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Bali zur Regenzeit – Zwischen Duftstäbchen und Local Heroes

Bali zur Regenzeit

In einer Welt, in der die To-Do-Listen immer länger werden, der Kalender sich von selbst mit Meetings füllt und der Alltag einen manchmal zu überrollen droht, sehnen sich viele nach einem Ort, der Ruhe und Erholung bietet. Nach einem Ort, an dem man einfach mal wieder bewusst tief einatmet, die Umgebung auf sich wirken lässt und das Handy links liegen bleibt.

Und genau so ein wundervolles Fleckchen Erde durfte ich im Februar erleben. Drei Wochen voller Magie und Zauber, umgeben von Duftstäbchen, tropischem Vogelgesang und majestätischen Reisfeldern. Drei Wochen, in denen ich an meine Grenzen stieß und gleichzeitig wieder zu mir selbst finden durfte. Drei Wochen, in denen ich auf Booten, Rollern und zu Fuß Bali und Lombok während der Regenzeit entdeckte.

Warum ich mich für Bali zur Regenzeit entschieden habe

Obwohl die meisten Touristen Indonesien während der Regenzeit vermeiden, entschied ich mich gezielt, das Land im Februar zu erkunden. Zwischen November und März prägen heftige Regenfälle das Wettergeschehen, was zu starken Überschwemmungen führen kann. Die Regenzeit ist jedoch auch eine Zeit der Blüte und des Wachstums.

Durch jeden einzelnen Regentropfen erwacht die Natur zu neuem Leben und wird zu jenem tropischen Paradies, das keine Kamera der Welt einzufangen vermag.
Franzi über Bali zur Regenzeit

Die beliebten Touri-Hotspots sind nicht so überfüllt, die Städte wirken ruhiger, die Unterkünfte sind etwas preiswerter und jeden Abend beginnt rechtzeitig zum Einschlafen ein beruhigender Regenschauer, der dich sanft in den Schlaf wiegt.

Meine erste Unterkunft lag im Osten Balis in einem kleinen Dorf namens Sidemen, abseits vom touristischen Trubel. Hier durfte ich in einem Airbnb mit Blick auf atemberaubende Reisfelder bei einer einheimischen Familie zur Ruhe kommen. Da es in Sidemen keine Restaurants gibt, wurde ich täglich von meinem Gastgeber Wayan und seiner Frau bekocht, durfte ihnen dabei über die Schulter schauen und lernte unglaublich viel über die balinesische Kultur, während wir gemeinsam das Dorf und die Natur in der Umgebung erkundeten.

Ich durfte frische Erdnüsse direkt von den Feldern probieren, aß Obst zum Mittag und erntete Gemüse fürs Abendessen.

Highlight Naturpool und der teuerste Kaffee der Welt

Auch wenn ich dem Tod nach meinem Geschmack als Beifahrerin auf dem Roller oftmals viel zu nahe kam, bin ich doch dankbar für die Orte, die mir Wayan dadurch zeigen konnte.
Ein persönliches Highlight war der „Natural Pool“, den sich die Einheimischen inmitten des Dschungels vor einem Jahr gebaut haben. Durch die Hilfe von Rohren leiten sie einen Teil des Wasserfalls in eine Grube, um dort mit melodischer Musik und einer kleinen improvisierten Bar ihre Abende zu verbringen. Auch ich war dort ein Highlight für die Kinder, die sonst selten in Kontakt mit westlichen/weißen Menschen kommen und mich prompt zu einer Runde Wasserball einluden.

Ein weiterer Höhepunkt meiner Reise durch Bali während der Regenzeit war das Kaffee-Tasting, bei dem ich in die faszinierende Welt der lokalen Kaffeesorten eintauchen durfte. Bestimmt haben viele von euch schon vom teuersten Kaffee der Welt gehört? Der „Kopi Luwak“ findet seinen Ursprung im asiatischen Raum und wird seit jeher auf Bali verarbeitet und verkauft. Die sogenannten Fleckenmusangs (Schleichkatzen) klettern hierbei durch die Bäume, essen nur die besten und reifsten Kaffeebohnen und scheiden diese halb verdaut aus. Ja – ein Kaffee der ganz besonderen Art und Weise.

Wenn man Kopi Luwak in Deutschland kaufen möchte, zahlt man pro Kilo schlappe 380€ – auf Bali kannst du eine Tasse jedoch schon für drei Euro bestellen. Natürlich ließ ich mich als Kaffeeliebhaberin dazu überreden, eine Tasse zu probieren – schmeckte ehrlich gesagt “ normal? Nicht besonders exotisch oder herausstechend. Meiner Meinung nach also eine Erfahrung wert, jedoch definitiv etwas zu teuer für den alltäglichen Genuss zurück in den eigenen vier Wänden.

Wenn ich alle Highlights meiner Reise aufzählen würde, könnten wir mit diesem Artikel ein halbes uberding Magazin befüllen – daher versuche ich mich kurzzuhalten.

In den darauffolgenden Wochen traf ich meine große Schwester, die mit mir weiter über die Gili Inseln bis nach Lombok reiste. Dort wanderten wir durch den Dschungel, schliefen auf einer Organic Farm inmitten von Reisfeldern, schnorchelten mit Schildkröten, besuchten traditionelle Feuershows und spielten unzählige Runden Skippo. Ich könnte nicht dankbarer für die gesammelten Erfahrungen sein. Chaotische Bootsfahrten in viel zu hohem Wellengang, Nahtoterfahrungen auf dem Rücksitz eines Rollers, durchgeschwitzte Klamotten und unzählige Momente, in denen alles so surreal schön war, dass ich nur lachen und grinsen konnte.

Indonesien, du hast einen Teil meines Herzens gestohlen und ich kann es kaum erwarten mehr von dir zu erkunden.

Falls ihr noch mehr Destinationen während der Regenzeit erkunden wollt, kann ich euch Mias Beitrag über ihre Zeit in Costa Rica empfehlen!

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Franzi
Franzi

Der Duft des Regens im satten Grün, in der Hand eine Tasse frisch aufgebrühten Kaffee, das Knistern des Lagerfeuers vom Vorabend noch im Ohr. So fühl ich mich am wohlsten. Gerne lege ich dabei auch mal mein iPhone aus der Hand und streiche dafür durch das lauschige Fell meiner Hündin. Aber meine Kamera, die leg ich nur selten weg, denn ich liebe es Marmeladeglas-Momente einzufangen. Schön, diese hier mit euch zu teilen!