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Flevoland Kurzurlaub – junge Provinz zwischen Urbanität und Naturreservat

Flevoland

Mein Flevoland Kurzurlaub liegt schon einige Monate zurück. Höchst Zeit also, euch die junge Provinz zwischen Urbanität und Naturreservat vorzustellen.

Das vergangene Jahr hat Corona bedingt ja so einiges auf den Kopf gestellt und viele unserer liebsten Reise-Destinationen wurden zu Risikogebieten erklärt. Camper, Wohnmobile und Wohnwagen hatten aufgrund des Unwort 2020 Anwärters “Socialdistancing” Hochkonjunktur und was wäre Caravaning ohne die Niederlande?

 

Ein Fünftel der Niederlande liegen unterhalb des Meeresspiegels. Zu großen Teilen wurde das Land dem Meer abgewonnen. Die Provinz Flevoland sogar zu 100% und somit würde man hier ohne Deiche mit den Fischen schwimmen.

 

Almere – junge Stadt mit großen Ambitionen

Für alles gibt es ein erstes Mal. Ich war zum ersten Mal in einer Stadt zu Gast, die in etwa meinem Alter entspricht. Klingt verrückt, oder? Zumal hier aktuell ca. 208.000 Menschen wohnen. Gegründet 1970 mit lediglich 52 Einwohnern, begann der Wachstumsboom 1980 mit der Erschließung des Hafens, so dass die Einwohnerzahl schlagartig auf 6.596 anstieg. Heute besticht das Stadtzentrum von Almere vor allem durch einen Mix zeitgenössischer Architektur.

Almere liegt  knapp vier Meter unterhalb des Meeresspiegels. Diese Tatsache verlangt viel Aufwand: täglich müssen zwölf Millionen Liter Wasser abgepumpt werden. Ohne diese Leistung würde die junge Stadt wie Altlantis im Meer verschwinden.

Floriade – Expo 2022

Gegenüber des Stadtzentrums von Almere entsteht derzeit das Gelände für die Weltausstellung EXPO 2022. Noch wird hier fleißig gebaut. Ab dem 14. April 2022 werden hier für sechs Monate Aussteller aus aller Welt ihr Können im Rahmen der Internationalen Gartenbau Ausstellung beweisen und präsentieren.

 

Einer der Themenschwerpunkt wird dabei die Begrünung der Städte unserer Zukunft sein. Holland, als einer der agrarwirtschaftlich effektivsten Länder, scheint mir hier der perfekte Gastgeber zu sein.

Oostvaardersplassen – Das größte von Menschen geschaffene Naturentwicklungsgebiet der Welt

Einst wurde der Polder, welcher dem Meer abgewonnen wurde, als Öl- und Schwerindustriefläche geplant. Aufgrund der Ölkrise Anfang der 70er Jahre, sowie der erschwerten Trockenlegung der tiefer gelegenen Flächen, wurde umgeplant. Da auch die Landwirtschaft kein Interesse an der Bestellung hatte, entschieden sich die Niederlande dazu, die sich über 56km² erstreckenden Fläche, der Natur zu überlassen. Binnen kürzester Zeit siedelten sich hier eine große Anzahl verschiedener Vogelarten an. Heute ist der Naturpark “Nieuw Land” (übersetzt “neues Land”), von welchem Oostvaardersplassen den größten Teil einnimmt, ein Paradies für Vogelkundler.

Große Teile Oostvaardersplassens begannen im Laufe der Jahre zu verwildern, lediglich einige Flächen, die intensiv von Graugänsen beweidet wurden, blieben offen. Zur Unterstützung, wurden hier große Pflanzenfresser, wie wilde Konik-Pferde, das dem Auerochsen nachgezüchtete Heckrind, sowie Rotwild angesiedelt. Die fleißigen Fresser fühlen sich hier nicht nur wohl, sondern halten den “Busch” in Zaum, was die Ansiedlung weiterer Vogelarten enorm begünstigt.

Schokland – Einst Insel heute Museum

Bereits in der Bronzezeit, war die ehemalige Insel Schokland bewohnt. Einst erstreckte sie sich über vier Kilometer. Durch Erosion wurde die Insel zunehmend unbewohnbarer. Erst durch trockenlegen des Nordostpolders wurde sie wieder entdeckt. Die Gemeinde Schokland wurde 1839 aufgelöst und die Einwohner auf die umliegenden Gemeinden umgesiedelt. Heute erinnert ein Museum um die 1834 erbaute Kirche an die Historie der Kulturlandschaft.

Waterloopbos – Spaziergang auf ehemaligen Meeresboden

Mein Flevoland Kurzurlaub neigt sich dem Ende zu und bevor ich mich auf dem Heimweg begebe, lasse ich das Erlebte der vergangenen Tage bei einem Spaziergang in einem ziemlich eigenartigen Wald Revue passieren.

Der “Waterloopbos” Wald ist übersät von Wasserbauwerken vergangener Zeiten. Die ersten Bäume wurden nach 1946 gepflanzt und bei umgestürzten Bäumen kann man im freigelegten Wurzelwerk noch Muscheln als Zeitzeugen des einstigen Meeresboden entdecken. Die Überreste des damaligen Wasserlabors, liegen brach über den Wald verteilt und bilden einen skurrilen Mix aus Menschenhand geschaffener Bauwerke und Wald.

Meine Highlights zu Flevoland findet ihr auch zusammengefasst in der Instagram Story.


Danke VisitFlevoland für die Organisation meiner Reise. Bei meinem nächsten Flevoland Kurzurlaub werde ich hoffentlich Mia und Neon mit im Schlepptau haben. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder schönes Flevoland.

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Thies
Thies

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