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Mit dem Hausboot auf dem Upper Lough Erne in Fermanagh, Nordirland

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Hausbooturlaub in Nordirland

Sanft schaukelt das Boot, vereinzelte Wolken spiegeln sich auf der Oberfläche des Sees und gleiten an uns vorbei, am Ufer strahlt das satte Grün der saftigen Weiden mit der Sonne um die Wette. Durchbrochen wird diese Idylle auf dem Upper Lough Erne nur von einsamen Ruinen alter Kirchen und Klöster, die sich auf den Inseln am Horizont abzeichnen. Sie verleihen der ganzen Szenerie einen mystischen Schleier und ziehen uns sofort in ihren Bann: wir können es kaum erwarten, die Geheimnisse des Upper Lough Erne und seiner vielen Inseln zu entdecken!

Noch vor wenigen Monaten reisten wir zu dritt in den sonnigen Süden nach Thailand, jetzt ging es zur Abwechslung mal in die entgegengesetzte Richtung nach Nordirland, in die Region Fermanagh. Obwohl wir eigentlich Sonnenanbeter sind, hat es uns mal wieder auf die grüne Insel verschlagen und wir wurden erneut von der Vielseitigkeit Irlands überzeugt. Dieses Mal nicht an der Küste, aber dafür direkt im Wasser. Das Landschaftsbild der Grafschaft Fermanagh in Nordirland wird nämlich von zwei großen Seen bestimmt: dem Lower Lough Erne und dem Upper Lough Erne. Den Upper Lough Erne entdecken wir via Hausboot, welches wir hier in Nordirland unkompliziert mieten und nach einer kurzen Einführung manövrieren dürfen.

Urlab auf dem Hausboot in den Fermanagh Lakelands

Die Region Fermanagh ist eine der sechs historischen Grafschaften Nordirlands und befindet sich in der südwestlichen Ecke des Landes. Circa ein Drittel der Region ist mit Seen, Flüssen und Wasserstraßen bedeckt, der größte davon der Lough Erne. Am Bootsverleih Carrickcraft startet unser diesjähriges Irland-Abenteuer, auf welches wir pandemiebedingt nun knapp zwei Jahre freuen durften.

Schon gewusst? In Nordirland, wie auch in Irland, benötigt man keinen Bootsführerschein, jeder ab 21 Jahren darf ein Hausboot bedienen.
Im Halbdunklen nehmen wir die Schlüssel der „Wexford“ entgegen und können unsere Aufregung kaum unterdrücken. Unser Zuhause für die nächsten vier Tage liegt zu diesem Zeitpunkt zwar noch sicher vor Anker, aber allein schon die erste Übernachtung auf dem Wasser fühlt sich spannend für unsere kleine Familie an.

Die Wexford (mehr zum Boot nach dem Klick) ist ein zwölf Meter langes Hausboot, auf dem unsere dreiköpfige Familie ausreichend Platz findet. Im Bug befindet sich eine Doppelkabine, deren Doppelbett gegebenenfalls in zwei Einzelbetten umgewandelt werden kann. Außerdem befinden sich zwei Einzelkabinen im mittleren Teil des Boots. Das Boot ist mit einer großzügigen Küchenzeile inklusive Gasherd ausgestattet, die mit zwei Kühlschränken mehr als genug Stauraum bietet. Eine gemütliche Eckbank mit Esstisch lädt bei Regenwetter zum verweilen ein und die Holzverkleidung der Armaturen im kompletten Innenbereich sorgt für den typischen Bootsflair.

Leinen los auf Nordirlands Seen – Inselhopping mal anders

Nach einer kurzen aber aufschlussreichen Einführung übernimmt Thies das Steuer. Mit einem breiten Grinsen starten wir den Motor des Boots und treiben gemütlich die Erne entlang. Was für ein Gefühl, dieses beeindruckende Boot mit eigenen Händen steuern zu dürfen! Auch Neon darf mal ans Steuer – selbstverständlich mit Unterstützung von Mama und Papa – und seine Augen strahlen nur so vor Glück, nächstes Mal muss der Piratenhut mit. Nebst dem Aufenthalt auf dem Hausboot an sich, haben wir folgende Highlights der Fermanagh Lakelands für euch mitgebracht:

Devenish Island – Lieblingsinsel mit dem schönsten Sonnenuntergang

Devenish Island ist mit circa zwei Kilometern Länge und einem Kilometer Breite eine der größeren der ungefähr 150 Inseln des Lough Erne. Wer sich kein Hausboot mieten möchte, gelangt mit einer Fähre von Trory Point in kürzester Zeit auf die Insel. Hier befindet sich das wichtigste der vielen ehemaligen Inselklöster, von denen meist nur noch Ruinen übrig geblieben sind. Sofort spüren wir die historische Bedeutung der Gegend mit ihren uralten Kirchen- und Klosterruinen, sowie Relikten keltischer Stämme.

