Botanische Gärten haben schon etwas Magisches an sich. Mitten im urbanen Chaos bilden sie ein Tor in andere, grünere Welten – oder zumindest in andere Klimazonen. Eine der ältesten und beeindruckendsten Anlagen Europas befindet sich im Londoner Stadtteil Kew: Die Königlichen Botanischen Gärten, Kew. Im 17. Jahrhundert wurde die Anlage als „Lustgärten“ für den Adel gegründet. Heute finden sich auf einer Fläche von 120 Hektar hier 19.000 lebende Pflanzensorten, verteilt auf eine großflächige Parkanlage und diverse Gewächshäuser im viktorianischen Stil. Die Königlichen Botanischen Gärten, Kew bilden mit ihren um die 8,5 Millionen Artikel umfassenden Pflanzen- und Pilzsammlungen außerdem den biovielfältigsten Ort der Erde, seit 2003 sind sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Beim Anblick der kunstvollen Glasbauten im viktorianischen Stil komme ich schnell ins Träumen: Ich kann mir gut vorstellen, mich hier mit Musik auf den Ohren für ein paar Stunden auf Erkundungstour irgendwo zwischen Tropen und Wüste zu verlieren – oder einen Regentag mit einem guten Buch in der feucht-warmen Kuppel des Princess of Wales Conservatory (das von Prinzessin Diana höchstpersönlich eröffnet wurde) zu verbringen.

Doch der Anlass meines Besuchs in den Königlichen Botanischen Gärten, Kew verdient meine volle Aufmerksamkeit: Denn die Gärten sind nicht nur wunderschön anzusehen, sondern erfüllen auch einen wichtigen Zweck.

Natur fürs Haar: Herbal Essences x Königliche Botanische Gärten, Kew

Sie sind Heimat einer der weltweit führenden Institute für Pflanzenkunde. Jeden Tag arbeiten hier über dreihundert Kew-Wissenschaftler daran, neue Spezien zu identifizieren, zu kategorisieren und ihre Verwendungsmöglichkeiten zu untersuchen – im Schnitt immer noch 200 neue Arten pro Jahr. Aktuell wird unter den Dächern von Kew unter anderem an der Behandlung von HIV geforscht – die mit einem zuckerartigen Molekül, das hier bei Kew in der australischen Morton Bay Kastanie entdeckt wurde, zu tun haben könnte. Seit 17 Jahren wird hier auch an der verschönernden Wirkung verschiedener Pflanzensorten für den Beauty-Giganten Procter & Gamble geforscht.

Vor zwei Jahren hat sich die Haarpflegemarke Herbal Essences, die zu P&G gehört, offiziell mit den Wissenschaftlern der Königlichen Botanischen Gärten, Kew zusammengetan, um die Kraft der Pflanzen und das wertvolle Wissen der Kew-Wissenschaftler für schönes und gesundes Haar zu nutzen. Herbal Essences ist die erste globale Haarpflegemarke, der Kew-Wissenschaftler die Qualität ihrer pflanzlichen Inhaltsstoffe bescheinigen. Ab Mai 2019 sind die Herbal Essences Produkte – die übrigens trotz natürlicher Inhaltsstoffe fruchtig duften – im neuen Design und mit der Bestätigung der Inhaltsstoffe durch Kew in verschiedenen Varianten erhältlich.

Prof. Dr. Monique Simmonds ist die stellvertretende wissenschaftliche Leiterin von Kew und führt mich und eine Gruppe Journalistinnen durch die riesige, beeindruckende Anlage. Mein Favorit: Das Temperate House – das größte viktorianische Glashaus der Welt – in dem man durch verschiedene Pflanzen aus gemäßigten Klimazonen auf der ganzen Welt schreitet.

Geballte Pflanzenpower für Herbal Essences

Das benachbarte Kew-Herbarium beheimatet über 7 Millionen konservierte Pflanzen und Pflanzenteile. Rund 10 Prozent aller weltweit neu entdeckten Pflanzen werden hier identifiziert. Hier wird ganz am Anfang der Pflanzenentwicklung angesetzt und an der DNA der Pflanzen geforscht – das ist notwendig, um die Zusammenhänge zwischen den Pflanzen zu verstehen, erklärt Prof. Dr. Simmonds. Herbal Essences nutzt dieses Wissen über Pflanzen, um die in Herbal Essences verwendeten Pflanzen zu identifizieren und  sicherzustellen, dass alle natürlichen Inhaltsstoffe den höchsten Standards entsprechen. Auf diese Weise können die Produkte ihr volles Potenzial ausschöpfen. Spannend wird es dann aber auch im Labor: Ich bin schon lange Fan von natürlichen Inhaltsstoffen in meiner Kosmetik und klebe der Wissenschaftlerin an den Lippen, als sie von den geballten Kräften von Aloe Vera – und Überraschung! – Mais erzählt.

