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Die Westfriesische Insel Vlieland – kleine Insel, viel Natur!

Vlieland

Mit den Füßen tief im Watt. Wind in den Haaren. Ein wärmendes Lagerfeuer und die Gesänge der Inselbewohner im Ohr. Sie ist die kleinste, bewohnte Insel im niederländischen Wattenmeer. Die Insel, die am weitesten vom Festland entfernt liegt. Gleichzeitig hat sie aber so viel zu bieten.

Zwischen Texel und Terschelling liegend ist Vlieland eine der fünf bewohnten Westfriesischen Inseln (dazu zählen außerdem noch Ameland und Schiermonnikoog). Was macht diese Insel so besonders? Es ist zum einen die Ruhe, welche auch dadurch entsteht, dass dieses kleine Paradies im Wattenmeer verkehrsberuhigt ist. Nur die Inselbewohner dürfen ein Kraftfahrzeug nutzen, wobei auch diese PKWs eher ungenutzt auf den Höfen stehen, denn: Es ist nahezu alles bequem mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichbar und das ist für mich der zweite, ganz besondere Punkt gegenüber größerer Inseln im Wattenmeer (eine Übersicht findet ihr auf Visit Wadden).

Die kurzen Wege und die Vertrautheit, die sich schon nach kurzer Zeit einschleicht sorgen für Entspannung. Das führt automatisch dazu, dass die Insel aktiv und mit viel frischer Luft entdeckt werden kann. Ich erlebe die Vlieland daher mehr im Jetzt, mit all ihren leisen Geräuschen, mit ihrem spürbaren Wind und mit den grüßenden Menschen, die mir entgegen kommen. Mit ihren Gerüchen, den verschiedenen Wegen und und und. Einfach intensiver und dadurch fühle ich mich schnell “angekommen” und gleichzeitig entschleunigt.

 

Meine Anreise auf die Insel Vlieland

Da ich aus dem Süden Deutschlands anreise, nehme ich mir für die Anreise auf die kleine Insel bewusst etwas mehr Zeit. Ganz nach dem Motto “der Weg ist das Ziel”, entscheide ich mich für eine Übernachtung in Harlingen. Ich übernachte im “Hotel Harlingen”, ein gemütliches Stadthotel, welches sich in einem charmanten Gebäude aus dem 18. Jahrhundert befindet und einst als Bank diente.

 

Harlingen bietet einige Parkplätze, an einem davon stelle ich auch mein Auto ab. Am Morgen steige ich ausgeruht auf die Fähre. Die Überfahrt mit der nachhaltig orientierten Rederei “Rederij Doeksen” auf die Insel Vlieland dauert ab Harlingen ca. 95 Minuten und allein die Überfahrt sorgt für Entspannung. Kein Verkehrsstress, keine hohen Wellen. Dafür eine schöne Weite und hier und da spannende Fotomotive.

Auf der Insel angekommen, geht’s direkt zum Fahrradverleih (“Zeelen“), um den Begleiter für meine Tage auf Vlieland entgegen zu nehmen und aufzusatteln. Auf dieser ruhigen, nahezu autofreien Watteninsel gibt es nur ein Dorf: Oost-Vlieland. Hier findet ihr nebst dem Fährhafen mehrere Restaurants, Hotels und B&Bs sowie einige Sehenswürdigkeiten. Außerhalb des Dorfes geht es dann direkt mit den Naturschönheiten los: Eine Dünenlandschaft, einen langen Nordseestrand und ganz im Westen der Insel auf eine endlos scheinende Sandfläche, die den Spitznamen „Sahara des Nordens“ trägt und auch als militärisches Übungsgebiet dient. Dazu später mehr.

Eine Wattwanderung auf Vlieland – Über Ebbe, Flut und Wattwürmer

Bevor ich mich auf Vlieland in die Weiten des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer begebe, verschaffe ich mir zunächst vom Land aus einen Überblick der kleinen Insel. Vlieland hat mit ihrem Leuchtturm auf der Düne “Vuurboetsduin” den höchsten Punkt der Westfriesischen Inseln. Und genau da zieht es mich hin. Zwischen Sand und Wald besteige ich die 42 Meter hohe Düne und genieße dabei nicht nur die Aussicht, sondern auch den Anblick des Leuchtturms, der hier auf der Düne thront.

Das Wattenmeer grenzt im Südosten an die Insel, die Nordsee im Nordwesten. Dazwischen dichter Wald. Die feinsandigen Strände und Wellen zum Surfen befinden sich an der nördlichen Küste der Insel.

