Weil ich so viel zu erzählen habe über diese wunderbare Stadt, habe ich diesen Travelguide in zwei geteilt. In diesem, ersten Teil widme ich mich einem meiner liebsten Stadtteile San Franciscos – dem „Mission District“. Im zweiten Teil stelle ich euch die Küste vor und verrate ich unter anderem, wo ihr den besten Blick auf die Golden Gate Bridge findet (hier entlang).

Wer mich kennt, weiß: Ich liebe San Francisco, wie keine zweite Stadt. Seit ich 2011 hier ein Jahr gelebt habe, zieht es mich jährlich mindestens einmal zurück in die „City by the Bay“. Das liegt nicht nur an einem Freundeskreis, den ich mittlerweile zu meiner Familie zähle, sondern auch schlichtweg an der atemberaubenden Schönheit dieser Stadt, die so bunt, spannend und wunderbar ist, wie die Menschen, die hier leben.

Als uns San Francisco Travel eingeladen hat, die Stadt vier Tage lang von einer anderen Seite zu kennenzulernen, als Touristen das normalerweise tun, konnte ich es also kaum erwarten, zurückzukehren – und vielleicht doch noch ein paar Ecken zu entdecken, die ich noch nicht kannte.

Anreise: Mit Finnair über Helsinki nach San Francisco

Aber first things first: Angereist bin ich mit Finnair mit einem kurzen Zwischenstop in Helsinki in rund 13 Stunden Reisezeit. Die skandinavische Airline fliegt übrigens zu meinem Glück seit kurzem von Stuttgart aus in die finnische Hauptstadt. Schon länger könnt ihr von München, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf und Berlin aus starten.

Die Verbindung über Helsinki kann ich euch wirklich empfehlen: Die Nordeuropa-Route über Helsinki ist weitaus kürzer, als andere Routen – und auch der Flug selbst war ein echtes Highlight. Im Flieger ist der skandinavische Flair zu spüren: Die super schöne Innenausstattung wurde von den Designern der finnischen Marke Marimekko entworfen und zur Begrüßung an Bord bekommt ihr den typischen Blaubeer-Saft serviert.

In San Francisco angekommen haben wir uns zu meiner Freude einen ganzen Tag lang einem Stadtteil gewidmet, den ihr unbedingt kennen müsst, dem „Mission District“. Dieser bunte Stadtteil ist heute geprägt durch Gegensätze: Lange war er Heimat von Einwandern aus Südamerika, Mexiko und Asien, heute mischen sich durch die Nähe zu Silicon Valley die sogenannten „Tech-People“ unter die Bewohner – also junge, über-verhältnismäßig wohlhabende Menschen aus aller Welt, die bei einer der großen Tech-Firmen in der angrenzenden Bay Area arbeiten und sich in dem malerisch schönen Viertel Wohnungen kaufen. Die Gentrifizierung, die übrigens in ganz SF fortschreitet, ist in kaum einem anderen Viertel so sichtbar wie hier.

#Eatding: Food-Tour durch die „Mission“

An mexikanische Supermärkte und einfache Burger-Buden reihen sich in der Mission heute hippe, neue Restaurants und Läden in europäischem Design. Dass sich in Zukunft alle Bewohner – ob alt oder neu – in der Mission zuhause fühlen können, liegt allerdings zum Glück auch vielen dieser „neueren“ Anlieger am Herzen. So etwa Bryan Tublin, der im Winter 2017 hier das „Kitava“ Restaurant eröffnet hat. Alle Lebensmittel, die er in seinem modern eingerichteten Restaurant anbietet, stammen aus der Region und die genauso hippe, wie nahrhafte Lunch-Bowl wird zur Mittagszeit zu einem fairen Preis angeboten, die auch für Normalverdiener erschwinglich sein soll.

Generell ist Essen ein essenzieller Teil der Stadt. Durch den Einfluss der verschiedensten Kulturen, die es seit hunderten Jahren in die Stadt zieht, ist in San Francisco eine der vielfältigsten Food-Szenen der USA entstanden. Wenn ihr die Stadt richtig kennenlernen wollt, kann ich euch eine der Food-Touren von „Edible Excursions“ wärmstens ans Herz legen.