Einmal fermentiert, setzt Mais Histidin frei, erklärt Prof. Dr. Simmonds. Die Aminosäure, die übrigens auch im menschlichen Körper vorkommt, ist ein echtes Powerhouse: Histidin geht radikal gegen Kupfer vor – das unter anderem über das Wasser in unsere Haare gelangt und die Haarstruktur schädigt – und hilft dabei, Kupfer zu entfernen. Wer hätte gedacht, dass Mais zu schönem Haar beitragen könnte? Noch mehr zur den Kräften der Natur und der Kooperation zwischen Herbal Essences und den Königlichen Botanischen Gärten, Kew haben mir Prof. Dr. Monique Simmonds von Kew und Rachel Zipperian, leitende Wissenschaftlerin bei Herbal Essences, im Interview verraten.

„Die Natur hat eine Lösung für alles“

Cathi: Die Menschen haben hunderte Jahre die Kraft der Pflanzen für Kosmetik benutzt – warum ging der Trend hin zu künstlichen Inhaltsstoffen und warum kommt der Trend zurück?

Prof. Dr. Monique Simmonds: Nach etwa 1830 begannen Wissenschaftler mit der Synthese chemischer Inhaltsstoffe. Diese Inhaltsstoffe galten als modern und wurden beliebter als Naturprodukte. Unternehmen wollten zeigen, was sie mit diesen neuen Inhaltsstoffen erreichen können. Heute sehen wir einen Trend zurück zu natürlichen Inhaltsstoffen, weil wir uns Gedanken über unsere Umwelt machen und wissen, wie lange einige synthetisch hergestellte Stoffe in der Natur brauchen, um abgebaut zu werden.

Rachel Zipperian: Kunden heutzutage wollen Transparenz! Sie wollen wissen, was sie essen, sie wollen wissen, was sie auf ihren Körper auftragen – und welchen Fußabdruck sie damit hinterlassen. Bei Herbal Essences sind wir schon seit unserer Gründung in den 1970er-Jahren von natürlichen Inhaltsstoffen absolut begeistert. Die Kooperation mit Kew ist der nächste aufregende Schritt in dieser Tradition.

Welche botanischen Inhaltsstoffe haben Sie in Herbal Essences identifiziert und untersucht?

Prof. Dr. Monique Simmonds: Neben Histidin, das in Mais vorkommt, unter anderem Kakaobohnen, die wichtige Nährstoffe enthalten, Arganöl für mehr Feuchtigkeit und Passionsblumen, die natürliche Antioxidantien liefern. Alle diese Inhaltsstoffe werden von unserem Team getestet, um sicherzustellen, dass die in Herbal Essences verwendeten Inhaltsstoffe aus diesen Pflanzen stammen. Denn: Dass beispielsweise Arganöl in einem Produkt enthalten ist, heißt noch lange nicht, dass es seine Wirksamkeit ganz entfalten kann, es ist wichtig, auf die Qualität zu achten. Wir testen als unabhängige Institution auch Pflanzen, die in anderen Produkten, Kosmetik, Getränken und Arzneimitteln verwendet werden – und rund 30 Prozent der Proben stellen sich als unwirksam oder zu schlechte Qualität heraus. Das liegt oftmals einfach daran, dass Lieferanten nicht genug über die Inhaltsstoffe wissen, die in einem Extrakt aus einer Pflanze enthalten sein sollten, um die vorgeschlagene Verwendung zu unterstützen, oder dass sie das falsche Ausgangsmaterial erhalten haben.

Was ist so besonders an dieser Zusammenarbeit, Frau Zipperian?

Rachel Zipperian: Wir sagen immer: Die Natur hat eine Lösung für alles! Und mit den Kew-Wissenschaftlern haben wir wirklich einige der beeindruckendsten Wissenschaftler in diesem Bereich hinter uns. Wir freuen uns außerdem, mit unserer finanziellen Unterstützung auch die anderen, wichtigen Forschungsprojekte von Kew zu unterstützen. Die Königlichen Botanischen Gärten, Kew leisten zum Beispiel wichtige Arbeit im Bereich Medizin und Bildung!

Welche Pflanze sollten wir in Sachen Beauty im Auge behalten?

Rachel Zipperian: Ich bin ein großer Fan von Aloen! Ich glaube, dass wir gerade erst anfangen, zu verstehen, wofür wir diese Wunderpflänzchen nutzen können. 

Prof. Dr. Monique Simmonds: In einem unserer Gewächshäuser feiern wir derzeit eine Orchidee aus Kolumbien. Pflanzen aus diesem Land haben ein großes Potenzial. Generell ist Kolumbien ein Land, das in Sachen Botanik in den letzten 60 Jahren aufgrund der politischen Lage kaum erforscht wurde. Wer weiß, welche Schätze hier noch schlummern? 

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