Zwischen all diesen Möglichkeiten braucht es natürlich auch ei Ort zum Ausruhen und Übernachten. Mein Unterkunfts-Tipp auf Vlieland ist Leut ‘De Waker’. Im “Leut” könnt ihr lecker Essen, euch auf einen Drink oder Kaffee treffen oder in einem der verschiedenen Zimmern übernachten. Mein Zimmer hätte auch meine kleine Familie beherbergen können und bot genug Platz um mich während meiner Zeit hier gemütlich auszubreiten.

Auf einer gemütlichen Naturwanderung “Strunedeurdedune” mit Sjoukje Mulder über die Insel lerne ich Vlielands Pflanzen-, Pilz- und Tierwelt kennen und werde dabei von den saftig-roten Cranberrys begleitet, welche die Sträucher neben mir und den Boden unter mit schmücken.

Am nächsten Tag geht’s mit dem Anbieter “Noordwester” raus auf’s Watt, ein Must Do auf einer Watteninsel. Während der Ebbe werden die Gummistiefel angezogen und es geht durch die matschigen Schlammfelder. Wattlaufen ist eine spannende Art, die Natur des Wattenmeeres kennenzulernen, denn es wird absolut nicht langweilig zwischen all den Vögeln, Pflanzen, Fischen und den sich verändernden Flächen von Sandbänken über tiefe Gräben – umringt von Meer, Wind und Wasser. Das Restaurant “De Dinning” kann ich euch für einen leckeren Lunch zwischen all den Aktivitäten im Freien empfehlen.

Mein Tipp: Falls ihr kein ultra-Zoom-Objektiv in eurem Besitz habt und dennoch Robben sehen möchtet, könnt ihr Bootstouren zu den Sandbänken buchen. Zu den schönsten Erlebnissen im Wattenmeer gehört doch das Entdecken von Robben, die in der Sonne dösen oder frech ihren Kopf aus dem Wasser strecken.

Seeluft macht hungrig: Authentisches Dinner auf Vlieland im Zuiver

Wer sich ein richtig gemütliches Abendessen gönnen möchte, welches nicht nur von verschiedenen, passenden Weinen begleitet wird, sondern auch noch überwiegend aus lokalen Spezialitäten besteht, der ist beim 5-Gänge-Menü im Zuiver genau richtig. Bringt Appetit und Zeit mit und lasst euch verwöhnen. Für mich war es das erste Fünf-Gänge-Menü mit Weinbegleitung, welches ich ganz alleine genießen durfte. Auch mal eine Erfahrung – und mein Fahrrad habe ich zurück ins Hotel geschoben ;) zum Glück sind die Wege auf Vlieland nie weit.

Um bei lokalen Spezialitäten zu bleiben: Auf Vlieland findet ihr einen Käsebunker. “De Vlielander Kaasbunker” könnt ihr via Video-Tour erleben und besichtigen und anschließend den Käse von Nils Koster verkosten. Wie ein Versuch aus Leidenschaft heute für den Lebensunterhalt sorgt und wie sich die Liebe zum Käse entwickelte, erfahrt ihr alles im Bunker.

 

Strandidylle und Nächte am Feuer auf der Insel Vlieland

Nach meinem Abendessen im idyllisch gelegenen “Badhuys” (ihr merkt schon, es wurde viel gegessen und genossen auf Vlieland ;)) werde ich vom Vliehors Express am Strand abgeholt. Das imposante Gefährt führt mich über den schier endlos erscheinenden Strand: Eine Safari in einem umgewandelten Militärlastwagen durch das Sandwatt. Inmitten der Sandwüste im Westen der Insel kommen wir zum Stehen. Hier befindet sich eine der beliebtesten Hochzeits-Locations weltweit. Zurecht! Das “Drenkelingenhuisje” ist ein idyllisches (Rettungs-)Häuschen, in dem früher Schiffbrüchige einen Unterschlupf fanden zeigt sich heute als von Strandgut umgebene Location und hat einen ganz besonderen Charme.

Mit dem Voranschreiten der Nacht werden Lagerfeuer am Strand entzündet und mit dem Feuer erleuchtet der Gesang der Einheimischen und der Besucher die Nacht. Gitarrenklänge, Gesang und das Knistern des Feuers. So gehen also Sommernächte auf Vlieland!


Danke an Visit Wadden für die bleibenden Eindrücke und die Möglichkeit die schöne Insel Vlieland zu entdecken!

CategoriesNah outdoor
Mia
Mia

Mia Bühler ist ein echter Workaholic, könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Stuttgarterin aber mit den Füßen im Sand, dem Rücken an einer Palme und mit den Augen auf den Weiten des Ozeans – das iPad in Reichweite. Als Social Media Beraterin mit ihrer Agentur "creading" und Bloggerin in diversen Bereichen, ist die junge Mama immerzu unterwegs – kulinarisch bleibt sie sich gern auch mal treu und liebt handgeschabte Spätzle mit Soß’ aus Papas Küche.

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