Beim Blick durchs Beifahrerfenster werden meine Knie weich und meine Gedanken tanzen Tango. Sie streiten sich zwischen unglaublicher Faszination und richtig gemeiner Reiseübelkeit. Doch die langen Serpentinenstraßen lohnen sich. Vor uns erstrecken sich grüne Täler, 60 Kilometer Strand und und bis zu zwanzig Meter hohe Dünen: Gran Canaria hat viele Gesichter und bekommt nach unserem Besuch auf Lanzarote und Fuerteventura wohl den Preis für die vielfältigste aller Kanareninseln.

Wer uns kennt, weiß, dass auch wir immer auf der Jagd nach den (Natur-)Highlights einer Destination sind. Von unserem Hotel, dem Sea Side Palm Beach im Süden der Insel aus, sind wir deshalb fast täglich mit unserem Mietwagen losgesaust, um so viel der spannenden Kanaren-Insel zu sehen, wie möglich.

Sand, Sand, Sand: Die Dünen von Maspalomas

Eine der größten Natursensationen der Insel liegt direkt vor unserem Hotel, dem Seaside Palm Beach: Die circa vier Kilometer langen Dünen von Maspalomas innerhalb des Naturschutzgebiet an der Südspitze der Insel. Die beeindruckenden Sandformationen sind schon von Weitem zu sehen, denn die höchste Düne misst etwas mehr als zwanzig Meter! Der anstrengende Weg zur Spitze (mit Neon auf dem Rücken) hat sich allerdings gelohnt: Hier hat man einen wunderbaren Panoramablick auf die Sandformationen und auf den Atlantik.

Seit den 80ern wurde die Bebauung rund um die Dünen zum Glück gestoppt. Besucher dürfen die Dünen aktuell noch bestaunen und besteigen. Trotzdem eine Bitte: Nehmt alles wieder mit was ihr auf die Dünen mitgebracht habt und helft mit, dass dieses Naturschauspiel auch noch für die kommenden Generationen erhalten bleibt. Das Gleiche gilt natürlich für Wasser- und Strandspielsachen. Thies rannte in der Mittagssonne mehrere Hundert Meter einem Plastikschwan hinterher, deren kleine Besitzerin nicht in der Lage war, das luftige und riesengroße Ungestüm im Wind festzuhalten. Leider konnten wir das Plastikding nicht aus den Fluten retten und daher treibt es (und wohl zahlreiche ander Lumas und Co.) auch jetzt noch im Atlantik umher bevor es sich als großer Plastikteppich über Korallen, Algen und andere Meereslebewesen legt. Das finden wir einfach nur dämlich und sollte verboten werden…wir haben uns doch ohnehin alle an Luft-Wassermelonen, -Donuts und -Schwänen satt gesehen, oder?

Ein schwarzer Naturstrand im Norden der Insel

Generell findet man auf Gran Canaria jede Menge Strände: Rund 60 Kilometer Sand- und Kiesstrand umranden die Insel. Direkt vor unserem Hotel lag der Strand von Maspalomas, ein schöner, wenn auch sehr touristischer Naturstrand an dem wir die „Völkerwanderungen“ und das Gewusel am Strand auch gerne von oben bestaunt haben:

Noch besser gefallen hat uns ein Strand am ganz anderen Ende der Insel. Selbst sie Fahrt hier hin war ein reines Spektakel aus Sonne, Schatten und tiefhängenden Wolken. Nach eineinhalb Stunden, die letzten dreißig Minuten entlang einer atemberaubenden Bergstraße, sind wir angekommen, am Barranco de Guayedra.

Der Strand ist ab hier  über einen schmalen Wanderweg in etwa fünfzehn Gehminuten zu erreichen. Bislang finden nur wenige Touristen an den schwarzen Steinstrand – oder sie haben eben keine Lust mit Sack und Pack den etwas beschwerlicheren Fußmarsch am Ende der Insel auf sich zu nehmen ;). Unser Glück, denn wir genießen hier die herrliche Ruhe! Aber nicht nur die, sondern auch der Clash der Farben hier ist einmalig: Weiß schäumende Gischt trifft auf tiefschwarzen Sand und große Steine auf türkiesblaues Meer! Herrlich!

Puerto de Mogan das Venedig von Gran Canaria

Ein weiterer Tipp ist „Puerto de Mogan“. Das süße Fischerdorf liegt im Südwesten von Gran Canaria und ist sowohl für Urlauber als auch für viele Einheimische das schönste Dorf der Kanareninsel. Der Hafenort wird auch liebevoll als „das Venedig von Gran Canaria“ bezeichnet. Wie auch in Venedig gibt es hier zahlreiche Wasserkanäle, die vom Hafen in den Ort führen. Hier und da finden wir auch hübsche Brücken über diese Kanäle, die tatsächlich ein wenig an Venedig erinnern. Uns gefallen hier besonders die malerischen Gassen und dem Charme der alten Fischerhäuser. Außerdem gibt es hier leckere Tapas Bars!

Gran Canaria: Wie gemacht für Roadtrips

Wir sind seit jeher davon überzeugt, dass man „on the road“ am meisten erlebt. Gran Canaria ist da keine Ausnahme: Auf dem Weg zur bekannten Schlucht Barracano de Guayadeque im Herz der Insel, wo sich das Höhlendorf Cuevas Bermeias befindet etwa, warten immer neue Landstriche: Immer wieder tauchen plötzlich grüne Oasen oder blaue Seen hinter verwundenen Kurven auf.

Ein weiterer Trip entlang der Küstenstraße führte uns zu „El Bufadero de la Garita„. Die Gefahr der Wasserkraft und die unglaubliche Schönheit dieses tiefblauen Steinbeckens schütteln sich hier an der Küste der ehemaligen Hauptstadt „Telde“. Je nach Wasserstand und Wellengang fällt das Naturschauspiel hier verschieden dramatisch aus. Neon und ich haben uns das Ganze aus sicherer Entfernung angeschaut während Thies über die Steine kletterte und die Drohne über dem Wasserloch aufsteigen ließ.

Aber auch die Gegend weiter westlich, um La Sorrueda, ist ziemlich malerisch: Hier findet ihr eine kleine Oase inmitten von grau-braunem Gebirge. Wer, wie wir, Küstenstraßen liebt, sollte sich außerdem die Strecke von Agaete in Richtung Süden nach Aldea vornehmen. Hier fahrt ihr circa 30 Kilometer entlang der rauen, kanarischen Küste. Teilweise fällt der Fels direkt neben der Straße dramatisch ins Meer! Ein weiteres Mal sind wir uns einig, dass die Natur die allerschönsten Sehenswürdigkeiten für uns zaubert!

Die Straßen auf Gran Canaria von oben

 

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