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Eine Wanderung zu den Vajolet-Türmen – mit Hindernissen

Wandern in Südtirol

Natur- und Wanderfreunde können es sich jetzt bequem machen, vielleicht schmunzeln. Vielleicht mit mir fluchen, aber hoffentlich vor allem auch eines: Mir virtuell auf die Schultern klopfen, denn mit dieser Wanderung habe ich einige (Höhen)Kilometer zurück gelegt, die ich noch heute an einem blauen Zeh’ spüre! Und jeder Schritt war es wert!

Beim Anblick der mächtigen Gipfel von Latemar und Rosengarten kribbelt es schon in den Füßen. Mia und Neon sind gerade im Waldchalet vom Hotel Pfösl verschwunden. Es ist Ruhe eingekehrt und während es sich meine Familie gemütlich macht, packe ich meinen Wanderrucksack aka Equipmentrucksack und schleiche wieder aus dem Chalet.

 

Neben Mütze, Allwetter-Jacke und einer Trinkflasche trage ich vor allem meine Kamera, zwei Objektive, die Drohne und jede Menge Vorfreude zum Camper. Die kurze Nacht werde ich im Knaus BOXLIFE am Fuße der Dolomiten verbringen, denn mein Ziel ist es im frühen Morgengrauen meine Wanderung von der Gardeccia-Hütte zu den gigantischen Vajolet-Türmen zu starten. Die Türme und dann den Gipfel möchte ich im Morgenlicht fotografieren.

Ein Plan, der mir nicht ansatzweise gelingen will. Ich wandere also in der frühen Dämmerung, durch die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages, durch Schnee und Eis. Über Geröll und Hand in Hand mit Zweifeln und Sensationen. Keine Menschenseele kreuzt meinen Weg, bis ich den ersten Gipfel an der Grasleitenpasshütte erreiche. Hier scheint es nicht weiter zu gehen. Der eiskalte Wind, der über das vor mir liegende Schneefeld fegt, peitscht mir ins Gesicht und mir wird klar, die Abzweigung zu den Vajolet-Türmen muss ich wohl verpasst haben. Ich bin immer noch hochmotiviert, auch wenn die ersten Sonnenstrahlen längst meinen Weg gesäumt haben.

 

Ich mache mich also auf, den richtigen Weg zu finden, abermals vorbei an der Vajolet Hütte, die in etwa auf halber Strecke lag. Mit meinen vier Stunden Schlaf viel es mir wohl zu schwer hier den Link zu den Türmen herzustellen. Einige Zeit später am Ausgangspunkt angekommen, treffe ich die ersten Wanderer des Tages. Einen Local nach dem Weg zu fragen kann nicht schaden und so lass ich mir sagen, dass ich bereits zwei Mal die Abzweigung verpasst habe. Die gesuchte Gabelung, markiert mit einem dreieckigen Warnschild, befindet sich an bereits zweimal passierter Hütte und führt über Geröll und Schnee zu meinem anvisierten Ziel.

Fast hätten sie mich in die Knie gezwungen die sechs Vajolet-Türme. Doch selbst nach dem ich mich zwei Mal „verwandert“ habe und mit aller letzter Puste nochmals 1.000 Höhenmeter zurücklegen musste, war immer noch Motivation da. Ein Schritt nach dem anderen und oft auf allen Vieren. Ich war viel am Fluchen aber noch mehr am Staunen. Meine Wanderung entlang der bizarren Felsformationen im Zentrum der Rosengartengruppe in den Südtiroler Dolomiten startete im frühen Morgengrauen und endete erst weit nach Mittag – das war zwar nicht so geplant aber manchmal sind die ungeplanten Abenteuer doch die unvergesslichsten! Wer kennt’s?

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Thies
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