Ayurveda in Tschechien
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Ayurveda in Tschechien – eine kurze Auszeit

Zwei berufstätige Mamas, zwei Träumerinnen. Zwei Frauen mit vielen Zielen und Verpflichtungen und wenig Zeit (für sich selbst). Zu oft stellen wir unsere eigenen Bedürfnisse hinten an – und jammern dann heimlich darüber. Weil wir über unsere Genzen hinaus springen und unsere Kraft nicht unendlich ist. Ab und zu sollten wir uns genau das eingestehen oder zumindest eine Freundin haben, die uns sanft, aber ehrlich daran erinnern, mal wieder eine Pause zu machen.

Geträumt, geplant, gemacht! Und jetzt zur Sache: Ihr möchtet ein Ayurveda-Auszeit machen, aber die äußeren Umstände, euer Zeitplan oder das Budget erlauben es nicht, nach Indien zu fliegen? Kein Problem! Wie wäre es mit einem verlängerten Wochenende in Tschechien, ganz nah am Dreiländereck? Hier könnt ihr im Svatá Kateřina Ayurveda-Resort ganz wunderbar die Seele baumeln lassen und euch selbst und der Natur um euch herum wieder ein Stück näher kommen.

In der Region “Vysočina” (Böhmisch-Mährisches Hochland – an der Grenze zwischen Südböhmen und Mähren) im kleinen Ort Počátky, liegt auf 750 Höhenmetern eine Ayurveda-Oase, das Resort Svatá Kateřina. Das Auto lassen wir am Ortseingang auf einem bewachten Parkplatz stehen. Denn: Das Resort ist „autofrei“ – mehr als Wald und Wiesen gibt es in der Umgebung nicht und auch die Geräuschkulisse gibt genau das wieder. Die Natur wirkt nahezu unberührt. Gefühlt weit weg von Stress und Hektik, versteckt zwischen jahrhundertealten Bäumen und zahlreichen Seen. Die idealen Voraussetzungen, um mal wieder richtig durchzuatmen und die eigenen, ausgelaugten Batterien aufzuladen.

Ayurveda in Tschechien – ganz ohne Jetlag

Meine ersten Ayurveda-Erfahrungen habe ich auf Mauritius gemacht, angefixt davon ging es Jahre später zu einem Ayurveda-Retreat nach Indien (den Artikel dazu nach dem Klick). Für mich als Mama und Geschäftsführerin kommt so eine Reise nach Indien, nur für mich alleine, aber nicht regelmäßig in Frage. Zu teuer, zu zeitintensiv. Nachhaltiger für eine kurze Verschnaufspause mitten im Jahr ist der Besuch in Tschechien. Nur drei Tage lang sind wir hier, um Körper, Geist und Seele wieder in Balance zu bringen – doch auch diese kurze Zeit hilft mir zu mehr innerer Ruhe und vor allem bin ich jetzt wieder “angefixt”, um mehr für mich, meine Ernährung und für einen gesünderen Lebensstil zu tun.

Ayurveda im Svatá Kateřina in Tschechien

Auch wenn wir hier weit weg von Indien sind, wird hier in den “tschechischen Highlands” Ayurveda auf höchstem Niveau praktiziert: Alle Ayurveda Treatments übernehmen Ärzte und Therapeuten aus Indien, die sich um jeden Gast persönlich kümmern.

Nach einem ersten Check sind wir erst mal (wieder) total geflasht, was der indische Ayurveda-Doctor in nur kurzer Zeit über uns, unsere Psyche und über den Zustand unserer Gesundheit sagen kann. Noch spannender sind seine Tipps, wie wir mit wenigen Umstellungen in unserer Ernährung viel verändern können. Es fallen die Begriffe Detox, Ziegen-Brühe und Übersäuerung und wir notieren wie eifrige Schülerinnen alles, was wir gesagt bekommen.

Für mich steht schon jetzt fest: Ich möchte wiederkommen und dann nicht nur “reinschnuppern”, sondern mir einem individuellen Behandlungs- und Ernährungsplan für den Aufenthalt richtig viel Kraft und Balance für 2022 tanken. Die Grundlage des Ayurveda, die ganzheitliche Betrachtung, finde ich spannend und ich bin an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich diesen Praktiken meine Zeit schenken möchte. Statt einzelnen Wehwehchen wird hier der Mensch als Ganzes betrachtet. Der Körper wird aus einer Kombination aus Massagen, Öl-Anwendungen, Aromatherapie, Meditation und Yoga sowie der passenden Ernährung entgiftet und gestärkt.

