Good Morning Vietnam. Es ist 6:00 Uhr in der Früh. Willkommen am östlichen Ende des asiatischen Kontinents. Gut zehn Flugstunden trennen mich von meinem Abflugort Frankfurt. Nach einem Upgrade in die Business Class meines Non-Stop-Fluges mit Vietnam Airlines komme ich gut erholt und ausgeschlafen in Hanoi an. Dem deutschen Sommer sei Dank, bin ich bereits gut akklimatisiert. Lediglich die Luftfeuchtigkeit lässt mich bei verlassen des Flughafens gegen eine gefühlte Wand laufen.

Mit dem Nachtzug durch Vietnam: Nordvietnam ganz individuell

In den kommenden Tage entdeckte ich mit Enchanting Travels den Norden Vietnams. Individual-Reisen, die ganz auf die Interessen ihrer Kunden zugeschnitten werden, sind die Stärke von Enchanting Travels. Wie gut das Ganze in der Tat funktioniert, zeigte mir zum Beispiel eine authentische Street Food Tour mit unserem Local Guide, dem „Vietnamese God„. Dazu mehr in meinem kleinen Streetfood-Guide Hanoi.

Hanoi die Hauptstadt von Vietnam

Im Schwäbischen sagt man ja gerne „Ha neu„, wenn man im Gespräch etwas unglaubwürdig bejaht, daher die Redewendung „Hanoi ist die Hauptstadt von Vietnam“, wenn man mal wieder zu sehr ins Schwäbische abdriftet.

Die Hauptstadt ist das politische Zentrum des Landes und beherbergt das Mausoleum von Ho-Chi-Minh. Der Revolutionär und ehemalige Premier Minister der demokratischen Republik Vietnams genießt im kommunistisch regiertem Land einen gottähnlichen Status. So bekam ich dies zumindest von unserem Guide „Quang“ geschildert, als er von seine Eltern sprach, die einst zu ihm meinten: „Zu sagen, wir würden Ho-Chi-Minh lieben wäre zu wenig. Für uns ist er Gott„.

Ho-Chi-Minh-Stadt hingegen, auch bekannt als „Saigon“ ist der Wirtschaftsmotor des Landes und unterscheidet sich nicht nur sprachlich stark von Hanoi. Die Einwohner der beider Städte haben es nicht leicht sich zu verständigen.

Am 2. September wird in Vietnam der Unabhängigkeitstag als wichtigster Nationalfeiertag gefeiert und entsprechend viel war während meines Aufenthaltes auf den Straßen des Landes los. Perfekt getimt, um sich auf zwei Rädern ins Getümmel der Hauptstadt zu stürzen.

Die Ordnung im Chaos

Als Europäer war es mir zu Beginn ein Rätsel, wie die acht Millionen Einwohner von Hanoi mit ihren fünf Millionen Rollern das Verkehrschaos bewältigen, aber in diesem vermeintlichem Chaos scheint doch alles einer gewissen Ordnung nach zu funktionieren. Ganz im Gegenteil zu uns Deutschen, wo jeder auf sein Vorfahrtsrecht beharrt, scheint man in Vietnam mehr auf seine Mitmenschen zu achten.

Sicher gesattelt starte ich in die geführte Vespa Tour durch die Stadt. Einen Gang runter schaltet unsere Reiseplanung am nächsten Tag mit einer Rikscha Tour, bevor ich mich mit dem Nachtzug auf nach Sapa, in die Bergregion an der Grenze zu China mache.

Victoria Train: Mit dem Nachtzug nach Lao Cai

Mein letztes Nachtzug Erlebnis ist schon an die 25 Jahre her. Damals ging es mit drei Freunden nach Kalabrien in den Süden Italiens. Auch dieses Mal fühlte sich die Zeit im Zug mit der Reisgruppe ein wenig nach Klassenfahrt an.

Der Victoria Train von Hanoi nach Sapa hat in seinen „Deluxe-Kabinen“ Platz für 40 Passagiere. Teils in Zweier-, teils in Vierer-Schlafkojen. Ausgestattet mit Klimaanlage, Leselampen, gekacheltem Bad am jeweiligen Ende des Wagons und free Wifi.

Zur generellen Netzabdeckung muss ich sagen, dass ich in Vietnam auch in den abgelegensten Regionen fast durchgehen vier Gigabyte hatte. Mit meiner für rund zehn Euro am Flughafen erworbenen SIM-Karte war ich mit acht Gigabyte für eine Woche bestens gerüstet. Hier könnten sich die deutschen Netzbetreiber eine dicke Scheibe abschneiden.

Nach dem ich mich circa acht Stunden lang durch die Nacht habe schaukeln lassen, erreiche ich gegen 6:00 Uhr morgens die Endstation in Lao Chai in der Nähe von Sapa. Ein Abenteuer welches man auf einer Vietnamreise erlebt haben sollte.

Sapa und seine farbenfrohen Bergvölker

Unser Reiseziel ist die größte Reisbauregion in Vietnam. Sapa liegt 30 Kilometer südwestlich vom Endbahnhof Lao Chai entfernt. Hier befindet sich die Heimat der vietnamesischen Bergvölker der Hmong, Phu La und Dao. Die ethnischen Minderheiten Vietnams gehören zu den ärmsten Menschen des Landes, dennoch zählen sie zu den am buntesten gekleideten Menschen des Landes. Die Gegend ist vor allem durch seine Reisterrassen bekannt. Hier befinden sich mit 120 Stufen, die größten Reisterrassen Vietnams.

Chợ Cốc Ly – Zu Besuch auf einem Local Market

Wie farbenfroh die Kleidung der Bergvölker des Nordens ist, durfte ich hautnah auf einem lokalen Markt erleben. Jeden Dienstag treffen sich in Chợ Cốc Ly die Volksgruppen der Region um ihre Waren zu verkaufen und um selbst einzukaufen, was für den täglichen Bedarf benötigt wird. Selbst ein Frisör am Wegesrand, der mit einem über die Moped-Batterie gespeisten Langhaarschneider seinem Handwerk nachgeht, sorgt hier bei den Locals für einen frischen Haarschnitt.

Die wenigen Tage in Vietnam haben mir gezeigt wie vielfältig dieses Land doch ist. Voller farbenfroher Eindrücke freue ich mich bereits jetzt, die von mir noch unentdeckten Seiten Vietnams, wie Strände und Küsten bei einem weiteren Vietnam Trip kennenzulernen!


Unsere Recherche zu diesem Artikel konnte auf Grund einer Pressereise, eingeladen von Vietnam Airlines und Enchanting Travels stattfinden. Vielen Dank an dieser Stelle an Yvonne, Scott und unseren Local Guide Quang für die unvergesslichen Tage in Vietnam!

Kommentare

Send this to a friend