Wir alle haben diesen Traum unsere Passion zum Job zu machen. Wer seinen Traum zum Leben erwecken will, der muss aufwachen. DAZ ist aufgewacht!

Der Newcomer DAZ kommt aus einem kleinen Vorort von Stuttgart und hat sein „altes Leben“ mit Studium und Co. geschmissen, um seinen Traum von einem Leben für die Musik zu leben. Seine erste EP hat er im April diesen Jahres veröffentlicht und heißt passenderweise „Traum“.

Das Video dazu könnt ihr euch seit April online ansehen:

Auf der „Traum“ EP nimmt DAZ uns in sechs Tracks mit auf seinen inneren Kampf, der sehr persönlich ist und mit dem sich viele von uns bestimmt identifizieren können: Sicherheit kämpft gegen Risiko. Alltagsträumereien gegen das tatsächliche Machen. Kopf gegen Herz.

Musikalisch erinnert das Ganze stark an aktuelle Hits. Inhaltlich will sich DAZ allerdings abheben von seinen Trap-Kollegen, die laut dem 24-Jährigen entweder in die „Gute-Laune-Kopf-Frei“-Schiene fallen oder klassische Straßenstories erzählen. Auch zu simple Lyrics will der Stuttgarter nicht produzieren.

Wir haben uns mit dem Nachwuchstalent getroffen, um mit ihm über seine erste EP zu sprechen, über Träume, Zukunftsängste und seine musikalischen Einflüsse:

„Traum“ EP: DAZ im Interview mit uberding

uberding: Deine erste EP heißt „Traum“. Inhaltlich geht es darum, es zu wagen, aus dem Alltag auszubrechen und für seine Träume zu kämpfen, auch mal etwas zu riskieren. Wovon hast du als Teenager geträumt?

DAZ: Hmm als Teenager…wie alt ist man da? 13? Da hab ich tatsächlich schon Musik gemacht und Tage-, Nächtelang an meinen Skills gefeilt. Klar war das damals nicht annähernd auf einem ernstzunehmenden Niveau, aber schon da war ich motiviert und habe an mich geglaubt.

uberding: Wie sieht dieser Traum heute für dich aus?

DAZ: Mein Traum ist es, mir meine Zeit so einteilen zu können wie ich es möchte. Meiner Passion zu folgen und andere mit meiner Musik glücklich zu machen. Mir eine Position zu erarbeiten von der aus ich allen Menschen, die mir am Herzen liegen, helfen kann, glücklicher zu sein. Selbst mein Glück zu finden und mich nur mit Menschen zu umgeben, die genauso aufrichtig nur Gutes für mich wollen, wie ich für sie.

uberding: Bist du generell ein Kopf- oder Bauchmensch?

DAZ: Ich glaub vor einer Entscheidung spielt der Kopf automatisch alle möglichen Szenarien/ Konsequenzen durch und man überlegt/ wägt ab. Aber ich gebe mir Mühe immer auf mein Gefühl zu hören und das zu tun was sich richtig anfühlt, auch wenn mein Kopf bzw. eine rationale Entscheidung mich in eine andere Richtung führen will.

Ich glaube der Kopf trifft Entscheidungen aufgrund von Erfahrungswerten, Wahrscheinlichkeiten, Bedingungen und Abhängigkeiten aus unserer Gesellschaft/ Umwelt. Das Bauchgefühl hingegen zeigt einem mit welcher Entscheidung man zu seinem Glück finden kann, unabhängig von allen Faktoren der Außenwelt. Wenn es also das Ziel ist, glücklich zu werden, muss man meiner Meinung nach öfter auf seinen Bauch hören und darf sich nicht zu sehr von seinem vernünftigen/ rationalen Kopf bremsen lassen.

uberding: Erinnerst du dich an den Moment, als du dich gegen den sicheren Weg – das Studium – und für deinen Traum, Musik zu machen entschieden hast? Wann weiß man, dass sich das Risiko lohnt?

DAZ: Eigentlich war es ja schon immer mein Plan mich auf die Musik zu konzentrieren.
Da ich Abi gemacht habe wollte ich aber irgendwas studieren als Plan B. Das Grundstudium hab ich dann richtig ernst genommen und mich auch danach voll reingehängt. Das mit der Musik war zu der Zeit wie vergessen/ ausgeblendet. Irgendwann fing ich dann an, mich in der Rolle des Studenten richtig fremd und unglücklich zu fühlen, obwohl mir das Studium eigentlich zusagte. Alles aus mir raus schrie danach Musik zu machen. An diesem Zeitpunkt wusste ich dass es nun soweit ist, alles mal beiseite zu legen und meine ganze Energie in die Musik zu stecken.

Es war wie ein Befreiungsschlag und ich fühlte mich so gut wie lange nicht, als ich die Entscheidung traf, endlich mal alles auf eine Karte zu setzen und für meinen Traum zu

kämpfen. Sicherheit gibt es im Leben doch nie wirklich, vielleicht studierst du was Gefragtes, das dir Spaß macht, kriegst nen soliden, gut bezahlten Job, alles ist wie es sich dein Vernünftiger Kopf vorgestellt hat, aber irgendwie wirst du trotzdem nicht Zufrieden, weil deine Seele nach etwas anderem schreit. Deshalb ist es wichtig von Anfang an auf sein Gefühl zu hören und sich davon leiten zu lassen. Erst dann passieren oft Dinge, mit denen man nie gerechnet hätte, weil die Vernunft den Wahrscheinlichkeitswert für zu gering empfand.

uberding: Wie hat dein Umfeld reagiert? Wie ging es dir mit der Entscheidung?

