Wanderung zur Eiskapelle Watzmann
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Unterwegs in Deutschland: Wanderung vom Königssee zur Eiskapelle am Watzmann

Was mich am Wandern begeistert, ist nicht nur die Ruhe der Natur. Ich brauche ein Ziel vor Augen, eine Challenge mit Herausforderungen. Ich will durch Bergbäche waten und mich über wasserdichte Trekking-Schuhe freuen, durch Nebelwände irren und den Blick auf’s Ziel trotzdem nicht verlieren.

Das Highlight einer Wanderung ist für mich als Fotografie-Begeisterter natürlich auch ein entsprechendes Ziel, das ich im Voraus dann auch schon mal länger recherchiert habe. So auch die Eiskapelle am Fuße des Watzmann in Berchtesgaden. Denn dieses Ziel ist nichts für spontane Wanderungen, sie erfordert etwas Vorbereitung und vor allem das richtige Timimg im Jahr. Beachtet daher auch unsere Info-Box ganz unten im Artikel.

Wanderung von Sankt Bartholomä zur Eiskapelle

Ausgangspunkt dieser Firneisfeldwanderung ist Schönau am Königsee. Der Königsee ist natürlich zu jeder Zeit ein Besuch wert, wir waren zuvor auf unserer Fahrt nach Slowenien im Sommer 2019 dort.

Mein Outdoor-Buddy Tibor und ich sind schon tags zuvor in Stuttgart los und haben in einer nahe gelegenen Pension übernachtet um das erste Elektroboot des Tages in Schönau am Königsee zu erreichen. Dort könnt ihr auf den offiziellen Parkplätzen parken und einfach den Schildern folgen. Mit dem ersten Boot könnt ihr den Massen an Menschen noch etwas entkommen und ihr fahrt bis nach St. Bartholomä (die Fahrzeit beträgt etwa eine gute halbe Stunde).

Der beeindruckende, fjordartige See ist acht km lang, teilweise über einen Kilometer breit und liegt auf 603 Meter. Die Ostwand des dominanten Bergmassivs Watzmann seht ihr, kurz bevor ihr St. Bartholomä erreicht.

Weiter geht’s: Am Ort angekommen, folgt ihr den Schildern zur Eiskapelle. Die Wanderung dauert etwa zwei Stunden und ihr wandert etwa sechs Kilometer. Der gut ausgebaute Weg führt leicht ansteigend durch den Wald, schließlich überquert ihr eine Schutt- und Geröllhalde bei der Trittsicherheit gefordert ist. Festes Schuhwerk ist unerlässlich! Auch eine warme Jacke, sollte unbedingt dabei sein.

Es geht durch die wunderschöne Natur, teilweise über Stock und Stein und Flüsse, auch hier lohnt es sich, die richtige Jahreszeit zu prüfen.

Natürliche Spots wie die Eiskapelle sind ständig im Wandel, was wir erwarten können, ist daher ungewiss und macht die Wanderung noch spannender!
Thies über die Eishöhle im Wandel

Kurz vor dem Ziel wird der Wanderweg steiler und durchquert ein kurzes Waldstück. Bald öffnet sich das Tor zur Eiskapelle und es wird frostiger. Darüber thront imposant die gewaltige Watzmann-Ostwand. Das raue Gelände zwischen Felsbrocken hindurch zur Eiskapelle (sie liegt auf 834 Metern) ist absolut beeindruckend. Bitte seid vorsichtig.

Unbedingt beachten: Sicherheit geht vor Fotos!

Achte auf die örtlichen Bestimmungen für: Nationalpark Berchtesgaden.

Auch wichtig: Das Schneefeld variiert in der Größe und Ausdehnung von Jahr zu Jahr. Wir sind Anfang Oktober losgezogen, denn nach einem eisigen bzw. schneereichen Winter kann es sein, dass ihr selbst Mitten im Juni noch nicht viel von der Eiskapelle sehen könnt und das Eis/Schneefeld noch weit ins Tal reicht. Bei schneearmen und milden Wintern bildet sich die einsturzgefährdete (!) Grotte aber schon oft im Frühjahr aus. Das Schneefeld ist das am tiefsten liegende, ganzjährige Schneefeld Deutschlands!

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