabel verstaut werden kann, neu designtem Bordrestaurant und Bordbistro, mehr Platz für Familien – und kostenlosem WLAN. Julia Jaspers, Leiterin Nachhaltigkeitsmanagement und Zukunftsforschung der Deutschen Bahn AG, prognostiziert beim Zukunftsworkshop für die nächsten fünf Jahre aber noch größere Fortschritte in Sachen Internetverbindung: So zum Beispiel ein WLAN-Netz, auch für Regios – oder gar ein Bahn-eigenes WLAN-Netz, das deutschlandweit entlang der Schienen ausgebaut werden könnte.

Außerdem verfügt der ICE 4 über eine neuartige Klimaanlage mit redundantem System. Wenn ein Kältekreislauf ausfällt, kann der andere weiterlaufen.

Mobiler Zukunftsworkshop im ICE 4: Von München nach Nürnberg

Am 17. Mai ging es für uns also mit dem ICE 4 in knapp zwei Stunden von München nach Nürnberg, um mit verschiedenen Experten aus unterschiedlichsten Bereichen über die Zukunft zu sprechen.

Wie werden wir in Zukunft reisen? Wie lieben? Wie in Städten zusammen leben?

Mit diesen Fragen haben sich Julia Jaspers, Leiterin Nachhaltigkeitsmanagement und Zukunftsforschung der Deutschen Bahn, Prof. Dr. Stephan Rammler, Mobilitäts- und Zukunftsforscher der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, und Ann-Marlene Henning, Psychologin, Autorin, Fernsehmoderatorin des für den Deutschen Fernsehpreis 2017 nominierten Erfolgsformats „Make Love“ und Harry Gatterer vom Zukunftsinstitut beschäftigt – alles unterwegs natürlich.

Obwohl alle Experten aus verschiedensten Fachbereichen kommen, wird eines beim Zukunftsworkshop klar: Hier geht es um weit mehr als lediglich um technischen Fortschritt, sondern vor allem um Fragen des menschlichen Zusammenseins.

Dem Miteinander eine Chance geben

„Wenn wir von Zukunft sprechen, geht es nicht nur ums Technologische, sondern ums Menschliche“, sagt Harry Gatterer vom Zukunftsinstitut. Und dieser Gedanke gilt laut den Experten für die Entwicklung von Städten, genauso wie für die Frage, wie wir in Zukunft von A nach B kommen – und natürlich besonders für die Liebe.

„Das Beste, was uns passieren kann, ist, dass wir technischen Fortschritt nutzen, um wieder menschlicher zu werden“, sagt Gatterer weiter. Das wünscht sich auch Julia Jaspers von der Deutschen Bahn für die Zukunft. Sie sieht zukünftig deutsche Bahnhöfe, als Orte, an denen man zusammenkommen kann – und nicht mehr als unbeliebte Orte, durch die man lediglich durchrast.

In Zukunft sieht sie außerdem ein flexibles Netz aus „Mobilitätsketten“ auf uns zukommen: Man soll also mit Hilfe verschiedenster, öffentlicher Verkehrsmittel vernetzt, einfacher, und effizienter von A nach B kommen. Dazu will die Deutsche Bahn in Zukunft noch mehr Partnerschaften eingehen. Eine Vision, die sich auch Prof. Dr. Stephan Rammler wünscht. Ganz weg von individueller Autonutzung würden wir aber in nächster Zeit nicht kommen, befürchtet er – „auch wenn das die einzige Lösung wäre, um uns wirklich nachhaltig fortzubewegen“.

Um Partnerschaften ging es auch im Vortrag von Ann-Marlene Henning, bekannt aus „Make Love“. „Menschen sind Bindungstiere“, beobachtet sie. Der Großteil der Singles sei statistisch gesehen eigentlich auf der Suche nach „einem Mitfahrer“ – zumindest für einen Teil der Strecke ihres Lebens. Das gelte auch noch in Zeiten von Tinder und Co. Allerdings seien vor allem junge Menschen tendenziell seltener bereit, Krisen auszusitzen. Sie ruft deshalb dazu auf: „Bleibt. Gebt dem Miteinander eine Chance!“


Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung der Deutschen Bahn erstellt.

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