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Grenzen überwinden! Die Madrisa-Rundtour – Meine erste Splittboardtour in Graubünden

Spliboardtour Graubünden

Neben LAAX gibt es in Graubünden, dem flächenmäßig größten Kanton der Schweiz natürlich noch viel mehr zu entdecken, zu erleben, zu erkämpfen. Zum Beispiel unberührte Powder-Felder und majestätische Gipfel (davon gibt es hier rund 1.000 Stück und ein Drittel liegen auf über 3.000 Metern).

Nach drei Tagen LAAX mit bereits ordentlich Bewegung und frischer Bergluft, darf ich ganz andere, für mich sportlich herausfordernde Seiten Graubündens kennenlernen und freue mich auf das Zusammentreffen mit den anderen Reisejournalisten.

Gemeinsam werden wir an den kommenden drei Tagen weit abseits der Pisten die Bergwelt erklimmen, Grenzen passieren, Gipfeln bestaunen und durch unberührte Powderfelder gleiten.

 

Los gehts im Ort “Klosters”, hier checke ich im Hotel Wynegg ein. Das Hotel mit seiner langen Tradition wird aktuell von zwei jungen, einheimischen Gastgebern mit viel Herzblut geführt. Im Hotel Wynegg, das seit über 140 Jahren in Betrieb ist, liegt das Besondere in der Einfachheit. Herzlich, geradlinig und unkompliziert und damit die perfekte Ausgangslage für unsere nächsten Tage in Graubünden.

 

Da sich die vergangenen Tage bereits mit ausgiebigem Muskelkater bemerkt machten, freute ich mich besonders über ein heißes Bad.

Splittboardtour – in Graubünden Madrisa-Rundtour

Als die Einladung zu dieser Pressereise in die Ferienregion Graubünden kam, wusste ich ehrlich gesagt nicht, was mich hier erwarten würde. Skifahren? Nö, ich bin Snowboarder und noch nie auf Skiern gestanden. Dann kam der Begriff “Splittboard” ins Spiel. Zwar hatte ich auch damit noch keine Erfahrungen, aber das hörte sich spannend an und genau darum geht’s doch beim Reisen: Neues zu entdecken, neues auszuprobieren und über die eigene Komfortzone hinauszuwachsen. Und ja, im Nachgang kann ich stolz behaupten, dass ich kilometerweit über mich hinausgewachsen bin. Um genau zu sein um die 17 Kilometer. Denn das ist in etwa die Strecke der grenzüberschreitenden Madrisa-Rundtour. Grenzüberschreitend nicht nur, weil ich ab und zu über meine Ausdauer hinausgewachsen bin, sondern weil uns die Tour im Grenzgebiet zwischen Österreich und der Schweiz entlangführt. So stapfen wir mal durch den Schnee Österreichs und dann wieder durch die Schweiz. Von Madrisa oberhalb von Klosters geht es übers Schlappinerjoch nach Gargellen in Österreich und wieder zurück in die Schweiz übers St. Antönier-Joch nach St. Antönien. Zur einfacheren Bewältigung der Höhenmeter werden, wo immer möglich, Bergbahnen genutzt.
Auf unserem Programm steht “leichte grenzüberschreitende Skitour”. Nach den ersten zehn Kilometern sind wir uns aber sicher, dass sie doch nicht ganz so leicht ist. Im Netz finden wir ebenfalls andere Erfahrungsberichte – es gibt also viele Beschreibungen, die die Madrisa Rundtour charakterisieren. Meine sind:

Sportlich, anspruchsvoll, atemberaubend!
Thies über die Madrisa-Rundtour

Auf dem Splitboard ins freie Gelände

Jetzt aber nochmal zum Thema Skitouren als Snowboarder. Die Lösung heißt Splitboard: Was das genau ist und wie es funktioniert lerne ich von den Bergführern in Klosters.