Die Klosteranlage auf Devenish wurde im 6. Jahrhundert gegründet, jedoch circa 200 Jahre später von Wikingern überfallen und im Jahr 1157 fast vollständig bei inneririschen Auseinandersetzungen zerstört. Vom Wiederaufbau zeugt noch heute ein imposanter, vollständig erhaltener Rundturm aus dem 12. Jahrhundert. Dieser ist circa 25 Meter hoch und schon von Weitem sichtbar. Nach so vielen Eindrücken am ersten Tag legen wir für die Nacht am Ufer an und lassen das Erlebte auf uns wirken.

White Island – Zwischen Kühen und Ruinen

Am nächsten Tag geht es dann weiter nach White Island, weiter nördlich an der Ostseite des Sees. Auch hier befinden sich die Ruinen einer alten Klosterstädte in Ufernähe, aber die Attraktion der Insel sind acht in Stein gemeißelte Figuren aus dem 6. Jahrhundert. Diese tragen die langen Tuniken der Kleriker und Heiligen und stammen wohl von einem Raubzug der Wikinger. Als sie später entdeckt wurden, integrierte man sie in den Bau einer Kirche und noch heute sind sie ein Bestandteil der Ruinen der Kirchenmauern. Die Klosterstädte ist ein sogenanntes „Scheduled Monument“, also eine geschützte archäologische Stätte und steht unter Denkmalschutz.

Essen und Entspannen auf Lusty Beg Island

Aller guten Dinge sind drei, also machen wir uns auf den Weg Richtung “Boa Island”. Der Name stammt nicht etwa von ihrem exotischen Namensvetter, sondern von einer keltischen Kriegsgöttin (auch nicht gerade beruhigend…). Diese soll bei Schlachten unter den Feinden für Verwirrung und somit für den Sieg ihrer Seite gesorgt haben. Die lang gestreckte Insel im Norden des Landes ist durch mehrere kleine Inseln und Dämme auf beiden Seiten mit dem Festland verbunden und kann mit dem Auto befahren werden.

 

Auf dem Seeweg entdecken wir Lusty Beg Island und entscheiden uns spontan, den Mittag dort zu verbringen. Wie so oft sind die spontanen Entscheidungen die besten und wir genießen das wohl leckerste Mittagessen unseres ganzen Trips hier in der Sonne. Die Atmosphäre, der Ausblick und das Lusty Beg Island Resort laden ein hier noch länger zu bleiben. Es gibt hier schöne Chalets direkt am Wasser und auch zum Heiraten bietet sich diese Location an.

Fazit? Die Zeit auf dem Hausboot war spannend und entspannend zugleich. Sich treiben lassen, an Deck die Sonne genießen oder den prasselnden Regen auf dem Dach zuhören. Viele kleine Inseln, Vögel und Ruinen bestaunen, zwischendurch immer der Griff in den Kühlschrank oder an den Gaskocher. Wir waren drei Nächte auf der Wexford zu Hause und am meisten habe ich das leichte Schaukeln des Bootes bei der Einschlafbegleitung unseres Sohnes genossen. Die Region Fermanagh und die Nordküste Irlands bieten natürlich auch an Land viel zu Entdecken, dazu mehr in unserem nächsten Irland Artikel.

Danke an Tourism Ireland und an Discover Northernireland für die Organisation dieser spannenden Recherche-Reise!

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Mia
Mia

Mia Bühler ist ein echter Workaholic, könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Stuttgarterin aber mit den Füßen im Sand, dem Rücken an einer Palme und mit den Augen auf den Weiten des Ozeans – das iPad in Reichweite. Als Social Media Beraterin mit ihrer Agentur "creading" und Bloggerin in diversen Bereichen, ist die junge Mama immerzu unterwegs – kulinarisch bleibt sie sich gern auch mal treu und liebt handgeschabte Spätzle mit Soß’ aus Papas Küche.

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