Eines der Dinge, die ich auf Martinique lieben gelernt habe, ist Rum oder wie man auf der Insel schreibt Rhum, um sich vom Rum der britischen Inseln abzugrenzen und um ganz präzise zu werden Rhum Agricole. Agricole steht für landwirtschaftlich, denn der Rhum wird nicht aus industriell hergestellter Zuckerrohr-Melasse, die bei der Zuckergewinnung anfällt, hergestellt, sondern aus gepresstem Zuckerrohrsaft. Wer die Insel besucht, sollte auch eine der Destillerien besuchen. Wir hatten am letzten Tag einen ganz kurzen Ausflug zur Destillerie „HSE – Habitation Saint Etienne“. Viel Zeit hatten wir nicht, aber für ein paar Fotos der Fasslagerung und einer Kostprobe hat es gereicht. Jetzt habe ich zwei Flaschen zu Hause. Aber keinen weißen Rum, wie er nach der Destillation entsteht, sondern braunen. Der Weiße war mir zu stark und geschmacklos. Die Färbung und damit einhergehend die geschmackliche Entwicklung entsteht durch die Reifung in Holzfässern, teilweise haben diese Fässer zuvor Wein, Cherry oder Bourbon beinhaltet und geben diese Note an den Rhum weiter.

Must-Dos auf Martinique: R(h)um Tasting!

Ein kleines Rezept für einen Cocktail: Ti Punch / Ti Punch Vieux (brauner Rhum)

– 5 CL Rhum oder brauner Rhum
– Rohrzucker (nach Belieben) oder Zuckerrohrsirup
– 1/4 Limette

Etwas Rhum in ein Glas geben, eine viertel Limette auspressen und dazugeben, Rohrzucker dazugeben und verrühren. Kein Eis, der Rhum hat Raumtemperatur. Aber es gibt unterschiedliche Zubereitungsarten, auch mit Eis oder Sirup. Viel Spaß beim Experimentieren und vor allem Genießen.

Jardin de Balata – Wo Kolibris und exotische Pflanzen zu Hause sind

Natürlich hat die Natur Martiniques einiges zu bieten, von den schönen Stränden geht es im Inselzentrum schnell bergauf in den Regenwald. Hier versteckt sich ein botanischer Garten namens Jardin de Balata. 1982 von Jean-Philippe Thome angelegt und beinhaltet eine farbenfrohe Ansammlung verschiedenster Blumen, Palmen und anderen Pflanzen aus der ganzen Welt. Natürlich gibt es auch eine Menge Tiere, am auffälligsten sind wohl die flinken und bunten Kolibris. Es ist faszinierend wie sie mit ihrer extrem hohen Flügelschlagfrequenz summend in der Luft stehen und dann wieder mit einem rasanten Tempo verschwinden. Wer genau hinschaut entdeckt aber auch andere kleine Bewohner des Waldes. Was ich mir auch nicht entgehen lasse, ist der Baumwipfelpfad in den Mahagonibäumen, mit einem schönen Ausblick bis nach Fort-de-France.

Mit dem Boot die Insel erkunden

Aus dem feuchten Regenwald geht es raus aufs Meer. Mit einem kleinen Schnellboot fährt unsere Reisegruppe aus Bloggerinnen und Journalistinnen aus Quebec vor die Küste Martiniques. Der Wellengang und die Geschwindigkeit des Bootes haben zur Folge, dass wir gut durchgeschüttelt werden und das Boot immer wieder kurz abhebt und auf dem Wasser aufschlägt. Die Gischt macht uns alle etwas nass. Durch die Abkühlung lasse ich die Sonne ganz außer acht, die weiterhin erbarmungslos auf uns niederbrennt und meine Nase rot zum L

 

 

 

 

 

euchten beginnt. Ich habe einen Riesenspaß während der wilden Bootsfahrt aber nach einiger Zeit drosselt unser Kapitän die Geschwindigkeit und wir kommen in der Nähe eines anderen Bootes zum Halt. Und warten. Er spricht über Funk mit jemandem. Ich schaue mich um bis der Kapitän mit seiner Hand aufs Meer zeigt und „Look!“ ruft. Die Finnen schneiden durchs Wasser wie ein Messer durch warme Butter. Es sind Delfine.

