Auch wer sich nicht in der Modewelt auskennt, kennt seinen Namen: Peter Lindbergh. Der 74-Jährige ist unumstritten einer der erfolgreichsten Fotografen des Jahrhunderts und hatte von Naomi Campbell bis Kate Moss die größten Supermodels unserer Zeit vor der Linse. Hierzulande haben erst letztes Jahr Lindberghs reduzierte Fotos der sonst top gestylten Schlagersängerin Helene Fischer für das Cover der deutschen Vogue für Aufregung gesorgt.

Denn Lindbergh ist nicht an Perfektion interessiert. Er hat das Talent, Menschen und Momente roh, authentisch und mit einem ganz eigenen Auge für Ästhetik, einem anderen, ganz eigenen Blickwinkel, einzufangen. Doch wer ist der Mann hinter der Kamera eigentlich? Und wie hat er sich zu einem der größten Künstler des 21. Jahrhunderts entwickelt? Damit beschäftigt sich ein neuer Dokumentarfilm, der am 30. Mai bei uns in die Kinos kommt.

Peter Lindbergh Doku: Vom Vertriebenen zum Starfotografen

Der französische Regisseur Jean-Michel Vecchiet hat seinen Freund Peter Lindbergh über 25 Jahre begleitet und versucht im Film dem Starfotografen über die ihm wichtigsten Menschen hinter und vor der Kamera näher zu kommen: Den Frauen seines Lebens. „Es gibt nichts Schöneres, als die Frau, die du liebst, zu fotografieren“, sagt Lindbergh an einer Stelle im Film. Zu Wort kommen deshalb nicht nur Stars und Models, die Lindbergh seit Jahren begleitet, sondern auch seine Mitarbeiterinnen, Lindberghs Schwester und seine ehemaligen Partnerinnen.

(Fotos: Peter Lindbergh)

Gleichzeitig geht der Film ganz zurück – bis zur Kindheit Lindberghs. Was viele nicht wissen: Lindbergh (*1944) musste als Kind mit seiner Familie von Polen nach Deutschland fliehen. Dort absolvierte er erstmal eine Lehre als Schaufensterdekorateur. Erst mit 27 nahm Lindbergh erstmals eine Kamera in die Hand und versuchte sich in Werbefotografie. 1978 kam dann mit einem Foto in der Zeitschrift „Stern“ der Durchbruch. Seine bis heute bekannteste Fotoreihe der Topmodels Naomi Campbell, Linda Evangelista, Cindy Crawford und Christy Turlington entstand 1990 in Brooklyn, New York. Mit seinen intimen Fotos katapultierte Lindbergh die jungen Models endgültig in die Liga der Supermodels.

Aufnahmen, die nur entstehen können, wenn die Chemie zwischen Fotograf und Fotografierten stimmt. Wie schafft Lindbergh das? Im Film bekommt man zumindest in einer Szene eine Ahnung davon: Eine noch sehr junge Naomi Campbell beschwert sich dort am Set: Sie wolle nicht nochmal im Pool shooten, ihr sei kalt. Lindbergh zuckt mit den Achseln und sagt: „Dann machen wir das nicht“. Lindbergh hat trotz seines Erfolgs die Menschlichkeit nie verloren.

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