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Warm eingepackt in Island – Faire Wintermode

Island im Winter ist wunderschön. Die Tage sind kurz, aber dafür fühlen sich die wenigen hellen Stunden wie etwa 4 Stunden Sonnenaufgang an. Mystisch und melancholisch aber alles hat auch seine negativen Seiten: Der Wind peitscht mir gemein um die Ohren und die Luft ist einfach eisig. Aber gut eingepackt lässt sich die Natur auch im Winter genießen. Die Frage ist nur: Wie? Und überhaupt…wenn wir die Schönheit der Natur genießen, dann doch auch bitte mit einem guten Gewissen. Ich fange mit den kleinen Dingen an. Bei den Dingen die mir am nächsten liegen: Meine zweite Haut. Schön und zugleich warm sind Strick und Fell.

Schafswolle ohne Tierquälerei: Bye bye Mulesing

Baumwolle: Hier geht Bio, na klar. Aber habt ihr euch auch schon mal über Schafswolle und deren Herkunft Gedanken gemacht? Habt ihr den Begriff „Mulesing“ schon mal gehört? Ne? Dann würde ich euch das ehrlich gesagt auch gerne ersparen, aber da ich zu der Mädchen-Sorte gehöre die bei Schäfchen gerne „süüüüüß!“ aufheult, muss jetzt auch das sein!

Neben der qualvollen Massentierhaltung, den schlechten Bewegungs- und Ernährungsgegebenheiten gibt es nämlich auch das Mulesing, was so viel wie eine Verstümmelung des Hinterteils der Schafe bedeutet. Natürlich ohne Narkose und natürlich damit die Schafe für uns Menschen bessere und vor allem mehr Wolle abgeben.

„Von der Feuchtigkeit angezogen, legen Fliegen ihre Eier in den Hautfalten ab, und die ausgeschlüpften Larven können die Schafe bei lebendigem Leibe auffressen. In dem Versuch, diesen „Fliegenbefall“ zu verhindern, nehmen die australischen Rancher einen barbarischen Eingriff an den Tieren vor – das „mulesing“; dazu werden die lebenden Schafe unter Gewaltanwendung auf den Rücken geworfen und ihre Beine zwischen Metallstäben fixiert. Dann schneidet man ihnen – ohne jedes Schmerzmittel – Essteller große Fleischstücke vom Bereich rund um ihren Schwanz weg.“ via Peta.

Aus diesen und anderen Gründen setze ich seit Jahren auf das Fair Trade Label Armed Angels. Mein (Schafs-)Wolle Pullover „Ida“ im Island-Pullover Design kommt nämlich von einer Herde in der Türkei, die kontrolliert und zertifiziert wird, dass genau so etwas nicht passiert. Thies trägt hier den Pullover „Ernest“, ebenfalls von Armed Angels. Dann nimmt man ein paar Euro mehr in die Hand und freut sich, zum Beispiel in Irland mit gutem Gewissen, wenn man ein frei umher springendes Lämmlein sieht – und dann weiß man wieder warum.

Fake-Fur – willkommen

Ähnlich sehe ich das übrigens mit Fellen und Pelzen. Ich liebe den Look, aber echtes Fell muss meistens doch eigentlich gar nicht sein, oder? Wenn wir es besser machen können, dann sollten wir das. Applaus an faire Wintermode.

Über Fleisch- und Leder lässt sich jetzt natürlich wieder streiten. Ich habe hier bereits beschrieben, dass ich kein Mensch der Extreme bin, aber einer mit Verstand. Für richtig gute Lederschuhe zum Beispiel habe ich bisher kein vergleichbares (Ersatz-)Material gefunden. In diesem Look trage ich meine Creepers.

Creepers – ein Hype entstanden aus dem Militär

Seit etwa zwei Jahren sind die Schuhe mit den herausstechenden, hohen Kreppsohlen nicht mehr nur in der Rockabilly-Szene beliebt sondern sie haben es längst an so allerlei Füße geschafft. Auch ich liebe die Schuhe mit den weichen, hohen Sohlen weil sie mich ein paar Zentimeter größer machen, bequem und dazu auch noch schmutzabweisen sind. Das kommt übrigens nicht von ungefähr, denn die Creepers sind ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg.

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Britische Soldaten kehrten nach ihren Einsätzen mit den sogenannten „Brothel Creepers“ in die Londoner Szene zurück. Die Brothel Creepers waren perfekt für das nordafrikanische Klima und die Umgebung dort und wurden von ägyptischen Schuhmachern für militärische Einsätze hergestellt.

Apropos Soldaten…beim Anblick meines Outfits erkenne ich selbst meine Ähnlichkeit zu einem Zinnsoldaten ;) aber was solls, es ist warm und das ist gut!

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Mia
Mia

Mia Bühler ist ein echter Workaholic, könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Stuttgarterin aber mit den Füßen im Sand, dem Rücken an einer Palme und mit den Augen auf den Weiten des Ozeans – das iPad in Reichweite. Als Social Media Beraterin mit ihrer Agentur "creading" und Bloggerin in diversen Bereichen, ist die junge Mama immerzu unterwegs – kulinarisch bleibt sie sich gern auch mal treu und liebt handgeschabte Spätzle mit Soß’ aus Papas Küche.