Zwei, drei, nein vier und dann verschwinden sie auch schon wieder. Dafür tauchen an einer anderen Stelle neue auf. Man muss schnell sein um sie zu fotografieren, sie sind verteilt um unser Boot herum, das ziemlich schaukelt. Lange bleiben wir aber nicht, denn es ist maximal 15 Minuten pro Tag erlaubt die Delfine zu beobachten, dann müssen die Boote die Meeresbewohner wieder in Ruhe lassen. Zu anderen Jahreszeiten kann man auch Wale beobachten. Wir fliegen wieder über die Wellen und machen im Schatten einer Steilküste halt für eine Rhumpause. Ein Schluck Ti Punch, die Klamotten runter und ab ins Wasser. Es ist türkis, es ist klar, es ist traumhaft. Man sieht den Grund und Unterwasser entdecke ich einen Fischschwarm direkt neben uns. Jetzt hätte ich gerne eine Unterwasserkamera. Tauchen und die Unterwasserwelt entdecken muss auf Martinique fantastisch sein.

Lilis Beach Bar

Einer meiner Liebslingsorte auf Martinique ist Lilis Beach Bar. Um sie zu finden muss man erstmal durch ein Hotel hindurch und einen kleinen Hang hinunter Richtung Strand. Die Lage ermöglicht einen wunderbaren Blick aufs Meer und den südlichen Teil der Insel. Dazu kommt der eigene Strand. Während man in anderen Restaurants auf sein Essen am Tisch wartet kann man hier baden gehen. Was ich mir natürlich nicht entgehen lasse. Der Strand ist zwar für jeden frei zugänglich aber ich würde ihn unter allen Umständen mit einem Besuch bei Lilis verbinden. Das Fisch-Carpaccio, anschließend Dorade mit Bananen und Brotfrucht. Es ist unglaublich. Ich könnte hier den ganzen Tag essen.

Die Halbinsel „Caravelle“

Für Naturliebhaber und für kleine Wanderungen bietet sich das Naturschutzgebiet auf der Halbinsel Caravelle im Osten Martiniques an. Von hier kommt auch der Wind beziehungsweise in der Hurricane-Saison die Stürme. Man kann hier auf den Berg hinauf, der den Leuchtturm von Caravelle beherbergt und eine Rundumsicht genießen. Von hier kann man die Wetterstation am Ostzipfel sehen und direkt daneben die Kanincheninsel. Ihren Namen hat sie bekommen, weil sie ausschaut wie ein Kaninchen. Von hier oben kann ich das nicht erkennen aber vielleicht aus einem anderen Blickwinkel. Des Weiteren sieht man Chateau Dubuc, ein Museum, das früher eine Zuckerrohrplantage war, die schroffen Felsen der Küste und die Tresorbucht. Etwas nördlich gibt es in Küstennähe eine winzige Insel, sagt uns unserer Führer, auf der eine einzige Kokosnusspalme lebt.

Außerdem wird sie von Schildkröten aufgesucht, die hier ihre Eier ablegen. Mit bloßem Augen kann ich sie nur erahnen aber sie hat auch nur Platz für einen Palme. Weit und breit ist es grün, der Ostwind kühlt uns etwas ab. Für uns geht es wieder den Hügel hinab und durch den Wald. Richtung Küste wird der Wald ein Mangrovenwald. Die Äste der Mangroven wachsen in alle Himmelsrichtungen, man weiß gar nicht wo welche Pflanze anfängt und aufhört. Es ist ein riesiges Netzwerk das vielen Tierarten, unter anderem Krebsen und kleinen Fischen einen geschützten Lebensraum bietet.

Früher wurde das Holz für Möbel abgeholzt und dadurch nicht nur der Lebensraum der Tiere zerstört, sondern auch der natürliche Schutz der Küstenlinie vor Wellen und Stürmen. Die Mangroven sind sozusagen ein hölzerner Wellenbrecher. Hier neigt sich mein kleiner Karibikausflug leider schon dem Ende zu. Ich habe in der kurzen Zeit viel gesehen und viel unternommen, jedoch war das nur ein Bruchteil von dem was diese paradiesische Insel wohl bietet. Danke an Atout France für die Reise und vor allem François für die gute Zeit. Ich freue mich auf meinem nächsten Besuch. Bis dahin mixe ich mir zu Hause einen Ti Punch, nehme einen Schluck, schließe die Augen und höre die Trommelschläge des Karnevals, schmecke die Früchte der Karibik und stelle mir vor wie ich an den Stränden Martiniques schwimmen gehe.

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