Gründerin Lisa, die uns auch selbst durch die Restaurants der Mission geführt hat, brennt für gutes Essen. Sie kennt nicht nur die besten Burger (Wes Burger!), die hippsten Taccos (Tacolicious!) und die leckerste Schokolade (Dandelion!), sondern kennt auch die Menschen, die dahinter stecken und die mit ihren Restaurants einen großen Teil zum Gemeinschaftsgefühl und Selbstverständis, zum kulturellen Kern der Stadt beitragen.

Mein Eatding-Tipp:

Kalifornisch-Mexikanische Fusionküche bei …

Tacolicious
741 Valencia St,
San Francisco

… und zum Nachtisch nach neben an. Hier gibt es vor Ort hergestellte Schokolade & super Kaffee:

Dandelion
740 Valencia St,
San Francisco

Die Mission: Dolores Park und bunte Wände

In der selben Nachbarschaft gelegen findet ihr außerdem einen meiner Lieblingsorte der Stadt: Dolores Park, Anzugspunkt für Jung und Alt. Freundesgruppen wie Pärchen, Hippies wie Tech-Leute treffen sich hier zum Picknicken, während sich Kinder auf dem neu angelegten Spielplatz austoben. An der am Hang gelegenen Grünfläche hat man den allerbesten Blick über die Stadt – egal ob bei Sonnenschein und blauem Himmel oder mit den für San Francisco typischen, rasend schnell vorbeiziehenden Nebelschwaden. Bei „Bi-Rite“ ums Eck gibt es übrigens das beste Eis der Stadt- probiert mal die Sorte „Black Sesame“.

Generell ist die Mission der perfekte Ausgangspunkt, um sich einfach durch die Straßen treiben zu lassen. Der Stadtteil ist nämlich ebenso bekannt für einige der schönsten Viktorianischen Häuser der Stadt, als auch für wunderschöne, großflächigen Wandbemalungen. Ein gutes Beispiel ist das „Women’s Building„, das Frauenzentrum der Mission, das komplett von weiblichen Künstlerinnen gestaltet wurde.

Wenn ihr Zeit habt, solltet ihr euch außerdem „Balmy Alley“ ansehen – eine ganze Straße, die komplett Künstlern freigegeben wurde, die hier die Geschichte und aktuelle Entwicklungen der Stadt in ihrer Kunst verarbeiten. Toll ist auch das Atelier „Creativity Explored„, in dem Künstler mit Behinderung arbeiten und ausstellen.

Photo by Nina Menconi. © Creativity Explored, LLC. All Rights Reserved.

Angrenzend an die Mission liegen übrigens zwei weitere, spannende Stadtteile, die ihr von hier aus zu Fuß ganz einfach erreichen könnt. Castro: Buntes, pulsierendes Zentrum der LGTBQ-Szene der Stadt. Und noch ein Stückchen dahinter das wohl berühmteste Viertel der Stadt: Haight-Ashbury, Herz der ehemaligen Hippie-Szene San Franciscos, das diesen Vibe bis heute nicht verloren hat – und wo ihr heute übrigens einige der besten Second-Hand-Läden der Stadt findet! Musik-Fans sollten außerdem einen Besuch beim berühmten Musikladen Amoeba nicht verpassen.

Wer dann noch nicht müde vom Gehen ist, kann von Haight-Ashbury aus übrigens direkt weiter in den angrenzenden, wunderschönen Golden Gate Park spazieren. Mehr zum Park, der Golden Gate Bridge und der Küste verrate ich euch hier im zweiten Teil


Vielen Dank an SF Travel für die rundum tolle Organisation dieser Reise, Finnair für die komfortable Anreise und der fantastischen Gruppe, mit der ich reisen durfte. Jetzt – man glaubt es kaum – bin ich noch verliebter in San Francisco als zuvor! 

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