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Wir leben in einer Welt, in der nur noch das Sichtbare zählt. Ich bin aber von dem Gedanken fasziniert, dass es da draußen noch eine andere, unsichtbare Welt gibt. Dieser Überzeugung sind auch die Iren seit jeher.

Den Südosten Irlands durften wir in diesem April kennenlernen. Nach fünf Jahren zog es Thies und mich, dieses Mal mit unserem kleinen Sohn Neon, endlich zurück nach Irland. Während eines Roadtrips zwischen den Städten Kilkenny, Waterford und Wexford haben wir gestaunt, gelernt und wurden von der Natur, den Menschen und dem Aberglaube in Irland verzaubert.

Eine kleine Holztür an der nächsten. Pink, grün, blau. Und hier und da glaube ich sie zu sehen. Auf dem Moss entdecke ich ein Glitzern. Kommt es vom Regen oder waren sie doch da? Ist das die Spur der kleinen Wesen, der Feen? Mit überraschten Kinderaugen klopft Neon an die kleinen Türen, an die „Fairy-Doors“ welche Besucher und Einheimische immer wieder an Bäumen und Mauern anbringen. Sie sind eine Einladung an die zauberhaften Lichtwesen. Sie sollen die Kinder und ihre Eltern beschützen. Sie wachen über den Schlaf und über die Träume von Kindern. Sie hören sich Kummer und Sorgen an und zaubern sie mit ihrem Staub aus Glitzer fort.

Viele Kinder lieben es, ihren Feen und Kobolden kleine Briefchen zu schreiben. Hier und da sehen wir auch einen Feen-Briefkästen. Als Zeichen, dass die Nachrichten angekommen sind, legen die Feen kleine Geschenke an die Tür. Hier in Irland entdecken wir diese Türchen immer wieder. An Spielplätzen, an mit Efeu bewachsenen, alten Bäumen, an in Moos gehüllte Mauern. Es verzaubert uns, wie Traditionen hier im modernen Alltag integriert werden – jene Traditionen, die es nicht in die Geschichtsbücher geschafft haben und deren Zauber uns immer noch zum Träumen bringt! Mehr zum Aberglaube in Irland könnt ihr z.B. hier nachlesen.

Waterford Greenway – vom Landesinneren bis ans Meer

Das erste Mal sind wir den Fairy-Doors auf unserer „Waterford Greenway“ Radtour begegnet. Die wundervolle Tour von ca. 10 Kilometern (der ganze Greenway beträgt 46 Kilometer) haben wir in Durrow, bei der Leih-Station vom Greenway-Man. Bei Garvan Cummins haben wir unsere Fahrräder und ein Anhänger für Neon geliehen und mit Garvan über die Highlights der Strecke geplaudert. Unsere Strecke von Durrow bis Dungarvan ist das Highlight der gesamten Waterford Greenway Strecke und wird auch als „Greenway-Showpiece“ bezeichnet. Sie führt über ein wunderschönes Viadukt, vorbei an den Fairy-Doors, durch einen finsteren Tunnel bis hin zum Meer.

Unsere Tour ging mit Fotostops ca. zwei Stunden. In Dungarvan am Meer angekommen hat uns Garvan wieder zurück nach Durrow zu unserem Parkplatz gefahren.

Irish National Heritage Park

Von Waterford ging es für uns weiter nach Wexford. Mit einem kleinen Umweg könnt ihr an der Küste entlang fahren und kommt nach wenigen Kilometern auf den „Norman Way“ der mit vielen Zeitzeugen aus den Jahren der Normannen beeindruckt. Hier eine mystische Ruine, dort eine alte Kirche – mit etwas Glück entdeckt ihr sogar ein Windrad.

Vor den Toren der Küstenstadt Wexford befindet sich der Irish National Heritage Park in dem wir in einer Tour bei schönstem Sonnenschein die Entwicklung der Stätten von der Steinzeit bis zur Ankunft der Normannen in Irland bewundern konnten.

Kleiner uberding-Tipp: Dieser Unterkunft im Irish National Heritage Park könnt ihr auch zum Übernachten buchen! Hier der Link via Airbnb.

Hook Head – der Leuchtturm

Am letzten Tag machen wir uns auf den Weg zum Leuchtturm „Hook Head“, der auf einer Halbinsel im County Wexford. Er ist der zweitälteste (nach dem „Tower of Hercules“ in Spanien) Leuchtturm der Welt und nicht nur darum, sondern auch durch den wundervollen Weg dorthin, vorbei an Ruinen und alten Kirchen, unbedingt einen Abstecher wert!

Abschließend lässt sich zum Südosten Irlands sagen, dass wir nicht nur viel gesehen, sondern auch viel gelernt haben. Über alte Lebensweisen, unsichtbare Wesen, und über Staub aus Glitzer und Granit.

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