Ich sitze auf der Veranda unseres AirBnB Bungalows in Los Angeles. Ein paar Straßen weiter heulen Polizeisirenen, über mir kreist seit Minuten der Helikopter. Abgase kriechen in meine Nase und meine Augen sind müde vom windigen Vormittag am Venice Beach. Eigentlich sind wir hier im Stadtteil Silver Lake in einer der ruhigeren Ecken der Stadt – aber nicht ruhig genug. Unsere Sinne sind verwöhnt von der Stille der Cook Islands, dem kleinen Inselstaat im Südpazifik. Unsere Füße sind den feinen Sand gewöhnt, die einfache Verkehrsführung mit gerade mal einer Bundesstraße die uns kreisförmig in ca. 40 Minuten einmal um die ganze Insel Rarotonga führt. In den Supermärkten gibt es eine Sorte Zahnpasta, wenn wir Glück haben Milch, die nicht aus Pulver angerührt werden muss, und Toastbrot. Dafür freuen wir uns umso mehr über die erntefrischen Papayas aus dem eigenen Garten unseres Strandhauses. Wir leben hier mit Hund und Katze eine Woche lang auf der Hauptinsel Rarotonga und werden eine Woche lang von den Hähnen auf der kleinen Insel Aitutaki geweckt. Jetzt versteht ihr bestimmt, warum sich L.A. nach zwei Wochen einfachem Inselleben also ganz schön hart anfühlen kann.

Einfach aber wunderschön: Eine Woche auf der Insel Aitutaki,

Nach über zwei Monaten Weltreise habe ich den Überblick darüber verloren, wie viele Flieger wir mittlerweile zu dritt bestiegen haben, wie viele Städte wir besucht, in wie vielen verschiedenen Betten wir geschlafen haben, viele Menschen wir kennengelernt haben. Und ich würde dieses aufregende Leben, das wir gewählt haben, für nichts auf dieser Welt eintauschen wollen. Trotzdem war es genau der richtige Zeitpunkt, an dem diese Pause für den Kopf näherrückte. Nämlich dann, als wir mit ziemlich rasanten Landeanflug den Flughafen auf Rarotonga ansteuerten.

Wie fünfzehn grüne Tropfen mitten im pazifischen Ozean. So sehen die Cookinseln aus Vogelperspektive aus, die unabhängige Inselgruppe vier Flugstunden entfernt von Neuseeland. Ihren Namen verdankt die unabhängige Inselgruppe einem Mann, der uns auf unserer Reise schon einmal begegnet ist: James Cook, jener englische Seefahrer und Entdecker, der im 18. Jahrhundert die Pazifik besegelte und auf seiner Suche nach neuen Ufern zuerst auf Australien und anschließend auf die Inselgruppe stieß, die heute seinen Namen trägt.

Einmal aus dem großen Flieger raus und in die kleine Propellermaschine rein und 45 Minuten später landeten wir auf der kleineren Insel mit dem Namen Aitutaki. Hier sollten wir also eine Woche lang runterkommen. Ohne Wlan, ohne große Programmpunkte. Lustig, dass man manchmal ans andere Ende der Welt fliegen muss, um kurz innezuhalten …

Life is easy on the Cook Islands

Angekommen auf Aitutaki merken merken wir schnell, dass wir hier einen Ort zum Abschalten gefunden haben. 3 GB Datenvolumen kosten 50 Neuseeland Dollar, eine garantierte Verbindung gibt es allerdings nicht. Eine Verbindung lässt sich nur in einem der Hotspots aufbauen. Okay wir verzichten erstmal und richten uns in unserer „Familien Villa“ im kleinen Resort namens „Aitutaki Village“ ein. Unser Zuhause ist hier auf der Outu-Halbinsel im Nordosten der Insel. Uns steht eine der zwölf Häuschen mit einem Bett, einem Kühlschrank mit einer Kanne gefiltertem Trinkwasser und mit einem kleinen Bad mit Dusche zur Verfügung. Außerdem eine Veranda mit drei Stühlen. Das sollte uns für eine Woche genügen.

Keine 300 Meter entfernt erwartet uns am morgen das Restaurant „Blue Lagoon“ mit Blick auf die wunderschöne Lagune mit türkies schimmernden Wasser. Das Frühstücksbuffet ist eingeschränkt und spätestens am dritten Morgen können wir das Toastbrot und die Marmelade und Butter, beides aus Einweg-Plastik Minipackungen nicht mehr sehen. Der Instant-Kaffee schmeckt trotzdem und der Blick auf die Natur entschädigt. Wir gewöhnen und schnell an den Minimalismus und genießen die Natur und den einfachen Alltag um so mehr. In diesen Tagen brauchen wir nur ein Viertel unseres Gepäcks, schlafen oft bereits mit Neon früh Abends ein (ohne Netflix, Mails und Fernseher, ohne Geschirr das abgespült oder Wäsche die gewaschen werden will geht es wunderbar) und wachen morgens mit dem Weckruf der Hähne auf.

Weniger ist mehr – Erholung für Körper und Geist auf den Cook Islands

An einem Tag mieten wir einen Kleinwagen mit vielen Dallen aber einem vollen Tank – der wird hier auf der Insel auch nach Wochen nicht leer. Wir fahren zwei Mal über die Insel und machen ansonsten nicht viel.

Thies geht tauchen, Neon und ich verbringen den Tag am Wasser bzw. in einer der schönsten Lagunen der Welt! Medien und Gäste sind sich einig, dass diese Lagune eine, wenn nicht gar „die“ schönste Lagune der Welt sei. Nur Bora Bora soll hier mithalten können, bis wir dazu etwas sagen können, dauert es leider noch ein Weilchen. Aber wir gestehen, dass diese in allen erdenklichen Türkisnuancen schimmernde Badewanne, tatsächlich eine der schönsten ist, in denen wir bisher plantschen durften!

Täglich paddeln wir hier mit dem Kajak durch die Lagune, sehen Fische, Seegurken und Muscheln, wir machen auf Sandbänken eine Pause. Das war’s auch schon – und genau darum haben uns die Cook Islands so unheimlich gut gefallen. Kein Konsum, keine Entscheidungen treffen, einfach in den Tag hineinleben, viel schlafen und viel Natur genießen. Und eins wurde uns auf Aitutaki bewusst:

“Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Welt.” (Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.)

Ihr habt Lust auf einen Urlaub auf den Cook Islands? Warum uns dafür die anschließende Woche auf der Hauptinsel Rarotonga noch besser gefallen hat, verraten wir euch in unserem Rarotonga Artikel!


Unser Aufenthalt auf Aitutaki wurde durch das Tourism Board Cook Island – Love a little paradise unterstützt. Vielen dank!

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