Im ersten Teil unseres Reiseberichts aus Uganda haben wir von unserer Begegnung mit den Schimpansen im Kibale-Nationalpark erzählt. Im zweiten Teil erzählen wir Euch von Raubtieren, wie wir beinahe Kim Kardashian im Urwald getroffen haben – und von einer demütig machenden Erfahrung: Gorilla-Trekking im Herzen des Regenwalds.

Wildlife deluxe – eine Bootsfahrt zwischen Lake Edward & Lake Albert

Noch am selben Tag, an dem wir morgens mit den Schimpansen durch den Regenwald gestreift sind, brechen wir auf zum Queen-Elizabeth-Nationalpark, der ein Stück weiter im Süden liegt, zwischen Lake George und Lake Edward. In der Ferne liegen die geheimnisvollen blauen Berge des Kongo unter wolkenverhangenem Himmel und mein Herz schlägt aufgeregt.

Wir fahren mit einem Boot in den Sonnenuntergang auf dem Kanal zwischen den beiden Seen. An den Ufern grasen Büffel und Krokodile liegen reglos unweit des Wassers, in dem eine Gruppe Nilpferde sich träge treiben lässt. In einem Baumwipfel entdecken wir einen Adler, der just in dem Moment seine majestätischen Schwingen öffnet und über den Kanal gleitet. In den Sträuchern und im Gras sehen wir unzählige weitere Vögel, sogar Pelikane. Eine Antilope blick von einem Hügel in unsere Richtung und die pastellfarbenen Boote der Fischer liegen ruhig am Ufer, während die dunkle Silhouette eines Fahrradfahrers den Hang hinabgleitet.

Im Landcruiser auf Safari durch den Queen-Elizabeth-Nationalpark

Gleich am nächsten Morgen fahren wir mit unserem Fahrer Beki durch die weite Savanne des Queen-Elizabeth-Nationalparks. Wir sehen den Kronenkranich, den Nationalvogel Ugandas. Antilopen und Topis kreuzen unseren Weg. Im nächsten Augenblick fliehen Warzenschweine ins Gebüsch, als sie uns entdecken. Die Elefanten bewegen sich mit anmutigen, majestätischen Schritten durch das hohe Gras. Zur gleichen Zeit seziert eine Löwin die aschfahlen Gedärme des getöteten Büffels – keine zwanzig Meter von uns entfernt. Die Löwenjungen spielen ein Stück weiter mit dem abgerissenen Schwanz des armen Geschöpfs. Uganda schenkt uns mehr Eindrücke, als ich in so kurzer Zeit verdauen kann.

Am Mittag brechen wir dann zum Highlight unserer Reise auf. Schon der Weg ist faszinierend. Wir kommen durch ländliche Gegenden, passieren kleine Dörfer und überqueren träge dahinziehende Flüsse. Links und rechts des Weges liegen immer wieder Kaffee- und Teeplantagen.

Einmal im Leben: Gorilla-Trekking im Bwindi Nationalpark

Die M-Zapfen des menschlichen Auges sind nicht nur dafür da, uns dabei zu helfen, die unzähligen Grüntöne unserer Welt wahrzunehmen, sondern sie helfen uns auch, Kanten zu erkennen. Und sie sind die am schnellsten arbeitenden Sinneszellen des Auges: Als wir im Bwindi Nationalpark gerade ins dichte Unterholz des Regenwald aufgebrochen sind, schlägt mir unsere Rangerin urplötzlich den Arm vor die Brust und drängt uns zurück.

Keine drei Meter vor uns liegt mitten auf dem Pfad eine schwarze Mamba, eine der totbringendsten Schlangen der Welt. Wir müssen mit sicherem Abstand warten, bis die Schlange wenig später von selbst im Unterholz verschwindet, bevor wir weiter gehen können. In den Ästen der nahe stehenden Bäume entdecken wir sogar noch das giftgrüne Jungtier. Wie besonders der Moment ist, wird mir erst später bewusst, als unsere Rangerin die Bilder, die wir gemacht haben, mit Fotos aus dem Internet abgleicht. Auch die anderen Ranger, die uns begleiten, schauen gebannt auf das Display und schütteln mit den Köpfen. Es ist erst das zweite Mal überhaupt, dass sie der schwarzen Mamba begegnet sind.