Ein Splitboard ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein in der Länge nach in zwei Teile teilbares Snowboard. So werden aus jeder Hälfte “Ski”, mit welchen dann auch Snowboarder wie ich auf Tour gehen können. Das Aufstiegs- und Abfahrtsgerät ist also dasselbe und es muss kein Snowboard extra auf den Berg geschleppt werden. Keine sperrigen Schneeschuhe oder Kurzski schränken die Bewegungsfreiheit bei der Abfahrt ein. Die Ski werden mit Aufstiegsfellen versehen und somit können Snowboarder und Skifahrer dieselbe Aufstiegsspur benutzen. Am Gipfel angekommen, ziehen wir die Felle ab und die beiden Hälften werden ohne Einsatz von Werkzeug über einen einfachen Mechanismus wieder zusammengesteckt. Ab geht’s auf die nächste Powderabfahrt! Nach einem anstrengenden Aufstieg fühlt sich so eine “verdiente” Abfahrt in der Ruhe zwischen abgeschiedenen Berggipfeln ganz besonders gut an!

Es wird kein großes handwerkliches Geschick benötigt aber durchaus ein bisschen Geduld fürs “Auffellen”. Um bei den Aufstiegen nicht wegzurutschen heißt es während unserer Tour gleich mehrmals Mal “Felle rauf, Felle runter”. Wir lernen vorab wie die Skifelle richtig aufgezogen, abgezogen und zusammengelegt werden. Ist diese Herausforderung erstmal gemeistert (hier haben wir eine praktische Anleitung gefunden), kann die Tour weitergehen. Also genug von Grenzen und Herausforderungen und rein in den Genuss: Vor uns liegen frischverschneite Tiefschneehänge, Powderfelder und verlassene Täler. Hinter uns nur die Spuren unserer Skier. Unsere kleine Truppe schnattert mal fröhlich, mal versinken wir vor Anstrengung alle in Stille und konzentrieren uns aufs Atmen (oder Schnaufen).

Unter der Anleitung unseres erfahrenen Bergführers Marco genießen wir nicht nur das freie Gelände in den Bergen, sondern werden auch für den Ernstfall einer Lawine vorbereitet. Fernab der präparierten Piste werden wir in die Technik und die Einzigartigkeit des Ski- bzw. Splittboardtourengehens eingeführt.

Skitouren in Graubünden – das solltet ihr wissen

Solltet ihr nicht in den Bergen aufgewachsen und mit dem freien Gelände vertraut sein, solltet ihr euch auf jeden Fall immer an einen geeigneten Bergführer wenden und eine Tour in einer kleinen Gruppe buchen. Das könnt ihr zum Beispiel auf der Website von bergfuehrer-davosklosters.ch machen. Eine gute Grundfitness sowie Lust, etwas Neues auszuprobieren, solltet ihr auch dabei haben. Ich hatte ja bei meiner Fitness im Vorfeld “mäßig sportlich” angegeben, aber obwohl es herausfordernd war, hab ich alle der insgesamt 3 Touren stolz gemeistert, auch wenn ich mancherorts an meine Grenzen kam.

Übernachtet haben wir im Berghaus Sulzfluh. Traditionell, einfach und urgemütlich (vor allem der Outdoor-Hotpot, in dem ihr nach einer langen Tour entspannen könnt). Beachtet aber, dass es hier in den Zimmern in der Regel keinen Strom gibt (in der Gaststube könnt ihr eure Smartphone aber gerne zwischen 06:00 – 22:00 laden). In Berghäusern wie diesen seid ihr weit weg von allem und in unserem Fall umgeben von den berühmten Rätikon-Gipfeln, genannt die “Bündner Dolomiten”. Die zwei Nächte, die ich hier verbringe, verschaffen mir einen so erholsamen Schlaf, dass ich mich teilweise wie in eine andere Zeit katapultiert fühle.
Müde, aber zufrieden sitzen wir abends in der Gaststube, die bis heute ausschliesslich von Petroleum-Lampen beleuchtet wird, zusammen. Nur an Gesprächsthemen wie Speicherkapazität und Kameraequipment merkt man, dass wir uns doch im Jahr 2022 befinden ;)


Danke an die Ferienregion Graubünden für diese unvergesslichen Tage in der Natur!

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Thies
Thies

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