Während unseres Aufenthalts komme ich in den Genuss einer Abhyganga- und einer Shorodhara-Behandlung. All das findet im architektonischen Highlight des Resorts statt: dem auf 90 Granitpfählen errichteten Ayurveda-Pavillon, umgeben von einem liebevoll angelegten Meditationsgarten. Kaum im Behandlungsraum angekommen geht’s ans Eingemachte. Abhyganga ist eine Ganzkörper-Ölmassage, die Durchblutung anregt, innere Spannungen löst und das Nervensystem beruhigt. Die Bewegungen sind schnell, rhythmisch und energentisierend. Nach dem Treatment laufe ich wie beflügelt vom Ayurveda-Pavillion zurück zum Zimmer. Der stressige Call früher am Vormittag ist vergessen. Beim Shorodhara soll unter anderem das dritte Auge aktiviert werden. Dafür wird der Bereich zwischen den Augenbrauen und dem Haaransatz mit warmem Öl massiert. Ein Ayurveda-Klassiker.

Weil Bewegung im Ayurveda ebenso wichtig ist, wie die Behandlungen und die Ernährung, finden regelmäßig Yoga-Stunden statt. Außerdem gibt es einen Golf- und Tennisplatz sowie sechs Pferde, mit denen man ausreiten und Kutschfahrten unternehmen kann.

Gekocht wird im Restaurant unter anderem Streng nach der Dosha-Lehre von Rahul Gopalakrishnan, Ayurveda-Chefkoch des Resorts und zertifizierter ayurvedischer Ernährungsberater. Von Chefkoch Adrian Peka gibt es regionale und internationale Gerichte: von Tagliolini mit Fischragout bis zum Kokoscurry mit Basmatireis – immer serviert mit den exakten Kalorienangaben. Außerdem gibt es das traditionsreiche Pavillon-Café, in dem schon der Onkel von Franz Kafka seinen Kaffee genossen hat. Hier kann man heute beim Blick ins Grüne die Ruhe genießen.

Nach der kurzen Auszeit im Svatá Kateřina stellen wir fest, wie es uns selbst nach einer so reduzierten Zeit körperlich und seelisch besser geht. Wir konnten nicht nur einfach mal so richtig loslassen, sondern vor allem auch durch die interessanten Gespräche, Anwendungen und Erfahrungen unser Wissen über Ayurveda vertiefen und wissen jetzt, wie wir bestimmte Ansätze der Lehre mit Leichtigkeit in unseren Alltag integrieren können. Denn diese alltäglichen Kleinigkeiten machen ja bekanntlich auf Dauer den Unterschied. Ich bin gespannt! Fest steht schon jetzt: Eine Ayurveda-Auszeit braucht nicht unbedingt Palmen, Strand und Meer, sondern kann auch ein paar Autostunden von Deutschland entfernt eine tolle Alternative sein.

Ausflug nach Telč

Mit dem Kopf noch irgendwo zwischen Aroma-Therapie und unseren Kindern zu Hause machen wir noch einen Stopp in Telč, einem Städtchen in Tschechien, deren Innenstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Wir schlendern durch die Gassen, bestaunen den stimmungsvollen Markplatz, gehen noch ein Mal zusammen essen und lassen unseren Kurztrip in einer Vinothek am Straßenrand ausklingen. Klingt simpel, aber für zwei gestresste Mamas ist genau das etwas ganz Besonderes. Nicht auf die Uhr schauen und einfach genießen – vielleicht einen der letzten lauen Sommerabende in diesem Jahr. Tschechien, wir sehen uns im Winter!


Danke an CzechTourism – Tschechische Zentrale für Tourismus für die Organisation der Recherchereise. Solltet ihr auch eine Reise nach Tschechien planen und braucht weiteren Input für eure Organisation, könnt ihr euch gerne an berlin@czechtourism.com wenden.

Mia
Mia

Mia Bühler ist ein echter Workaholic, könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Stuttgarterin aber mit den Füßen im Sand, dem Rücken an einer Palme und mit den Augen auf den Weiten des Ozeans – das iPad in Reichweite. Als Social Media Beraterin mit ihrer Agentur "creading" und Bloggerin in diversen Bereichen, ist die junge Mama immerzu unterwegs – kulinarisch bleibt sie sich gern auch mal treu und liebt handgeschabte Spätzle mit Soß’ aus Papas Küche.

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