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Dekalog – Filmkunst aus den 80ern

Die Stadt schaut Richtung Berlinale und wenn ich daran denke, dass Wes Anderson“™s neuer Streifen dort Premiere feiert, dann löst das auch bei mir ganz schöne Begeisterung aus. Dann aber fällt mein Blick auf eine DVD-Box auf dem Schreibtisch und mir wird bewusst, dass es nicht immer die allerneusten Filme sein müssen. Mein aktueller Favorit ist nämlich eine zehnteilige Filmfolge mit dem Titel „Dekalog“ und stammt aus den 80ern.

Gedreht wurden die Filme vom polnischen Regisseur Krzysztof KieÅ›lowski und gelten bereits als Meisterwerk des Autorenkinos. Trotzdem sind sie bisher irgendwie an mir vorbei gezogen. Jetzt bescheren sie mir aber einen ähnlichen Effekt wie die Nouvelle Vague vor zwei Jahren. Mehr als fünfzig Jahre später wirkten die Werke von Truffaut und Godard immer noch so unfassbar cool in ihrer Bildsprache und ließen mich mit großer Begeisterung zurück. Jetzt also „Dekalog“.

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Tatsächlich verarbeiten alle der circa einstündigen Folgen mehr oder weniger eines der Zehn Gebote des Tanach. Ich gebe zu, dass ich mit Religion prinzipiell nicht so viel am Hut habe, aber bereits beim Ansehen der ersten Folgen wurde mir die Universalität der Themen bewusst. „Dekalog“ übersetzt so etwas wie „Du sollst Vater und Mutter ehren“ oder „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ in eine triste Neubausiedlung am Rande Warschaus.

Die allererste Folge, die ich in einer Winternacht im Januar gesehen habe, war schon unfassbar fesselnd. Rührend, emotional und grausam, so dass ich am Ende mit einem Kopf voller Fragen auf der Sofakante saß. Definitiv keine leichte Kost für amüsante Filmabende, aber genau das richtige, wenn man eintauchen möchte in die Vielschichtigkeit menschlicher Leidenschaft und Verworrenheit.

Mit etwas Sorge und großer Neugier über all die ethischen und moralischen Fragen, die die nächste Folge aufwerfen könnte, arbeite ich mich also gerade durch alle zehn Teile und kann das nur weiterempfehlen, mein Filmtipp!

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Livia
Livia

Mit 5 Jahren wollte ich Archäologin werden, um verborgene Schätze zu finden. Diesen Wunsch habe ich heute immer noch, aber die Suche hat sich mittlerweile in die Welt vor meiner Haustür und die hinter meinem Bildschirm verlagert. Musik, die mein Herz zum tanzen bringt, Menschen, die mich begeistern, Bilder und Sprache, die mich verzaubern. Spannende Geschichten. Gerne auch Alltägliches, das durch einen Twist zum Besonderen wird. Manchmal braucht es einen zweiten Blick.
Mittlerweile starte ich meine Schatzsuchen vom Süden Deutschlands aus, wo ich momentan Medienwissenschaft und Anglistik studiere. Mode, Musik, Film, Literatur, leckeres Essen, Reisen, Kunst sind ein paar der Leidenschaften, denen ich immer wieder auf der Spur bin.
Ich mag gute Geschichten. Einige will ich teilen. Also bin ich nun bei Uberding.