Wir sind auf dem Weg zu den sagenumwobenen Berggorillas. Es gibt nur noch knapp eintausend Exemplare ihrer Art im Grenzgebiet zwischen Uganda und dem Kongo. Der Berggorilla ist vom Aussterben bedroht. Die Tiere leben in Gruppen im Regenwald, nur wenige davon sind an den Menschen gewöhnt. Sie dürfen jeden Tag für maximal eine Stunde von einer kleinen Gruppe Menschen besucht werden. Flankiert von den Waldhütern wandern wir beinahe drei Stunden durch den Regenwald, durchqueren kleine Flussläufe, bahnen uns mit der Machete den Weg und steigen rutschige Wege hinab. Als unsere Rangerin dann in das Dickicht zeigt und am Rande des Pfades ein Gorilla sitzt und uns ansieht, ist es ein magischer Moment.Wir folgen dem Tier weiter in den Wald und finden die Gruppe der Gorillas, nach der wir auf der Suche sind und die sie Rushegura nennen. Zuerst sehen wir das Weibchen Kibande und kurz darauf zwei Junge, die in den Ästen hangeln. Die Ranger bahnen weiter mit ihren Macheten den Weg, bis Kabukojo vor uns auftaucht, der Anführer der Gruppe. Buddha-gleich und gewaltig sitzt der Silberrücken vor uns im Unterholz. Wieder höre ich das Schlagen meines Herzens laut in den Ohren, es ist ein demütig machender Augenblick.

Und Kim Kardashian?

Am selben Tag wie wir haben tatsächlich auch Kanye West und Kim Kardashian den Bwindi Nationalpark besucht – wir haben sie nur knapp verpasst. Abends können wir auf Kardashians Instagram-Profil unseren Tag noch einmal aus den Augen eines Megastars nachempfinden: eine einigermaßen surreale Erfahrung.Am sechsten Tag der Reise brechen wir in den Mburo-Nationalpark auf. Die Mihingo-Lodge ist auf einem Hügel inmitten des Parks gelegen und aus dem Pool heraus kann man in der Ferne an einem Wasserloch die vielen Tiere beobachten, die dort zum Trinken vorbei kommen. Am Abend sitzen wir noch lange auf der Terrasse vor unserem Zimmer und hören den abertausend Geräuschen des dunklen Walds um uns herum zu.

Im Morgenlicht brechen wir dann zu Fuß in den Nationalpark auf und sehen Zebras, Giraffen und zahllose Vogelarten. Nur der Leopard bleibt uns verborgen.

Ein Land im Aufbruch

Unsere letzte Nacht in Uganda verbringen wir auf Bugala, der Hauptinsel der im Viktoriasee gelegenen Sesse-Inseln. Uganda ist ein großartiges Land und es lässt mich wehmütig zurück. Die Landschaften und Tiere sind so abwechslungsreich und beeindruckend, wie man sie sonst nur selten in so einer Vielfalt erleben kann.

Einen bleibenden Eindruck hinterlässt das Land aber vielmehr noch wegen seiner Menschen, die wir auf unserer Reise getroffen haben. Uganda ist noch immer eines der ärmsten Länder der Welt, über fünfzig Prozent der Bevölkerung ist jünger als fünfzehn Jahre. Trotz vieler noch zu bewältigender Probleme begegnen uns überall aufgeschlossene Menschen und wir sehen in lachende und lebensfrohe Gesichter. Es ist bunt hier. Wir hören viele positive Geschichten. Nach den dunklen Jahren der Diktatur und Massakern in den Siebzigerjahren spürt man heute überall Optimismus: Uganda ist ein Land im Aufbruch, in eine bessere Zukunft.

Wir können es Euch nur ans Herz legen, einmal hierher zu kommen.


Wir waren auf Einladung von Tourism Uganda im Rahmen einer Pressereise hier und bedanken uns herzlich für die unvergesslichen Tage. Unser Dank gilt außerdem dem Simba Safari Camp im Queen Elizabeth Nationalpark, der Silverback Lodge im Bwindi Nationalpark, der Mihingo Lodge im Mburo Nationalpark, der Brovad Sands Lodge auf den Sesse-Inseln und dem Best Western Premier Garden Hotel in Entebbe für die wunderbaren Unterkünfte und die gute Zeit.

Auf www.visituganda.de findet Ihr alle notwendigen Informationen, um eine eigene Reise zu planen und vieles mehr.

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