DAZ: Alle Menschen, denen man wirklich am Herzen liegt, raten einem natürlich erst mal den vernünftigen Weg zu gehen, sich etwas Solides aufzubauen, sich erstmal abzusichern und dann sein Glück zu versuchen. Trotzdem stehen sie aber hinter dir und glauben an dich, weil sie deine Entschlossenheit erkennen.

Der Großteil vom Rest, zeigt sich dir gegenüber eher begeistert und interessiert, glaubt aber nicht wirklich an dich.

Am Ende ist es wichtig, dass man selbst hinter seiner Entscheidung steht, wenn man wirklich davon überzeugt ist. Die Meinungen/ Ratschläge der anderen muss man da erst mal ausblenden.

uberding: Wie ist das Album entstanden/ Was kam zuerst: Beat oder Lyrics?

DAZ: Die EP ist ja eigentlich eine Momentaufnahme aus meinem Leben, in der alle Emotionen verarbeitet werden, die mich zu dieser Zeit beschäftigt haben. Die Themen, der Aufbau der EP, einzelne Sätze, Phrasen und Ideen zu den Tracks entstanden zunächst unabhängig von den Beats. Als ich dann die passenden Beats hatte, hab ich Melodien, Flows etc. gesucht und anschließend meine inhaltlichen Ideen darin umgesetzt. Das Wichtigste war natürlich dass es am Ende gut klingt und die Stimmung transportiert wird, die ich vermitteln wollte.

uberding: Du bist in der Nähe von Stuttgart aufgewachsen, hast spanische, rumänische und deutsche Wurzeln. Wie hat das deinen Stil beeinflusst?

DAZ: Hmm schwierige Frage…wenn es meinen Stil beeinflusst hat eher indirekt. Mein ganzer Bekanntenkreis ist International und besteht zum Großteil aus Menschen mit Migrationshintergrund. Wir sind immer viel draußen abgehangen, haben Rap gehört und jeden möglichen scheiß gebaut. Gleichzeitig war ich aber immer einer der Vernünftigeren, der nicht komplett auf alles geschissen hat. Ich denke das spiegelt sich auch in meiner Musik wieder und deshalb können sowohl Leute die auf Straßenrap stehen meine Musik feiern, als auch Leute die Anspruchsvolleren Rap mit Inhalt und Message hören wollen.

uberding: Siehst du dich als Teil der Stuttgarter Musikszene? Warum nicht?/ Warum schon?

DAZ: Ja, Künstler zieht es doch immer in die Städte. Ich habe Stuttgart schon immer geliebt, egal ob zum Einkaufen, feiern oder nur abhängen. Es gibt viele freshe geile Künstler aus dem Umkreis hier, die sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht haben und auch einige die noch im Untergrund schlummern. Stuttgart blüht im HipHop Game auf wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr und ich glaube, dass da in Zukunft auch noch einiges geht. Ich bin froh ein Teil davon sein zu dürfen.

uberding: Trap ist im Trend. Was willst du anders/ besser machen, als prominente deutsche Rapper in der Szene? Welche Künstler haben dich musikalisch beeinflusst?

DAZ: Ich finde die deutsche Rap Szene hat sich sehr geöffnet und zum positiven entwickelt und jeder der gerade erfolgreich ist, macht irgendwas richtig und steht zurecht da wo er steht.. Mein Ziel ist es nicht etwas anders oder besser zu machen als irgendwer – ich will einfach die Musik machen die aus mir rauskommt und desto mehr Menschen ich damit erreichen und glücklich machen kann – desto glücklicher bin ich.

Musikalisch beeinflusst haben mich sehr viele. Als Jugendlicher hab ich hauptsächlich deutschen Straßenrap gehört, CCN, Azad, Aggro Berlin, Massiv, Savas und solche Sachen. Dann wurde mein Interesse für technisch versiertere Sachen geweckt und ich hörte viel Kollegah, Hollywood Hank, Favorite, Megaloh, Farid Bang, MoTrip, und sowas. Die Ami- Classics liefen natürlich immer parallel, aber ich war eher Deutschrap fixiert.

Gegen Trap hab ich mich am Anfang ziemlich gewehrt, bis mich ein Bekannter dazu gedrängt hat, ich solle mich mal reinhören und dafür öffnen. Zum Glück! Es war eine ganz neue und trotzdem irgendwie bekannte Welt, auf die ich schnell mega Bock hatte. Hier feierte ich am Anfang hauptsächlich den Shit aus Übersee, besonders von Future, Migos, Drake usw. Aber auch deutscher Trap hat sich echt super entwickelt. Leute wie UFO und RIN haben die Messlatte auch von Anfang an ziemlich hoch gesetzt, jetzt ziehen langsam alle nach und es sprießen immer mehr Newcomer aus dem Boden mit geilen Hits. Ich feier das!

uberding: Deine Message, an alle, die kurz davor stehen, ihren Traum anzugehen?

DAZ: Wenn es euch wirklich auf der Seele brennt – Tut alles dafür und lasst euch von nichts und niemand verunsichern!

DAZ’s aktuelle EP Traum von  findest du ab sofort auf Spotify. Viel Spaß beim Hören!

 

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