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Zwischen Smalltalk und zauberhaften Gesprächen
wie ein Dialog mit Fremden unser Leben verändern kann

Manchmal bin ich wirklich ein bisschen sehr neidisch. Wenn ich sehe, wie unbefangen manch einer in der Bahn oder im Bus ein Gespräch mit einer anderen, völlig Fremden Person beginnt. Meistens unterhalten sie sich über wenig interessante Themen, doch ich kann einfach nicht weghören. Ich starre dann gelangweilt (oder höchst beschäftigt) ins iPhone und lausche immer wieder zwischendurch hinüber.

Doch selber so ein Gespräch in die Wege leiten? Würde mir kaum in den Sinn kommen.

Dialoge

Also habe ich in meinem Freundeskreis herumgefragt: Und zum Glück geht es vielen anderen ähnlich – sie gehören zu den Lauschern, und genießen den Zauber, der solchen Gesprächen innewohnt. Denn man darf nicht vergessen – hier unterhalten sich zwei völlig Fremde miteinander, und mindestens eine Person war mutig genug, sich dem anderen zu öffnen und einen Dialog einzuleiten.

Was steckt dahinter? Und wie kann ich mein Verhalten ändern?

Ich wollte es herausfinden und habe zu dem Thema recherchiert. So ergaben verschiedene Studien, dass Menschen sich wohler fühlen, wenn sie in der Öffentlichkeit „in Ruhe gelassen werden“. Doch damit geraten sie schnurstracks immer tiefer in die sogenannte Schweigespirale – und der Mensch braucht soziale Kontakte!

Dahinter steckt eine kulturelle Norm: In Bussen, Bahnen, Wartezimmern – es gehört sich einfach nicht, jemand Fremdes anzusprechen. Doch damit machen wir uns unglücklicher. Studien ergaben, dass kurze Gespräche mit Fremden den gleichen Effekt haben können wie ein Gespräch mit einem guten Freund. Und dass wir uns wohler fühlen, je mehr soziale Kontakte wir haben.

Auch präsentieren wir Fremden meist unsere charakterliche Schokoladenseite. Wir sind höflich und aufgeschlossen, meist gut gelaunt, und diese gute Laune färbt auf die andere Person ab, und wieder zu uns zurück. Das ist doch eine viel schönere Spirale. Doch warum führt man selbst oft nicht solche Gespräche? Warum verkriecht man sich in seiner Blase? Weil es gemütlicher ist. Weil uns meist der Mut fehlt, über unseren Schatten zu springen und das Gespräch mit jemand Fremden aufzunehmen.

Raus aus der Komfortzone – rein ins soziale Vergnügen!

Also – anstatt immer schüchtern, verhalten, eingeigelt und typisch „deutsch“ zu sein, sollten wir öfter einmal mit Fremden sprechen. Vielleicht suchen wir einfach zunächst den Blickkontakt und wagen im nächsten Zug einen weiteren Schritt. Oder wir finden einen Anlass – zum Beispiel ein höfliches, nett gemeintes Kompliment. Niemand wird weggesperrt werden, wenn er sich freundlich verhält.

Ich glaube ja, dass die meisten Menschen sich gar nicht in ihrem Alltag gestört fühlen wenn man sie kurz begrüßt, nach ihrem Wohlbefinden fragt, oder einen Smalltalk mit ihnen einleitet. Die meisten werden sich sogar darüber freuen. Ich denke die Vielzahl von ihnen traut sich nur nicht.

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Mia
Mia

Mia Bühler ist ein echter Workaholic, könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Stuttgarterin aber mit den Füßen im Sand, dem Rücken an einer Palme und mit den Augen auf den Weiten des Ozeans – das iPad in Reichweite. Als Social Media Beraterin mit ihrer Agentur "creading" und Bloggerin in diversen Bereichen, ist die junge Mama immerzu unterwegs – kulinarisch bleibt sie sich gern auch mal treu und liebt handgeschabte Spätzle mit Soß"™ aus Papas Küche.