Das kleine, verschlafene Örtchen Kilbeggan liegt irgendwo im Nirgendwo, rund eine Stunde von Dublin entfernt, im Herzen Irlands. So unscheinbar das 1.000-Seelen-Dorf auf der Landkarte aussieht: Hier wurde Geschichte geschrieben. Whiskey-Geschichte! Im 18. Jahrhundert öffnete hier eine der ersten Destillerien Irlands in den Überresten eines ehemaligen Klosters seine Pforten, die bis heute besteht: Der nach seinem Geburtsort benannte Kilbeggan Whiskey wird heute weltweit vertrieben.

Gebrannt wird der gute Tropfen inzwischen zu großen Teilen in der berühmten Cooley Distillery an der irischen Küste sowie in Locke’s Distillery in Kilbeggan. Während unserer Reise durch Irland ist der Besuch der Distillery für mich natürlich ein Must-Do. Ich beobachte wie aus Gerste, Mais und Weizen das Lieblingsgetränk der Iren entsteht. Ich bestaune die drei originalen Pot Stills, die immer noch Whiskey produzieren und lausche den Fakten zum Whiskey, der wie flüssiges Gold in mein Glas fließt.

Der bekannteste Whiskey aus der Kilbeggan Family, der Kilbeggan Traditional, wird ohne Age-Statement, also ohne Altersangabe vertrieben. Das bedeutet: Der Whiskey wurde mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern gelagert, sein wahres Alter wird aber nicht preisgegeben. Außerdem handelt es sich um einen sogenannten Irish Whiskey Blend, bei dem sowohl doppelt destillierte Malt-Whiskeys, als auch Grain-Whiskeys enthalten sind. Daher kommt übrigens auch die für irischen Whiskey typische Milde, was den Kilbeggan auch zu einem soliden Whiskey für Anfänger macht.

Kilbeggan Whiskey: Zu Gast in der Traditions-Destillerie

Dem Geschmack tut das Ganze nichts ab: Kenner lieben die Noten aus Pfirsichen, Karamell, Vanille und Mandelnougat und die sanften Malztöne im Abgang. Mich erinnert der Kilbeggan Traditional an die Feierlichkeiten zum St. Patricks Day und meine ersten Whiskey Versuche für die ein so milder Tropfen genau das richtige ist.

Neben dem traditionellen Kilbeggan Whiskey werden in der Destillerie mittlerweile auch die Marken Connemara und Tyrconnell hergestellt. Weil nach der 90-minütigen Tour noch eine Autofahrt ansteht, halte ich mich beim Tasting zurück – und freue mich schon auf der Fahrt umso mehr darauf, den Tag mit einem kühlen Glas ausklingen zu lassen.

Mindestens genauso integriert in die Kultur Irlands ist Irish Coffee. In Irland steht er wirklich auf jeder Getränkekarte. Seinen Ursprung hat der Drink, der laut den Iren immer angebracht ist, „wenn man kalte Füße hat“ im irischen Foynes Port. Hier befand sich in den 1940ern eine Airbase, die als Stop Over für transatlantische Flüge genutzt wurde. Um den müden, frierenden Fluggästen die Wartezeit zu verkürzen, überlegte sich der Koch des einzigen Restaurants vor Ort ein besonderes Getränk: Er mischte Kaffee mit Whiskey und Sahne. Im nächsten Jahrzehnt wurde Irish Coffee zum Renner an Flughäfen – und verbreitete sich so rasend schnell über die ganze Welt.

Ein Schlückchen Irland für Zuhause: Irish Coffee Rezept

Kalte Füße? Dann macht’s wie die Iren: Irish Coffee ist easy zubereitet, schmeckt zu jeder Tageszeit und wärmt Körper und Seele!

Ihr braucht:

  • 1 TL Zucker, braun
  • 2 EL Kilbeggan Whiskey
  • 1 Tasse Kaffee (am besten stark & heiß!)
  • Sahne, leicht geschlagen

So geht’s:

Den Zucker in einem hitzefesten Glas mit dem Whiskey verrühren.Den heißen, starken Kaffee bis kurz unter den Rand auffüllen. Sahne nur so schlagen, bis sie gerade dickflüssig wird. Die Sahne über einen umgedrehten Teelöffel laufen lassen. Heiß genießen! Mehr dazu findet ihr übrigens auch in unseren Insta-Story-Highlights.

Kleiner Themen-Bonus für euch: Irish Whiskey Fun Facts

Wusstet ihr’s?

  1. Whiskey wurde in Irland erfunden. Und zwar von irischen Mönchen: Denn sie hatten sowohl die Zeit, die Bildung und einen sicheren Ort für die Herstellung!
  2. Die Cooley Destillerie ist die einzige in Irland, die einem Iren gehört.
  3. Die irische Whiskey war einer der ersten, die in Europa ausgeschenkt wurde und gehört bis heute zu den beliebtesten.
  4. Bei irischem Whiskey wird die Gerste nicht geröstet, deshalb ist der Geschmack milder als bei anderen Sorten.
  5. Den weltweit teuersten Whiskey, einen Old Pure Pot Still Whiskey aus dem 18. Jahrhundert, könnt ihr für läppische 100.000 Pfund erwerben.

 

 

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